Faschismus in Deutschland

Faschismus in Deutschland

Adolf Hitler besteigt beim Reichserntedankfest die Rednertribüne nach dem Gang auf dem „Führerweg“, einem erhöhten Mittelweg (1933) Autor unbekannt – https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/adn_h36/0025, CC BY-SA 4.0

Ausgehend von der  Auseinandersetzung mit Filmen widmen wir uns auf diesen seiten verschiedenen Aspekten zur Geschichte des Faschismus in Deutschland. Derzeitig finden sie hier vor allem eine erste Auswahl von Spielfilmen und begleitende Materialien zum Holocaust.

Wir wollen hier zukünftig darüber hinaus dem Widerstand gegen den Faschismus besondere Aufmerksamkeit widmen, uns mit dem faschistischen Terrorsystem in Deutschland befassen und dabei die sozio-ökonomischen Bedingungen thematisieren.. Schließlich gehört auch die Ausseinandersetzung mit NS-Propaganda im Film zu diesem Themenfeld.

Mit dieser inhaltlichen Akzentuerung ergänzen wir die durch die Kerncurricula vorgegebenen Inhalte und Themen, die u.a. notwendig sind, um verstehen zu können, wie es zum faschismus kommen konnte , was den Faschismus ausmachte und wie in der Nachkriehgszeit mit dem „Erbe des Faschismus“ in Deutschland umgegangen wurde.


Eine Massentrauung von 50 nationalsozialistischen Paaren in der Lazaruskirche in Berlin.
Bundesarchiv, Bild 102-14745/Georg Pahl

Täter – Opfer – Mitläufer

Zahllose neuere „Dokumentationen“ und Edutainment-Beiträge im TV widmen sich vor allem „Hitler und seine …“ Aber es gab nicht nur diese Wenige. Und die große Zahl der Täter/innen konnten ihre Taten ohne die Millionen Mitläufer und Weggucker nicht vollbringen. Zu leiden hatten die unzähligen Opfer…

Der russische Regisseur Michail Rom geht in seinem Film der Frage nach wie aus zivilisierten Menschen gewöhnliche Faschisten werden konnten? Die hier ausgewählten Filme tragen dazu bei, sich mit dieser Frage zu beschäftigen – und mit den Terrorsystem, in dem „liebenswerte und glückliche Menschen“ zu Barbaren wurden, andere „liebenswerte und glückliche Menschen“ zu teilnahmelosen Wegguckern und letztlich wiederum andere „liebenswerte und glückliche Menschen“ zu Opfern des Terrors.

NS-Propaganda im Spielfilm

Ziel dieses Themenbereichs ist, Schülerinnen und Schüler über die Propaganda des Naziregimes aufzuklären und für Werte einer demokratischen Gesellschaft wie Toleranz und Menschenrechte zu sensibilisieren. Der Fokus liegt auf der Analyse der Machart und den Intentionen der jeweils rassistischen, volksverhetzenden und kriegsverherrlichenden NS-Filme.

Für die jeweils konkrete Auseinandersetzung mit den Filmen sind  darüber hinaus Hintergrundinformationen und Kontextmaterialien erforderlich, die hier ebenfalls angeboten werden.

Widerstand gegen den Faschismus

Schon in der Weimarer Republik gab es Menschen und Organisationen, die die Gefahren des Faschismus erkannt und dagegen ankämpften. Mit dem 30. Januar 1933 begann die systematische Verfolgung politischer Gegner und setzten Menschen ihr Leben auf Spiel im Kampf gegen den Faschismus: der Widerstand im Alltag (Zivilcourage), die Opposition von Jugendlichen, der Widerstand aus christlichen Motiven, der organisierte Widerstand z.B. der Arbeiterorganisationen und – sehr spät – der militärische Widerstand. In zahlreichen Filmen wird darüber berichtet und an die handelnden Menschen erinnert. 
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Sophie Scholl, Cato Bontjes van Beek, Georg Elser u.a.

Sophie Scholl kennt in Deutschland fast jeder Schüler/jede Schülerin. Ihr Schicksal wurde und wird im Geschichtsunterricht stellvertretend für den Mut einzelner Menschen im Widerstand gegen den Faschismus behandelt. Cato Bontjes van Beek kennt fast niemand – an ihr viel zu kurzes Leben erinnert eine Dokumentation aus dem Jahre 2009. Georg Elser ist vor wenigen Jahren erst durch Filme wieder in das öffentliche Bewusstsein der deutsch Gesellschaft gelangt.

Nur drei Beispiele für die vielen, aber insgesamt viel zu wenigen Menschen, die wagten, zwischen 1933 bis 1945 gegen den Faschismus aufzubegehren. Die ausgewählten Filme erinnern an diese Menschen und zeigen, was möglich war und welche Konsequenzen diese mutigen Menschen zu erleiden hatten.

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Darstellung des Undarstellbaren

Der Holocaust lässt sich nicht verfilmen“ – ein Diktum, dem wir zustimmen, wenn man damit meint, den mit dem Holocaust verbundenen Massenmord filmisch nicht angemessen darstellen zu können.

Es stimmt aber auch, dass in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Spielfilme – fast immer in aufklärerischer Absicht – hergestellt worden sind, die mit verschiedenen Techniken des Inszenierens ein Bild des Holocaust zeichnen. Diese Filme wurden und werden vielfältig in der Bildungsarbeit eingesetzt oder finden ein Millionenpublikum im Kino oder Fernsehen. Sie prägen so die Vorstellung vom Holocaust nachhaltig. Einige dieser interantionalen populären Spielfilme, die stark die Diskussion über die Darstellung des Undarstellbaren beeinflusst haben, sollen hier dargestellt und untersucht werden.

Die Auswahl ergibt sich einerseits aus einer Einschätzung der jeweiligen Relevanz, andererseits aus der Verfügbarkeit für die nichtkommerzielle Bildungsarbeit. Zu den Filmen gibt es jeweils eine Filmografie und eine Kurzbeschreibung der Filme, ein ausführliches Protokoll, Kritiken, Materialien sowie Hinweise zu besonderen Merkmalen und zum Einsatz in der Bildungsarbeit. 

Filme gegen das Vergessen ?

 

In den ersten Jahren nach Ende des Zweiten Weltkriegs sind in Deutschland bis 1950 75 Spielfilme produziert worden. Darunter waren auch einige Filme, die sich mit der Verfolgung und Vernichtung der Jüdinnen und Juden in Europa befassten und in diesem Kontext von jüdischer Erfahrung erzählten. Sie taten dies aus sehr unterschiedlichen Perspektiven und mit verschiedenen Erzählweisen. Die Reaktionen des Kinopublikums waren dagegen selten positiv.

So lohnt eine Auseinandersetzung mit diesen Filmen in zweifacher Hinsicht:

Als filmische Geschichtserzählung erinnern sie an das Grauen des faschistischen Terrors und das Leid der Verfolgten und liefern sie uns Stellungnahmen zu diesem Kapitel deutscher Geschichte.

Im Kontext mit den zeitgenössischen Reaktionen auf diese Filme – in der Filmkritik und beim Kinopublikum – erfahren wir etwas über die Mentalität der Menschen, über ihre Bereitschaft oder ihr Unvermögen sich mit dieser Vergangeneheit und ihrer Schuld auseinanderzusetzen.

Und sind diese Film auch heute noch Filme gegendas vergessen?

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Der Tod ist ein Meister aus Deutschland

Unter diesem Thema beschäftigen wir uns mit dokumentarischen Filmen und untersuchen, wie sie den Holocaust  behandeln und wie sie die Fragen nach Ursachen, Bedingungen und Folgen beantworten – oder auch nicht!

 

Vor aller Augen

„Das haben wir nicht gewusst!“ war lange Zeit eine Selbstschutz-Behauptung vieler Menschen, die die Zeit des Faschismus in Deutschland bewusst erlebt haben. Unabhängig vom nur konkret nachweisbaren individuellen Wissen, Unwissen und/oder Verdrängen der Vernichtung von Millionen Menschen in den Konzentrationslagern gilt sicher allgemein: Ausgrenzung, Verfolgung und schließlich die Deportation fanden vor aller Augen statt. Auch die Pogrome, wie die sog. Reichskristallnacht“ fanden nicht im Verborgenen statt. Davor konnte man sich nicht verschließen – man konnte nur, wenn man den Maßnahmen nicht zustimmte, vermeiden Fragen zu stellen.

Wir stellen diese Fragen und thematisieren die in aller Öffentlichkeit erfolgten Maßnahmen anhand einiger dokumentarischer Filme, die sich mit „der (Selbst)Lüge und dem Tod“ beschäftigen.

An den Fenstern jüdischer Geschäfte werden von Nationalsozialisten Plakate mit der Aufforderung „Deutsche, wehrt euch, kauft nicht bei Juden“ angebracht.
Nach dem faschistischen antisemitischen Pogrom vom 9./10. November 1938 wurden etwa 30 000 Juden verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt.

Raub und Krieg – beste Gewinnaussichten: Business as usual?

Deutsche Unternehmen profitierten bei der sog. „Arisierung“, dem Raubmord an der jüdischen Bevölkerung. Die deutsche Rüstungskonzerne, die IG-Farben und andere „kriegswichtige“ Unternehmen erziehlten gewaltige Profite durch Aufrüstung und Krieg und profitieren so am Tod von Millionen Menschen. Ihre guten Geschäftsbeziehungen zu US-Konzernen blieben dabei manchmal im Interesse beider Seiten bestehen: eben business as usual oder Proifit über alles…

Wir beschäftigen uns mit einigen – wenigen – Filmen, die sich mit diesem Sachverhalt auseinandersetzen. Exemplarischer Schwerpunkt ist dabei die Beschäftigung mit der IG-Farben.