Kategorie: Autoren

Modelle für eine neue Gesellschaft?

Modelle für eine neue Gesellschaft?

Der Beitrag untersucht, wie frühe DEFA-Spielfilme gesellschaftliche Zukunftsentwürfe nach 1945 formulieren. An Freies Land und Grube Morgenrot zeigt er, wie Bodenreform, Vergesellschaftung und Planwirtschaft filmisch als Modelle des Neubeginns entworfen werden – und welche Widersprüche zwischen gesellschaftlicher Erfahrung und politischem Anspruch dabei sichtbar werden.

Formen der Wahrnehmung der Gegenwart

Formen der Wahrnehmung der Gegenwart

Der Beitrag untersucht, wie Spielfilme der frühen Nachkriegszeit die Wahrnehmung der Gegenwart inszenieren. Fensterblicke, Dunkelheit, Rummelplätze und gestörte Wahrnehmungen stehen für Verunsicherung und Realitätsflucht. Am Beispiel von Wozzeck und Nachtwache wird sichtbar, wie Hinsehen, Wegsehen und Verdrängen zu zentralen Deutungsmustern der Nachkriegsgesellschaft werden.

Die geschichtliche Organisation der Arbeitsvermögen

Negt und Kluge begreifen Arbeitsvermögen als historisch entstandene menschliche Fähigkeiten. Mit Marx und Sohn-Rethel wird sichtbar, wie sie im Stoffwechsel mit der Natur entwickelt, gesellschaftlich organisiert, getrennt und hierarchisiert werden. Ihr Eigensinn verweist zugleich auf Möglichkeiten, die über ihre kapitalistische Verwertung hinausreichen.

Politische Bildung zwischen kritischer Urteilsfähigkeit und gesellschaftlicher Bestandssicherung

Politische Bildung schützt Demokratie nicht dadurch, dass sie Menschen auf die bestehende Ordnung verpflichtet. Sie stärkt Demokratie, indem sie Menschen befähigt, gesellschaftliche Verhältnisse einschließlich ihrer Macht-, Herrschafts- und Eigentumsverhältnisse kritisch zu verstehen, begründet zu beurteilen und demokratisch handelnd zu verändern.

Film nicht nur sehen – Film machen

Aktive Film- und Videoarbeit macht kulturelle und mediale Gestaltung praktisch erfahrbar. Wer selbst filmt, wählt aus, gestaltet und erzeugt Bedeutungen. Im Zusammenspiel von Wahrnehmung, Erfahrung, Produktion, Öffentlichkeit und Reflexion wird Filmpraxis zu einem besonderen Feld kultureller und demokratischer Bildung.

Kulturelle Kompetenz

Kulturelle Kompetenz bezeichnet die Fähigkeit, kulturelle Ausdrucksformen als gesellschaftlich und historisch hervorgebrachte Formen der Wahrnehmung, Erfahrungsverarbeitung und Bedeutungsproduktion zu verstehen, ihre ästhetischen, medialen und hegemonialen Strukturen kritisch zu reflektieren, unterschiedliche und widersprüchliche Deutungen auszuhalten und durch eigene kulturelle Praxis an gesellschaftlichen Verständigungs- und Gestaltungsprozessen teilzunehmen.

Demokratie: Gesellschaftsverhältnis – Lebensweise – Verhaltensweise

Demokratie als Verhaltensweise setzt bei Beziehungen, Konflikten und Entscheidungen an. Demokratie als Lebensform fragt nach den Bedingungen demokratischer Selbstbestimmung. Gesellschaftskompetenz verbindet beide Ebenen: Demokratie erfahren, Machtverhältnisse verstehen und gesellschaftliche Veränderung gemeinsam gestalten können.

Wirtschaft heute – Kommentare und Essays zu aktuellen Entwicklungen

Diese Rubrik analysiert aktuelle wirtschaftspolitische Debatten aus einer kritisch-politökonomischen Perspektive. Medienberichte und Kommentare werden eingeordnet, unterschiedliche ökonomische Ansätze verglichen und ihre gesellschaftlichen Folgen diskutiert. Ziel ist es, zum Nachdenken, Widersprechen und eigenständigen Urteilen anzuregen.

Wirtschaft ist kein Naturgesetz, sondern ein demokratisch gestaltbarer Gesellschaftsbereich

Wirtschaft ist kein Naturgesetz, sondern ein demokratisch gestaltbarer Gesellschaftsbereich

Eine demokratisierte Ökonomie erweitert Demokratie über den politischen Raum hinaus. Ökonomische Kompetenz befähigt Menschen, Wirtschaft nicht nur als gegebenes System zu verstehen, sondern als gesellschaftlich gestaltbaren Bereich, in dem Fragen von Macht, Eigentum, Gerechtigkeit und Zukunftsfähigkeit entschieden werden.

Die Bedeutung der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) für das Konzept der Gesellschaftskompetenz

BNE ist ein wichtiger Bezugspunkt des Konzepts der Gesellschaftskompetenz, reicht für dieses aber nicht aus. Gesellschaftskompetenz fragt darüber hinaus nach historischer Gewordenheit, kapitalistischer Produktionsweise, Interessen, Eigentum sowie Macht- und Herrschaftsverhältnissen. Ihr emanzipatorischer Anspruch zielt darauf, gesellschaftliche Verhältnisse kritisch zu verstehen, Alternativen zu denken und demokratische Handlungsmöglichkeiten für eine nachhaltige, gerechte, friedliche und solidarische Gesellschaft zu entwickeln.

Politische Kompetenz

Demokratiekompetenz beschreibt die Fähigkeit, sich innerhalb einer demokratischen Ordnung zu orientieren und zu handeln. Der „politische Mensch“ (O. Negt) fragt hingegen nach den gesellschaftlichen Voraussetzungen, unter denen Demokratie überhaupt möglich ist oder gefährdet wird. Deshalb gehören im Konzept der Gesellschaftskompetenzen die Analyse von Arbeit, Kapital, Eigentum, Staat, Öffentlichkeit, Medien und Macht nicht an den Rand der politischen Kompetenz, sondern in ihr Zentrum. Dadurch unterscheidet sich dieser Ansatz grundlegend von Kompetenzmodellen, die politische Bildung primär als Vermittlung demokratischer Werte, Einstellungen und Partizipationsfähigkeiten verstehen.

Vom Kerncurriculum zur Kompetenzdimension im Konzept der Gesellschaftskompetenzen

Vom Kerncurriculum zur Kompetenzdimension im Konzept der Gesellschaftskompetenzen

Der Beitrag zeigt die enge Anschlussfähigkeit des Kerncurriculums Werte und Normen an das Konzept der Gesellschaftskompetenzen. Philosophische Kompetenz wird dabei als reflexive Grundlage verstanden, die Werturteilsbildung, ethische Orientierung und gesellschaftliche Handlungsfähigkeit miteinander verbindet.