Neuaufbau der Polizei
Germany Under Allied Occupation 1945
Deutschland unter alliierter Besatzung, 1945: Major H. P. G. L. O’Connor von der Abteilung für öffentliche Sicherheit der alliierten Militärregierung inspiziert in Hannover eine Reihe neu eingestellter Polizisten. An der Seite von Major O’Connor befindet sich Irwin Barth, der ab April 1945 Polizeipräsident von Hannover war. Barth hatte dieses Amt bereits von 1928 bis 1933 innegehabt, bevor er von Hitler entlassen wurde.

Filmstill aus NIEDERSACHSEN’45
Bedeutsam, aber auch problematisch für die weitere politische Entwicklung, war die Reorganisation des Polizeiwesens, war doch die Polizei im nationalsozialistischen Staat Bestandteil des Terrorsystems. Deshalb mußte der größte Teil der Beamten auch aus dem Dienst entlassen werden. Zunächst wurde lediglich eine Hilfspolizei ohne Uniform und ohne Waffen aufgestellt. Die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung lag in der Hand der Besatzungstruppen.
Die britische Militärregierung war allerdings daran interessiert, die deutsche Polizei schnell wieder funktionsfähig zu machen. Im September 1945 wurden verbindliche Richtlinien für die Reorganisation der Polizei erlassen. Diese sollte danach ausschließlich eine Vollzugseinrichtung sein. Die Aufgaben der ehemaligen Verwaltungspolizei wurden anderen Behörden übertragen. Es verblieben die Schutz- und Kriminalpolizeilichen Aufgaben, und da gab es viel zu tun: Verbrechensbekämpfung und -vorbeugung, Schwarzmarktkontrollen (Razzien), Vollzugsdienste für deutsche und britische Behörden (beispielsweise bei Zwangseinweisungen), Verkehrskontrollen etc.
Der Neuaufbau litt allerdings erheblich unter einem großen Personalmangel. Und die wenigen zur Verfügung stehenden Beamten waren zudem häufig nur unzureichend ausgebildet oder im Polizeidienst unerfahren.
