Neuaufbau: Vision

Die starke Zerstörung des Innenstadtbereichs ermöglichte den Planern des Wiederaufbau eine grundsätzliche Neustrukturierung des Verkehrswesens. Wesentliche Planungsfehler – so die bisherige Vernachlässigung der Umgebung des Bahnhofbereichs – sollten korrigiert werden. Durch die Errichtung der Eisenbahnlinien wurden bereits imvergangenen Jahrhundert die Lebensfäden, die von der Altstadt zu den nahegelegenen Dörfern und in das Umland verliefen , brutal durchschnitten. „Der Hauptbahnhof richtete zu einseitig sein gesicht nach der Stadtmitte. 1) Dies hatte zu Folge, daß das Viertel ‚hinter dem Bahnhof‘ von anderen Stadtteilen abgeschnitten wurde. Um diesen grvierenden Planungsfehler zu beheben, wurde zunächst eine sogennante raschplatztangaente (später Hamburger Allee – Berliner Allee) geplant, die eine bislang fehlende Straßenquerverbindung zu Nord- und Südstat schaffen sollte. „eine Anlage, die nicht ohne Rückwirkung auf die wirtschaftliche Belebung der Raschplatzseite selber sein wird.“ 2) Hinter dem Bahnhof wurde auch als möglicher Standort für eine zentrale Abfertigungsstelle von Autobussen ins Gespräch gebracht.

Aber nicht nur Pläne für den Straßenverkehr wurden diskutiert, sondern auch Entwicklungsmöglichkeiten im Flugverkehr. Die abgebildete kühne Ideenskizze von dem Baurat Cravazzo zeigt eindrucksvoll einen Hubschrauberlandeplatz auf den Bahnsteigdächern des Hauptbahnhofs. Die Anlage eine Hubschrauberlandeplatzes war in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs vorgesehen, um weitere Zwischenverkehrsmittel zwischen Bahnhof undLandeplatz zu vermeiden. „Mag die Lösung im einzelnen auch noch gesucht werden müssen, auf alle Fälle ist ein Hubschrauberlandeplatz als Programmpunkt in die Planung der Raschplatzseite als einer zentralen Station aller Verkehrsmittel im Auge zu behalten. Die Zukunft wird möglicherweise den Landeplatz als dach der Autobusstation entwickeln, um hierdurch Fläche zu gewinnen.“3)

Bislang ist diese kühne <Idee noch nicht realisiert worden. Vielleicht aber greifen die Stadtplaner im Rahmen der <Expoplanungen diese <Idee noch einmal auf. Denn schon in den 50er Jahren wurde Hannover in dem bereits zitierten <Spiegelartikel mit „Stadt des Jahres 2000?“ untertitelt. Wenn schon der AUtor dieses Artiekels diesen „Weitblick“ in bezug auf die Stadt Hannover hatte, warum also sollte nicht auch auf den Bahnhofsdächern ein Hubschrauberlandeplatz errichtet werden? Bei den Hannoveranern ist anscheinend alles möglich.


  1. Hannover-Oststadt. Die RAschplatztangente. Hrsg.: Arbeitsgemeinschaft Hannover e.V., Hannover 1951, S. 17
  2.  ebd.
  3. ebd., S. 28

    aus: Martina Nörthen: Wiederaufbau nach’45. Hrsg.: Landesmedisntelle im NLVwA, Hannover 1995, S. 45

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