Über Parteilichkeit in der Spielfilmregie
Kurt Maetzig begründete 1951 die Parteilichkeit im Spielfilm als notwendige Konsequenz jeder künstlerischen Deutung gesellschaftlicher Wirklichkeit. Sein Wahrheitsanspruch war vom orthodoxen Marxismus-Leninismus der frühen DDR geprägt. Zugleich warnte er vor Schematismus und politischer Belehrung. Der Beitrag untersucht diese Widersprüche und fragt, wodurch sich offen erklärte Parteilichkeit von Propaganda unterscheidet: durch Transparenz der Absichten, Überprüfbarkeit der Aussagen und die Möglichkeit eigenständiger Urteilsbildung.