Materialien zur niedersächsischen Nachkriegsgeschichte

Zur Materialsammlung

Die hier zusammengestellte Materialsammlung dient der Kontextualisierung der Filme. Sie bietet Beiträge sowie  Text- und Bilddokumente zu zentrale Aspekten der niedersächsischen Landesgeschichte in den ersten Nachkriegsjahren. Die Materialen ermöglichen, die zeitgenössischen Filme in ihrem politischen, ökonomischen und kulturellen Umfeld zu verorten und sie bieten für die Arbeit mit den retrospektiven filmischen Geschichtsdarstellungen notwendige inhaltliche Ergänzungen und Hintergründe. 


Mangel an Allem

Die wirtschaftliche Situation in Niedersachsen stellt sich für den Chef der Provinzmilitärregierung, Brigardier Lingham, im November 1945 wenig hoffnungsvoll dar:

Es herrscht ein derartiger Mangel an allen lebenswichtigen Gütern, daß der Schatten einer Katastrophe sich drohend am Horizont abzeichnet. (…) Es wird keine Kohle für den privaten Haushaltsverbrauch geben und nur sehr beschränkte Mengen für öffentliche Dienste und lebenswichtige Betriebe. (…) Das bedeutet ferner, daß der Stromverbrauch in Privathäusern auf das Äußerste eingeschränkt wird. (…) Was Treibstoff anbetrifft, so hoffen wir, bei größter Sparsamkeit genügende Mengen zur Verfügung zu haben, um den dringenden Bedarf zu decken. (…) Auf dem Gebiete der Ernährung werden wir uns glücklich schätzen können, wenn es uns gelingen sollte, die gegenwärtig schon unzureichenden Lebensmittelrationen beizubehalten. (… Die Wiederherstellung beschädigter Häuser muß unermüdlich betrieben werden. Wir können in dieser Beziehung niemals genug tun.

Aus: HStA Hannover, Hann. 80 Lbg. III XXiX 516. Zitiert nach: Rolf Keller: Wirtschaft und Ernährung, in: Wege aus dem Chaos. Niedersachsen 1945 – 1949. Begleitheft zur Ausstellung, hrsg. von der Niedersächsischen Landeszentrale für politische Bildung und dem Historischen Museum der Landeshauptstat Hannover, Hannover 1985, S. 77-94, hier: S 77)

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