Adler-Lichtspiele

Podbielskistraße 92 (heute 208)   
Betreiberin: Lilly Rodewald
Architekten: P. O. Knackstedt (1945–47); Arnold Leisler (1955)
Wiedereröffnet am 24.7.1945 mit DIE SCHWEDISCHE NACHTIGALL
Sitzplätze: 500
Geschlossen am 28.12.1967, abgebrochen, heute Wohnhaus-Neubau

Schon 1923 wird das Kino in einem Gasthaussaal eingerichtet. In den Tanzsaal mit einfachen Gartenstühlen und frei hängender Leinwand zieht 1945 ein zeitgemäßes Kino mit 500 Plätzen ein. Bereits ein Jahr nach der Wiedereröffnung beginnt die neue Betreiberin Lilly Rodewald mit Umbauarbeiten bei laufendem Betrieb. Den in schlichtem Weiß gehaltenen Kassenraum betritt der Besucher durch einen von zwei Säulen getragenen Vorbau. Das zartgrüne Foyer bekommt durch kleine Plauderecken mit Sesseln, Tischen und Stühlen und auffallend geformten Leuchtröhren eine anheimelnde Atmosphäre. Die Seitenwände des Zuschauerraums sind in rotem Rauhputz ausgeführt, von dem sich die Stuckarbeiten in Blattsilber abheben, die alte Holzdecke ist beige gestrichen. Zehn gelbe Wandleuchten erfüllen den Raum mit warmen Licht. Die rötliche Bestuhlung und der silbergraue Vorhang fügen sich harmonisch in den farbigen Rahmen des Raums ein.

Bereits 1955 werden die Adler-Lichtspiele von Grund auf renoviert: »Die Wände des Zuschauerraums wurden mit gestepptem, beigefarbenem Adretta bespannt, die Decke besteht aus hellblauen Akustikplatten. Nach vorn schließt ein königsblauer Seidenvelours-Vorhang den Raum ab. Die Wände sind mit fünfarmigen Fischer-Kinoleuchten bestückt« (Der neue Film 60/1955).

Pläne:

StadtAH, 1.NR.6.03, Nr. 273 und 274


Literatur:

Der neue Film 60/1955

»Es war eine tolle Zeit.« Ein Kinopionier erinnert sich: In den fünfziger Jahren betrieb Walter Pieper zusammen mit seiner Lebensgefährtin Lilly Rodewald in der List die »Adler Lichtspiele«, in: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 21.10.1999

Johanna Di Blasi: Bittersüße Heimatfilme waren die Kassenschlager, in: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 23.12.1999

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