Lernwerkstatt Film und Geschichte Deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts im Film

Diese Seiten richten sich an Interessierte, die mit dem Medium Film im Fach Geschichte bzw. der historisch-politischen Bildung arbeiten möchten: in Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen. Sie finden hier grundlegende Texte und zahlreiche Materialien, auch Filmausschnitte zur Voransicht, sowie Arbeitshilfen. Neben  einem Grundlagenbereich werden historische Themen aufbereitet und Filme umfangreich dokumentiert. Schwerpunkte liegen bei der niedersächsischen Filmgeschichte und der hannoverschen Film- und Kinogeschichte.

Präsentation des Filminstituts Hannover und der GFS
5. Juni 2024 um 18:00 Uhr im Kino im Künstlerhaus
Sophienstr. 2, 30159 Hannover

Hannover in historischen Filmdokumenten:
Wirtschaft und Verkehr in den 1950er und 1960er Jahren

Das Filminstitut Hannover präsentiert historische Filmdokumente zum Thema Wirtschaft und Verkehr in den 1950er und 1960er Jahren. Die Veranstaltung findet im Künstlerhaus, Sophienstraße 2, 30159 Hannover statt und ist die fünfte Veranstaltung einer Reihe von Veranstaltungen, die einmal im Monat das Bild der Stadt im 20. Jahrhundert zeigen. Die Filme wurden vom Filminstitut Hannover recherchiert, digitalisiert und aufbereitet. Dr. Peter Stettner moderiert die Veranstaltung und erläutert die historischen Filmdokumente.

Es werden folgende Filmdokumente gezeigt:

VON FRÜH BIS SPÄT aus dem Jahr 1955 ist eine Auftragsproduktion der ÜSTRA. Der Film zeigt den 24-Stundenbetrieb des öffentlichen Nahverkehrs in der Großstadt Hannover, beginnend in den frühen Morgenstunden bis in die folgende Nacht. Neben dem eigentlichen Fahrbetrieb werden Wartungs- und Reparaturarbeiten sowie die Verkehrslenkung thematisiert. Die Leistungsfähigkeit des Systems wird verdeutlicht.

Zehn Jahre später verdeutlicht VERKEHRSPROBLEME EINER STADT, ebenfalls eine Auftragsproduktion der ÜSTRA, dass die verkehrstechnische Infrastruktur wegen des höheren PKW-Aufkommens und gestiegener Mobilität dringend modernisiert werden muss.

U-BAHN, U-BAHN, U-BAHN aus dem Jahr 1968 ist ein kurzes und dynamisches Statement für die Notwendigkeit des U-Bahnbaus in Hannover, produziert von dem Hamburger Filmproduzenten Günther Schnabel.

Neben den verkehrstechnischen Aspekten geben die Filme auch Einblicke in das damalige städtische Leben.

Die Filme werden präsentiert und erläutert von Dr. Peter Stettner.

Kartenverkauf und Reservierungen sind nur über das Kino im Künstlerhaus möglich

Präsentation des Filminstituts Hannover und der GFS
Wegen großer Nachfrage Zusatztermin am 10. Juni 2024
Sophienstr. 2, 30159 Hannover

Hannover in historischen Filmdokumenten:
Der Wiederaufbau

Das Filminstitut Hannover präsentiert historische Filmdokumente aus aus der Zeit des Wiederaufbaus in Hannover. Die Veranstaltung findet im Künstlerhaus, Sophienstraße 2, 30159 Hannover statt und ist die dritte Veranstaltung eine Reihe von Veranstaltungen, die einmal im Monat das Bild der Stadt im 20. Jahrhundert zeigen. Die Filme wurden vom Filminstitut Hannover recherchiert, digitalisiert und aufbereitet. Dr. Peter Stettner moderiert die Veranstaltung und erläutert die historischen Filmdokumente.

Aus der Zeit des Wiederaufbaus werden folgende Filmdokumente gezeigt:

Es beginnt mit HERR SCHMIDT FRAGT SICH DURCH, ein neu entdeckter Film, der im Auftrag der Stadtverwaltung Mitte der 1950er Jahre gedreht wurde. Ein zentrales Anliegen des Films ist es, Skepsis und Bedenken gegenüber dem Fortschritt des Wiederaufbaus auszuräumen. Innerhalb einer Reihe von Wiederaufbaufilmen des Redakteurs und Bildjournalisten Heinz Koberg ist es der erste Tonfilm, so dass Herr Schmidt sich also hörbar durchfragen kann.

Es folgt ALLE MACHEN MIT von 1960, der letzte von Kobergs Wiederaufbau-Filmen, der den Charakter einer stolz vorgetragenen Leistungsschau hat. Bemerkenswert sind neben dem materiellen Wiederaufbau und der Realisierung des Konzepts einer autogerechten Stadt auch das vorgetragene Gesellschaftsbild, vor allem das Frauenbild jener Jahre.

Den Abschluss bildet MOSAIK EINER STADT, ebenfalls von 1960, ein Film des renommierten Dokumentar- und Kulturfilmers Herbert Seggelke. Dieser aufwändig gestaltete Film blickt aus unterschiedlichen Perspektiven auf den Wiederaufbau und lässt durch filmische Mittel und gezielten Musikeinsatz die Brüche und die Anspannung der zunehmend modernen Welt deutlich werden.

Präsentation des Filminstituts Hannover und der GFS
Wegen großer Nachfrage Zusatztermin am 15. Mai 2024
18:00 Uhr im Kino im Künstlerhaus
Sophienstr. 2, 30159 Hannover

Hannover in historischen Filmdokumenten:
Die 1930er Jahre

Das Filminstitut Hannover präsentiert historische Filmdokumente aus den 1930er Jahren aus Hannover. Die Veranstaltung findet im Künstlerhaus, Sophienstraße 2, 30159 Hannover statt und ist die Wiederholung der zweiter Veranstaltung eine Reihe von Veranstaltungen, die einmal im Monat das Bild der Stadt im 20. Jahrhundert zeigen. Die Filme wurdnen vom Filminstitut Hannover recherchiert, digitalisiert und aufbereitet. Dr. Peter Stettner moderiert die Veranstaltung und erläutert die historischen Filmdokumente.

Aus den 1930er Jahren werden folgende Filmdokumente gezeigt:

Es beginnt mit GESICHT EINER STADT von 1932, dem einzigen umfangreichen filmischen Stadtporträt vor dem 2. Weltkrieg.

Es folgen drei kürzere Filmdokumente zu einzelnen Ereignissen:

SPEED…SPEED…MORE SPEED ist eine Produktion der britischen Wochenschau von 1931 und zeigt den spektakulären „Schienenzeppelin“, der zwischen Hannover und Berlin Versuchsfahrten durchführt.

Es folgen zwei Filmdokumente von Amateurfilmern aus Hannover: Familie Beindorff hat ein Gastspiel des Leipziger ZIRKUS STRASSBURGER Anfang der 1930er Jahre in Hannover festgehalten, bei dem u.a. ein Marsch der Zirkustiere durch die hannoversche Altstadt zu sehen ist. Anschließend ist das spektakuläre EILENRIEDERENNEN von 1934 zu sehen, das ein unbekannter Filmemacher gedreht hat und das nebenbei auch Bilder der alten, sehr großen Gaststätte Steuerndieb zeigt.

Abschließend wird der semiprofessionelle Streifen HANNOVER IM VERKEHRSFILM von 1938 gezeigt, ein damaliger Fahrschul-Lehrfilm, in dem die Verkehrsregeln an Beispielen auf Hannovers Straßen erläutert werden und der heute unfreiwillig komisch wirkt.

Nie wieder Krieg!

Käthe Kollwitz (1867-1945), Plakat »Nie wieder Krieg«, 1924

Arbeit mit Filmen gegen Bellizismus und Krieg und für die Belebung pazifistischen Denkens

Im August 1924, um den 10. Jahrestag des Kriegsbeginns, fanden in ganz Deutschland Massendemonstrationen statt, zu denen – seit 1920 jedes Jahr – der Aktionsausschuss der ›Nie wieder Krieg Bewegung‹ aufgerufen hatte.  Mit dem Plakat für die ›Sozialistische Arbeiterjugend‹ in Leipzig schaffte Käthe Kollwitz das bis heute wohl bekannteste deutsche Anti-Kriegsplakat.

15 Jahre später wurde von Deutschland aus der Zweite Weltkrieg entfesselt.

„Von deutschen Boden darf nie wieder Krieg ausgehen“, hat Willy Brandt nach Beendigung dieses Krieges gesagt und mit seiner Entspannungspolitik dazu beigetragen, Kriegsgefahren ein wenig zu minimieren.

Heute dagegen spricht ein amtierender Verteidigungsminister davon, dass die Gesellschaft „kriegstüchtig“ werden müsse. Dazu sollen dann offenbar Zivilschutzübungen in der Schule, die Kinder etwa für Pandemien und Kriege bereitmachen, beitragen.

Auf diesen Seiten wollen wir uns den Forderungen nach einer aktiven Friedensbildung anschließen: Heinz Klippert formuliert dies so:

Endlich [muss]damit begonnen werden, den Frieden vorzubereiten, bestehende Interessengegensätze zu analysieren und anzuerkennen, vertretbare Kompromisse zu suchen, verlorengegangenes Vertrauen wiederaufzubauen und das fatale Gut-Böse-Denken in unserer Gesellschaft zu überwinden. Die Schule kann und muss diese auf Versöhnung, Entspannung und Völkerverständigung gerichtete Denkweise fördern und entsprechende politische und ethische Reflexionen anstoßen.

Wir wollen in den nächsten Wochen und Monaten Materialien für die Arbeit mit Filmen einstellen, die offenbaren, wie Kriege entstehen, die das Grauen eines Krieges deutlich machen und die Folgen eines Krieges offenbaren. Auf diese Weise wollen wir dazu beitragen die Bereitschaft FÜR Frieden zu fördern, damit nicht nur von deutschen Boden nie wieder Krieg ausgeht, sondern viele Menschen sich dafür einsetzen, dass Kriege generell als Verbrechen geächtet werden.

Eine Welt voller Kriege

(Foto: Pixabay)

Medienberichterstattung über Krisen, Konflikte und Kriege

Die Berichterstattung zu weltweiten Krisen und Konflikten und vor allem die Kriegsberichterstattung in den deutschen Leitmedien, nicht nur zum Ukraine-Krieg, wird z.T. massiv kritisiert. Mit dieser aktuellen Auseinandersetzung um politische Deutungshoheit und die Veränderungen in der Kommunikationskultur wollen wir uns hier nicht direkt beschäftigen. Indem wir uns mit Beispielen der Berichterstattung aus der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts befassen, nehmen wir aber natürlich auch Stellung zur aktuellen Diskussion.

Die Kritik von heute ist nicht neu!

Ausgangspunkt für die Darstellung auf diesen Seiten sind Materialien aus den 90er Jahren, als man noch davon ausgehen konnte, dass niemand in Deutschland die Gesellschaft in eine  „kriegstüchtige“ umwandeln wollte und die Hoffnung bestand, dass der erste Teil des Remarque-Satzes und nicht der zweite weitgehend Gültigkeit hätte:

„Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg, bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind, besonders die, die nicht hingehen müssen.“

Niedersächsische Filmgeschichte
Hannoversche Kinogeschichte (neu bearbeitet!)

Anfangs noch als Kuriosum bestaunt, entwickelte sich der Film Anfang des 20. Jahrhunderts schnell zu einem Massenphänomen. So gab es in den 20er Jahren in Hannover schon mehr als 25 Kinos, in denen für Pfennigbeträge die aktuellen Stummfilme zu sehen waren. Diese Entwicklung wurde durch den Zweiten Weltkrieg nur vorübergehend aufgehalten. Die Kinodichte erreichte in den 50er Jahren ihren Höhepunkt, als es in Hannover in nahezu jedem Stadtteil ein eigenes Kino gab und Hannover zur ‚Premierenhauptstadt‘ der Bundesrepublik wurde.


Niedersachsen – ein Hochburg der Spielfilmproduktion in der Nachkriegszeit

Niedersächsische Filmgeschichte
Filmstadt Göttingen

In den Göttinger Filmateliers wurden im Zeitraum 1948 bis 1962 insgesamt 104 Spielfilme produziert. Den größten Teil davon (27 Filme) stellt die Filmaufbau GmbH her. Darüber hinaus wurde Heinz Erhard mit seinen Filmprodukionen zum „Gesicht der Filmstadt Göttingen“. 8 Filme mit dem Schauspieler wurden in Göttingen produziert.

Niedersächsische Filmgeschichte
Hollywood in der Heide

Nach der großen Zeit der Junge Film-Union die von 1947 bis 1951 insgesamt 19 Spielfilme in den Ateliers produziert hatte, entstanden dann noch in den Bendesdorfer Filmateliers bis zum Jahr 2000 56 weitere Spielfilme, ab den späten 70er Jahren vor allem als Co-Produktionen mit öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten.


Materialien zur niedersächsischen und hannoverschen Nachkriegsgeschichte

Jahre des Aufbaus
Die ersten Jahre des Landes Niedersachsen

Wege aus dem Chaos
Materialien zu hannoverschen Nachkriegsgeschichte

Neuaufbau, nicht Wiederaufbau!
Stadtentwicklung in den 50er und frühen 60er Jahren


Grundlagen
Filmanalyse-Tool
‚Lichtblick‘

Lichtblick ist ein digitales Werkzeug zur Kommentierung, Strukturierung und Analyse von Bewegtbildern. Das Tool ermöglicht die unkomplizierte Erstellung und Weitergabe filmbezogener Aufgaben, die von Lernenden handlungsorientiert bearbeitet und als interaktive Arbeitsergebnisse gespeichert werden können.
Die Software läuft ohne Installation in jedem modernen Browser, auf Ihrem Mobilgerät, Tablet oder Desktop-Rechner.

>>> Arbeit mit dem Filmanalyse-Tool „Lichtblick“


Interaktive Bildungspakete für den Unterricht

Die interaktiven Filmpakete orientieren sich an den historisch-kritischen Filmanalysemodellen von Helmut Korte, Gerd Albrecht und Detlef Endeward. Sie enthalten neben dem Film interaktive Module für die historisch-kritische Filmanalyse, die von den Schülerinnen und Schülern auch als Selbstlernangebote bearbeitet werden können.

Arbeitshinweise und Vorschläge für Unterrichtseinheiten

Die Unterrichtseinheiten sind sowohl für den Sekundarbereich I als als auch den Sekundarbeitreich II entwickelt worden.
Gegenwärtig sind vor allem Themen zur Geschichte der Weimarer Republik, zur unmittelbaren Nachkriegsgeschichte und zur Geschichte der 50er Jahre bearbeitet worden.


Kontextmaterialien zur Geschichte der Weimarer Republik

Informationen und Materialien zur Geschichte der IG Farben

Die IG Farben, das ehemals größte Chemieunternehmen der Welt, war untrennbar mit dem Aufstieg und den Verbrechen der Nationalsozialisten verbunden. Die IG Farben verdiente in großem Ausmaß  am Krieg. Den dafür Verantwortlichen wurde nach 1945 in Nürnberg der Proszess gemacht, aber sie kamen mitgeringen Strafen davon und konnten ihre Karriere in der Bundesrepublik zumeist fortsetzen.


Die NSDAP und ihre politischen Wegbereiter auf dem Weg zur Diktatur

Der Aufmarsch der „nationalen Front“ 1931 in Bad Harzburg war eine öffentliche Zurschaustellung des nationalistischen Bündnisses gegen die Demokratie der Weimarer Republik und für den Weg zu Diktatur. Diese hier öffentlich wahrnehmbare Allianz offenbarte, dass sich der Faschismus  aus einem Konglomerat von verschiedenen konservativen, nationalistischen und  völkischen Bewegungen, Verbänden, Parteien und industriellen Interessenorganisationen entwickelte.


Politik und Ökonomie am Ende der Weimarer Republik

Die Krise der Jahre 1929 bis 1933 ist nicht ausschließlich als eine Wirtschaftskrise zu begreifen, wenn diese auch die Grundlage darstellte, sondern als eine umfassende Systemkrise. Im Faschismus trafen sich „Lösungs“strategien der völkischen und national-konservativen „Eliten“ der Weimarer Republik mit den Interessen von Großindustrie und  Großgrundbesitz. Das Ergebnis waren politischer Terror, Holocaust  und Krieg


Freizeit und Massenkultur in den 20er Jahren

In den Bereichen Arbeit und Beruf, Wohnen, Freizeit und städtischer Raum setzten sich seit Ende des 19. Jahrhun­derts, besonders verstärkt aufgrund der politischen Veränderungen nach dem Ersten Weltkrieg, strukturelle Veränderungen durch. Die alltägliche Lebensweise der Menschen wurde mehr denn je vom kapitalistischen Marktmechanismus bestimmt. Diese Entwicklung vollzog sich aber keineswegs einheitlich. Eine hochkommerzialisierte Kultur-, Freizeit- und Verkehrsindustrie durchdrang, überlagerte und verdrängte traditionelle Wahrnehmungsweisen und kulturelle Praxisformen. Technik, Tempo und Idole, Werbung, Massen, Sensationen: Ein >Gefühl der Befreiung aus nachbarschaftlicher Bevormundung und traditionaler Einbindung< trieb sie, ob BürgerIn, ob ArbeiterIn, zu den neuen Freizeitangeboten.