Die 50er Jahre: Kalterkrieg und Wiederaufbau Ost und West

Die 50er Jahre: Kalter Krieg und Wiederaufbau Ost und West

Der Kalte Krieg fand auch im Film und in der Auseinandersetzung mit bzw. über Filme. Im Westen galten für die politischen Institutionen die DDR-Produktionen per se als „kommunistische Propaganda“ und die Bevölkerung musste davor „geschützt“ werden. Eine entsprechende Zensurpraxis war bis in die 60er Jahre Realität.

Im Osten wurde die Tradition des antifaschistischen Films fortgesetzt, nun aber im öffter mit einer ideologischen Verhärtung gegen den „Feind“ im Westen. Der „Entlarvung“ der Kontinuitätslinien zwischen Faschismus und westdeutscher Nachkriegsgesellschaft wurde ein positives Bild der eigenen Gesellschaft entgegengesetzt. Kritisch Töne und das Aufzeigen von >Widersprüchen waren da sehr störend und wurden entsprechend sanktioniert.

Die westdeutschen Kriegsfilme in den 50er Jahren stießen auf ein großes Publikumsinteresse. Zehn Jahre nach Kriegsende, sind sie im Kontext der Wiederbewaffnung zu sehen. Ohne Frage geht es im Zusammenhang der Bundeswehr um die Frage positiver Anknüpfungspunkte und Kontinuitäten. Insofern waren diese Filme elementar beteiligt an der Schaffung des Mythos von der „sauberen Wehrmacht“. Die Erzählungen in den wenigen, als Antikriegsfilme zu verstehenden Produktionen sind als pazifistische Werke im Sinne einer allgemeinen Humanität zu sehen – eindeutige politische Stellungnahmen waren sie nicht.


Die historischen Inhalte und Themen


Rahmenthema 3 – 3. Schulhalbjahr der Qualifikationsphase:

Wurzeln unserer Identität
Wahlmodul 7: Deutsches Selbstverständnis nach 1945
Epoche Perspektive Kategorien Dimensionen
  • Neuzeit
  • national
  • europäisch
  • global
  • Freiheit und Herrschaft
  • Individuum und Gesellschaft
  • Politikgeschichte
  • Kultur- und Ideengeschichte
  • Sozialgeschichte
Inhaltliche Schwerpunkte:
  • Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit in beiden deutschen Staaten
  • Selbstverständnis der BRD und der DDR in der bipolaren Welt (u. a. Kultur- und Sportpolitik)
  • Selbstverständnis und kulturelle Identität des wiedervereinigten Deutschland im europäischen Kontext

 

Rahmenthema 3 – 3. Schulhalbjahr der Qualifikationsphase:

Wurzeln unserer Identität
Wahlmodul 8: Deutsches und europäisches Selbstverständnis nach 1945
Theoriebezug Perspektive Strukturierende Aspekte Dimensionen
  • A
  • B
  • national
  • europäisch
  • Freiheit und Herrschaft
  • Individuum und Gesellschaft
  • Sozialgeschichte
  • Politikkgeschichte
  • Kultur- und Ideengeschichte

Inhaltliche Schwerpunkte

  • Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit in Deutschland nach 1945 (Alliierte Aufarbeitungspolitik – Bundesrepublik: u. a. juristische Aufarbeitung, Umgang mit dem 8. Mai, Kontro-verse um die Wehrmachtsausstellung – DDR: u. a. Umgang mit dem 8. Mai, Antifaschismus, Erinnerungsort Buchenwald)
  • Selbstverständnis und kulturelle Identität in den beiden deutschen Staaten (u. a. Westintegration, deutsch-sowjetische Freundschaft, Ostpolitik, Sport- und Kulturpolitik)
  • Selbstverständnis und kulturelle Identität des wiedervereinigten Deutschland im europäischen Kontext (u. a. Zwei-plus-Vier-Vertrag, europäische Integration)
  • Versuche der Herausbildung einer europäischen Erinnerungsgemeinschaft (z. B. Gedenktag für die Opfer von Stalinismus und Nationalsozialismus [23. August])

  • Jugend zwischen Protest und Kriminalität
    DIE HALBSTARKEN (1956)
  • Ostermärsche


Rahmenthema 3 – 3. Schulhalbjahr der Qualifikationsphase:

Wurzeln unserer Identität
Wahlmodul 9: Die DDR und ihr Selbstverständnis
Theoriebezug Perspektive Strukturierende Aspekte Dimensionen
  • A
  • B
  • national
  • Individuum und Gesellschaft
  • Freiheit und Herrschaft
  • Sozialgeschichte
  • Kultur- und Ideengeschichte
  • Politikgeschichte

Inhaltliche Schwerpunkte

  • Herrschaftspraxis und Selbstverständnis der DDR (u. a. Antifaschismus, SED, Stasi, Mauerbau, Kultur-, Medien- und Sportpolitik, Frauen- und Familienpolitik, Erbe-Konzept)
  • Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit in der DDR (u. a. Umgang mit dem 8. Mai, Nationale Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald)
  • Kritik, Protest und Widerstand (u. a. 17. Juni 1953, Friedens- und Umweltbewegung, Leipziger Montagsdemonstrationen)
  • Die DDR als zweimalige Transformationsgesellschaft (Folgen von Staatskommunismus und Friedlicher Revolution 1989)

 

Rahmenthema 3 – 3. Schulhalbjahr der Qualifikationsphase:

Wurzeln unserer Identität
Wahlmodul 5: Geschlechterbeziehungen im 20. Jahrhundert
Theoriebezug Perspektive Strukturierende Aspekte Dimensionen
  • B
  • national
  • Individuum und Gesellschaft
  • Freiheit und Herrschaft
  • Kontinuität und Wandel
  • Geschlechtergeschichte
  • Sozialgeschichte
  • Kultur- und Ideengeschichte

Inhaltliche Schwerpunkte

  • Der Geschlechterdiskurs im frühen 20. Jahrhundert (z. B. in Kunst, Publizistik, Literatur; Krise der Männlichkeit, Prägung durch Kaiserreich und Ersten Weltkrieg)
  • Geschlechterverhältnisse und -beziehungen in der politischen und sozialen Praxis der Weimarer Republik (Frauenbewegung, Frauenwahlrecht, Männerbünde, Homosexualität in Gesellschaft und Gesetzgebung)
  • Race und gender als Inklusions- und Exklusionskriterien in Bezug auf die Zeit des Nationalsozialismus: Diskurs und Praxis, u. a. im Zweiten Weltkrieg
  • Kontinuitäten und Diskontinuitäten im geteilten Deutschland nach 1945 (u. a. „1968“, Umgang mit Homosexualität)


Unterrichtseinheiten

Unterrichtseinheit Sek II (12 Stunden)
Volksaufstand, Arbeiterrevolte oder Agentenputsch?
Dokumente einer politisch motivierten Erinnerungskultur

Einzelstunden


Rahmenthema 2 – 3. Schulhalbjahr der Qualifikationsphase:

Wechselwirkungen und Anpassungsprozesse in der Geschichte
 
Theoriebezug Perspektive Strukturierende Aspekte Dimensionen
  • B
  • national
  • europäisch
  • global
  • Freiheit und Herrschaft
  • Individuum und Gesellschaft
  • Kontinuität und Wandel
  • Wirtschaft und Umwelt
  • Sozialgeschichte
  • Politikkgeschichte
  • Wirtschaftsgeschichte

Inhaltliche Schwerpunkte

  • Folgen der NS-Wirtschaftspolitik nach 1945 (u.a. Währungsverfall, Kriegszerstörungen, Zerschlagung der Arbeiterorganisationen)
  • NS-Kontinuität ind Politik und Wirtschaft (u.a. personelle Kontinuitäten ind Ministerien und Behörden, Wirtschftsverbänden und Unternehmen, strukturelle Kontinuitäten in Recht, Verwaltung und Wirtschaft)
  • Einbindung der beiden deutschen Staaten in die Wirtschaftssysteme u.a. Marktwirtschaft, Planwirtschaft, westeuropäische Wirtschaftsentwicklung, Weltmarktstrukturen)
  • Wirtschaftskrisen und staatliche Wirtschftspolitik
  • Verhältnis von Politik und Staat in der BRD und in der DDR

Rahmenthema 3 – 3. Schulhalbjahr der Qualifikationsphase:

Wurzeln unserer Identität
Modulvorschlag: Politik und Ökonomie in der Bundesrepublik
 
Theoriebezug Perspektive Strukturierende Aspekte Dimensionen
  • A
  • B
  • national
  • europäisch
  • global
  • Freiheit und Herrschaft
  • Individuum und Gesellschaft
  • Sozialgeschichte
  • Politikkgeschichte
  • Wirtschaftsgeschichte

Inhaltliche Schwerpunkte

  • Herrschaftspraxis und Selbstverständnis der BRD (u. a. NS-Kontinuität, KPD-Verbot, Kultur-, Medien- und Sportpolitik, Frauen- und Familienpolitik)
  • Bedingungen des Wirtschaftsaufschwungs in den 50er Jahren (u.a. Bedeutung des Marshall-Plans, Korea-Krieg, Wiederaufrüstung, Arbeitsverhältnisse)
  • Soziale Lage der Menschen in den 50er Jahren
  • Entstehung und Entwicklung der „Sozialen Marktwirtschaft“ (u.a. Propaganda für Marktwirtschaft)
  • Die Wirtschaftskrise Mitte der 60er Jahre

Propaganda-Kampagnen für neoliberale Wirtschaftskonzepte

Die Wirtschaftsordnung der Bunderepublik Deutschland, die mit dem Begriff ‚Soziale Marktwirtschaft“ benannt ist, wird heute wie selbstverständlich wahrgenommen. Trotz vielfacher Kritik, die auf die offensichtlichen Widersprüche zwischen politisch/Ideologisch formulierten Ansprüchen und der sozio-ökonomischen Realität zielen, werden Alternativen zu dieser Wirtschaftsordnung in der öffentlichen Auseinandersetzung kaum diskutiert.

Die Entstehung und Entwicklung der ‚Sozialen Marktwirtschaft‘ wird dabei überwiegend als – fast schon „naturwüchsige“ – Erfolgsgeschichte erzählt, die für die 50er Jahre verbunden ist mit der Deutung „Wirtschaftswunder“. Der „Erfolg“ wird zugleich vor allem der Politik der CDU/CSU und der Person des ersten deutschen Wirtschaftsministers, Ludwig Erhard, zugeschrieben.

Aufgabe eines kritischen Geschichtsunterrichts müsste sein, zu überprüfen, wie diese Wirtschaftsordnung nach dem Zweiten Weltkrieg entstand und durchgesetzt wurde und ob es wirklich eine ungebrochene „Erfolgsgeschichte“ gewesen ist. Dabei wird es nötig sein, sich mit bis heute gängigen Mythen zu beschäftigen.

Verschiedene, vor allem dokumentarische Filme, können als Einstiege bzw. Arbeitsgrundlage genutzt werden, um unterschiedliche thematische Aspekte der deutschen Nachkriegswirtschaftsgeschichte zu bearbeiten.


Unterrichtseinheiten

Unterrichtseinheit Sek/I/Sek II (4 Stunden) 
Mythos oder Masterplan?
Politische Funktion und ökonomische Bedeutung des Marshall-Plans

Unterrichtseinheit Sek I/Sek II (5 Stunden)
Haste was, dann biste was! oder „Trommeln für den Markt“?
Wie Neoliberale die ‚Soziale Marktwirtschaft‘ durchsetzten

Unterrichtseinheit Sek II (6 Stunden)
Operation Wunderland: Marktwirtschaft für Anfänger

US-amerikanische Propaganda-Kampagne zur Durchsetzung eines marktlieberalen Wirtschaftskonzepts

Einzelstunden

Unterrichtseinheit

Unterrichtseinheit Sek I (4 Stunden)
Auf ins Wirtschaftswunder!

Hans Boeckel und Bruno Tiches in WIR WUNDERKINDER

Unterrichtsstunde


Rahmenthema 2 – 3. Schulhalbjahr der Qualifikationsphase:

Wechselwirkungen und Anpassungsprozesse in der Geschichte
Modulvorschlag: Politik und Ökonomie vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zur Mitte der 70er Jahre
Theoriebezug Perspektive Strukturierende Aspekte Dimensionen
  • B
  • national
  • europäisch
  • global
  • Freiheit und Herrschaft
  • Individuum und Gesellschaft
  • Kontinuität und Wandel
  • Wirtschaft und Umwelt
  • Sozialgeschichte
  • Politikkgeschichte
  • Wirtschaftsgeschichte

Inhaltliche Schwerpunkte

  • Folgen der NS-Wirtschaftspolitik nach 1945 (u.a. Währungsverfall, Kriegszerstörungen, Zerschlagung der Arbeiterorganisationen)
  • NS-Kontinuität ind Politik und Wirtschaft (u.a. personelle Kontinuitäten ind Ministerien und Behörden, Wirtschftsverbänden und Unternehmen, strukturelle Kontinuitäten in Recht, Verwaltung und Wirtschaft)
  • Einbindung der beiden deutschen Staaten in die Wirtschaftssysteme u.a. Marktwirtschaft, Planwirtschaft, westeuropäische Wirtschaftsentwicklung, Weltmarktstrukturen)
  • Wirtschaftskrisen und staatliche Wirtschftspolitik
  • Verhältnis von Politik und Staat in der BRD und in der DDR

Volksaufstand, Arbeiterrevolte oder Agentenputsch?

Die Arbeiterrevolte vom 17. Juni 1953, in dem der Protest gegen die staatlich verordneten Erhöhungen der Arbeitsnormen kulminierte, und dessen Niederschlagung wurden filmisch bislang vor allem in dokumentarischer Form behandelt.

Im Gegensatz zu den anderen Themenbereichen dieser Homepage sollen daher im Folgenden ausschließlich Dokumentarfilme vorgestellt werden, die vor der deutschen Wiedervereinigung entstanden sind. Die an dieser Stelle zusammengetragenen Inhalte sollen auch als partielle Vertiefung zum ansonsten sehr umfangreichen Web-Angebot http://www.17juni53.de verstanden werden: Diese durch die Bundeszentrale für politische Bildung, das Deutschlandradio und das Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam erstellte Seiten beinhalten neben einer Fülle von Hintergrundmaterial, O-Tönen, Zeitzeugenberichten und Partizipationsmöglichkeit in Form eines Forums einen Überblick über das vorhandene Filmmaterial und die daraus montierten Dokumentarfilme sowie die wenigen Spielfilme, die das Thema berühren:
http://www.17juni53.de/material/filmliste.html


Der Komplex „17. Juni 1953 im Film“ wurde erstellt von Dirk Alt und Dr. Peter Stettner. Vorarbeiten hierzu lieferten Yamina Saran und Julia Zeihe.



Rahmenthema 3 – 3. Schulhalbjahr der Qualifikationsphase:

Wurzeln unserer Identität
Wahlmodul 7: Deutsches Selbstverständnis nach 1945
Epoche Perspektive Kategorien Dimensionen
  • Neuzeit
  • national
  • europäisch
  • global
  • Freiheit und Herrschaft
  • Individuum und Gesellschaft
  • Politikgeschichte
  • Kultur- und Ideengeschichte
  • Sozialgeschichte
Inhaltliche Schwerpunkte:

 

  • Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit in beiden deutschen Staaten
  • Selbstverständnis der BRD und der DDR in der bipolaren Welt (u. a. Kultur- und Sportpolitik)
  • Selbstverständnis und kulturelle Identität des wiedervereinigten Deutschland im europäischen
    Kontext

Rahmenthema 3 – 3. Schulhalbjahr der Qualifikationsphase:

Wurzeln unserer Identität
Wahlmodul 8: Deutsches und europäisches Selbstverständnis nach 1945
Theoriebezug Perspektive Strukturierende Aspekte Dimensionen
  • A
  • B
  • national
  • europäisch
  • Freiheit und Herrschaft
  • Individuum und Gesellschaft
  • Sozialgeschichte
  • Politikkgeschichte
  • Kultur- und Ideengeschichte

Inhaltliche Schwerpunkte

  • Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit in Deutschland nach 1945 (Alliierte Aufarbei-tungspolitik – Bundesrepublik: u. a. juristische Aufarbeitung, Umgang mit dem 8. Mai, Kontro-verse um die Wehrmachtsausstellung – DDR: u. a. Umgang mit dem 8. Mai, Antifaschismus, Erinnerungsort Buchenwald)
  • Selbstverständnis und kulturelle Identität in den beiden deutschen Staaten (u. a. Westintegra-tion, deutsch-sowjetische Freundschaft, Ostpolitik, Sport- und Kulturpolitik)
  • Selbstverständnis und kulturelle Identität des wiedervereinigten Deutschland im europäischen Kontext (u. a. Zwei-plus-Vier-Vertrag, europäische Integration)
  • Versuche der Herausbildung einer europäischen Erinnerungsgemeinschaft (z. B. Gedenktag für die Opfer von Stalinismus und Nationalsozialismus [23. August])

 

Rahmenthema 3 – 3. Schulhalbjahr der Qualifikationsphase:

Wurzeln unserer Identität
Wahlmodul 9: Die DDR und ihr Selbstverständnis
Theoriebezug Perspektive Strukturierende Aspekte Dimensionen
  • A
  • B
  • national
  • Individuum und Gesellschaft
  • Freiheit und Herrschaft
  • Sozialgeschichte
  • Kultur- und ideengeschichte
  • Politikgeschichte
  • Herrschaftspraxis und Selbstverständnis der DDR (u. a. Antifaschismus, SED, Stasi, Mauerbau, Kultur-, Medien- und Sportpolitik, Frauen- und Familienpolitik, Erbe-Konzept)
  • Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit in der DDR (u. a. Umgang mit dem 8. Mai, Nationale Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald)
  • Kritik, Protest und Widerstand (u. a. 17. Juni 1953, Friedens- und Umweltbewegung, Leipziger Montagsdemonstrationen)
  • Die DDR als zweimalige Transformationsgesellschaft (Folgen von Staatskommunismus und Friedlicher Revolution 1989)

„Die gesellschaftlichen Voraussetzungen des Faschismus dauern fort“
Theodor W. Adorno

Nur 1,4 Prozent der Entnazifizierten in den westdeutschen Besatzungszonen wurden als „Hauptschuldige“ oder „Belastete“ eingestuft wurden, von den gut hunderttausend KZ-Wächtern wurden nur einige Dutzend verurteilt. Der Anteil derer, die trotz NS-Belastung im Nachkriegsdeutschland Karriere machten, war größer als lange öffentlich diskutiert.

 „Die erste Bundesregierung unter Konrad Adenauer betrieb eine Politik der Re-Integration von NS-Tätern, versuchte, bestimmte Maßnahmen der Alliierten gegen sie rückgängig zu machen und verhalf verurteilten NS-Verbrechern 1949 zu einer großzügig gehandhabten Teil-Amnestie. Seit 1951 ermöglichte das Gesetz zur Regelung der Rechtsverhältnisse der unter Artikel 131 des Grundgesetzes fallenden Personen mehr als 55.000 NS-Beamten, die ihre Beschäftigungs- und Rentenansprüche durch die Entnazifizierung verloren hatten, die Rückkehr in den Staatsdienst.“ (wikipedia)

Die dafür Verantwortlichen  nennen das die friedliche Integration der ehemaligen Täter und Mitläufer in die westdeutsche Demokratie und letztlich einen Erfolg. Die Gegner dieser Politik (häufig zu gleich überlebende Opfer) fragen, ob es nicht auch Alternativen gegeben hätte und warum sie nicht umgesetzt wurden?

Mit der Kontinutät über das Jahr 1945 hinaus befassen sich im Unterschied zur SBZ/DDR im Westen in den 50er Jahren nur wenige Spielfilme. Erst am Ende der 50er Jahre ändert sich das. Ende der 50er Jahre entstehen nicht nur die bemerkenswerten Antikriegsfilme sondern auch beeindruckende Filme, die mit satirischen Mitteln auf Spuren des Faschismus im Wirtschaftswunder-Deutschland hinweisen.

Der Titel von Wolfgang Staudtes erstem Nachkriegsfilm DIE MÖRDER SIND UNTER UNS versinnbildlich die – lange mit dem Mantel des Verschweigens verdeckte – Tatsache, dass sich die meisten TäterInnen nach dem Krieg einer Verurteilung entziehen konnten. Dass nur wenige Spielfilme sich mit dieser gesellschaftlichen Problematik auseinandergesetzt haben, dokumentiert auch, wie wenig die Gesellschaft interessiert war, die Verbrechen der unmittelbaren Vergangenheit aufzuarbeiten.

Die hier ausgewählten zeitgenössischen und später produzierten Spiel- und Dokumentarfilme ermöglichen, der Frage nach verdeckten und offenen Kontinuitätslinien zwischen Faschismus und Nachkriegsdeutschland nachzugehen. Sie ermöglichen darüber hinaus, sich mit unterschiedlichen Aspekten der Verbrechensverfolgung bzw. Nicht-Verfolgung und den daraus erwachsenen Konsequenzen für  Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in der Bundesrepublik auseinanderzusetzen. Am Beispiel der Ereignisse um den Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, dessen Bemühungen um die Verfolgung von Kriegsverbrechen, systematisch behindert wurden, wird offenbar, wie wenig Politik und weite Teile der Gesellschaft der Bundesrepublik an einer Aufklärung der NS-Verbrechen interessiert waren.

  • Sie sind auch jetzt noch da – die Täter von gestern!
    Perspektive DDR: DER RAT DER GÖTTER (1951)
    Perspektive BRD: WIR WUNDERKINDER (1958) – ROSEN FÜR DEN STAATSANWALT (1959)
  • Die ungewollte Suche nach den Tätern
    IM LABYRINTH DES SCHWEIGENS (2014) – DER STAAT GEGEN FRITZ BAUER (2015) – AKTE GENERAL (2016)
  • Die Täter vor Gericht
    PROZESS HUPPENKOTHEN (1958)

 

 

DER RAT DER GÖTTER (1951) – ERNST THÄLMANN – FÜHRER SEINER KLASSE (1955)




  • Film im Dienst der Wiederaufrüstung?
    08/15 (1954/55)DER ARZT VON STALINGRAD (1958)U47-KAPITÄNLEUTNANT PRIEN (1958)
  • Widerstand der Offiziere
    CANARIS (1954) – DES TEUFELS GENERAL
  • Böse Nazis – moralisch integere Soldaten
    08/15 (1954/55) – HAIE UND KLEINE FISCHE (1957) – HUNDE, WOLLT IHR EWIG LEBEN (1959)

Unterrichtseinheiten

Unterrichtseinheit Sek II (12 Stunden)
Der Einheit der Nation verpflichtet?
Politische Instrumentalisierung des 17. Juni 1953

Einzelstunden

Doppelstunde
Das Ende eines Gedenk-Feiertages
Diskussion 1967 – und heute?

Doppelstunde
Zweierlei Gedenken
Politischer Streik – im Westen und im Osten



Der Aufbau in den 50er Jahren im Spiegel zeitgenössischer Informationsfilme der Stadt Hannover. Infolge des vom nationalsozialistischen Deutschland entfesselten Zweiten Weltkrieges war auch die Stadt Hannover durch Bombenangriffe stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Angesichts der katastrophalen Kriegszerstörungen stellte sich die Frage, wie ein Wieder- oder Neuaufbau erfolgen könnte bzw. sollte. Nachdem man die ersten Nachkriegsjahre mit planerischem Improvisieren und privater Aufbauinitiative bestritt, wurden ab 1949 städtische Aufbaupläne entwickelt, die dann die Basis für den umfassenden Aufbau in der folgenden Dekade legten.

Zahlreiche Dokumentarfilme, in den 50er Jahren zumeist als filmische Jahresbilanzen konzipert, dokumentieren die Stadtentwicklung Hannovers. Überwog zunächst noch der Stolz auf die geleisteten Arbeiten zur Neugestaltung der Stadt verschob sich die Perspektive im Verlauf der 60er Jahre zunächst auf das Leben in der Gegenwart und dann auf städteplanerische Zukunftsvorstellungen. > weiter

  • Das „Wunder von Hannover“


Rahmenthema 4 – viertes Schulhalbjahr der Qualifikationsphase:

Geschichts- und Erinnerungskultur
Wahlmodul 5: Begegnung mit Geschichte im Film und in den Neuen Medien
Inhaltliche Schwerpunkte
  • Formate von Geschichte (z. B. Spielfilme, Fernsehspiele, Dokumentarfilme, Computerspiele,
    Geschichtsportale im Internet, Webquests)
  • Analyse und Dekonstruktion der Inhalte und Intention historischer Filme/Filmsequenzen, Geschichtsportale (Entmythisierung)#Rekonstruktion (z. B. Verfassen einer Filmkritik, Gestaltung einer Homepage, Entwickeln einerSpielidee, Erstellen eines Webquests)

 

Filme, die Krieg und Kampfgeschehen zum Gegenstand haben, gibt es seit Beginn der Filmgeschichte, auch in Deutschland. Aber nur einmal gab es in Deutschland – und zwar in der Bundesrepublik, in der 2. Hälfte der 50er Jahre – so etwas wie eine Kriegsfilmwelle. Nachdem zu Beginn der Dekade einige Militärlustspiele und US-amerikanische Kriegsfilme eine gewisse Akzeptanz für militärische Motive im westdeutschen Nachkriegskino geschaffen haben, setzt ab Mitte der 50er Jahre die sog. Welle mit „harten“ westdeutschen Kriegsfilmen ein. Bis Ende des Jahrzehnts sind ca. 10% des westdeutschen Spielfilmangebots Kriegsfilme, ihr „Termingewicht“ in den Kinos liegt noch wesentlich höher.

Ein typisches Merkmal dieser Filme ist, dass sie sich einen realistischen, auf historisch „wahre“ Begebenheiten zurückgreifenden Anschein geben, dessen „So war es wirklich – Gestus“ nicht zuletzt durch eingeschnittene Dokumentaraufnahmen erreicht wird. Darüber hinaus zeigen die Filme weitere Gemeinsamkeiten hinsichtlich der ausgewählten Begebenheiten, der Perspektiven auf die Ereignisse und der dominanten Motive, so dass von einer Typik gesprochen werden kann.

Seit Mitte der fünfziger Jahre folgen offensichtlich ganz be­wußt Aussagen zur Rehabilitierung der Wehrmacht im Blick auf die entstehende Bundeswehr. Und damit haben die Filme auch Bedeutung für die politische Auseinandersetzung im Kalten Krieg.

  • Film im Dienst der Wiederaufrüstung?
  • Widerstand der Offiziere
    CANARIS – DES TEUFELS GENERAL
  • Böse Nazis – moralisch integere Soldaten
    08/15 – HUNDE, WOLLT IHR EWIG LEBEN – HAIE UND KLEINE FISCHE

 

Das sollten die Westdeutschen nicht sehen

Für die DDR wird in der Filmgeschichtsschreibung zumeist wie selbstverständlich betont, dass das Filmschaffen sich nicht unabhängig von Partei- und Staatsinteressen entwickeln konnte. Der Film sei nach der Ideologie der SED ausgerichtet und jegliche kritische Haltung hätte verhindert werden sollen. Eine entsprechende Filmpolitik hätte diese Interessen durchsetzen sollen. Ausgehend von einer derartigen – vereinfachenden – Voreinstellung wird das Filmschaffen in der DDR dann auch sehr selektiv – und damit wenig zutreffend – wahrgenommen.

Für die Bundesrepublik wird gern mit Verweis auf den Artikel 5 des Grundgesetzes betont: „Eine Zensur findet nicht statt.“ Vergessen wird dabei der zweite Satz des Artikels: „Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.“ Und vergessen wird dabei auch der politische Kontext des Kalten Krieges. DDR-Filme galten der Politik als Propaganda-Medien des politischen Gegners,

Das bedeutete dann auch, das bezogen auf Filme aus der DDR, die Bundesregierung bis in die 60er Jahre hinein ausgiebig Gebrauch von der Einschränkung der Rechte machte und versuchte, die Aufführung dieser Filme zu verhindern – auch im Ausland, insbesondere bei Film-Festivals.


Siehe dazu auch:

Andreas Kötzing: Zensur von DEFA-Filmen in der Bundesrepublik, ApuZ 18.12.2008

Der Antikriegsfilm DIE BRÜCKE wurde  international beachtet und anerkannt, musste sich zugleich der Kritik aussetzen, er sei „politisch ambivalent“  (Kaes). Im gleichen Zeitraum Ende des Jahrzehnts entstehen mit UNRUHIGE NACHT und KIRMES zwei weitere Filme, die sich deutlich von der Kriegsfilmwelle abheben und Stellung gegen den Krieg einnehmen.

  • Der Irrsinn des Krieges
    DIE BRÜCKE – KINDER, MÜTTER UND EIN GENERAL
  • Überleben: Keine Chance!
    UNRUHIGE NACHT – KIRMES

SCHWARZWALFMÄDEL (1950)