Kategorie: Autoren

Volkswagen als gesellschaftlicher Komplex

Volkswagen ist mehr als ein Autobauer. Am Beispiel des Konzerns lassen sich grundlegende gesellschaftliche Zusammenhänge untersuchen: Kapital und Lohnarbeit, Eigentum und Verfügungsmacht, Staat und Mitbestimmung sowie die weltweite Organisation von Produktion und Märkten. Fünf Zugänge eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf die Frage, wer wirtschaftliche Entscheidungen trifft und wer mit ihren Folgen leben muss.

Autokrise: Wer soll die Rechnung bezahlen?

Die „Krise des Standorts Deutschland“ wabert schon länger durch die Berichterstattung. Die Autokrise verstärkt dieses Framing: Produktion sei zu teuer, Beschäftigte müssten länger arbeiten, der Staat solle helfen. Gleichzeitig drohen Konzerne mit Verlagerungen und Werksschließungen. Wer entscheidet, wer zahlt – und wer trägt die Folgen?

Plädoyer für sozialpsychologische Fragen an die Film- und Kinogeschichte

Wie verändert Film unsere Wahrnehmung von Wirklichkeit? Bettina Greffrath verbindet Filmgeschichte mit einer Geschichte des Sehens. Mit John Franklin aus Sten Nadolnys Die Entdeckung der Langsamkeit fragt sie nach Beschleunigung, dem „starren Blick“ und der zunehmenden Vorstrukturierung unserer Wahrnehmung durch bewegte Bilder. Dem setzt sie die Möglichkeit des Films als „Schule des Sehens“ entgegen: Filme können Zeit und Raum für genaues Hinschauen, eigene Entdeckungen, Vorstellungskraft und Denken eröffnen. Der Text liefert damit einen wichtigen sozialpsychologischen Zugang zum Verhältnis von Film, Wahrnehmung, Erfahrung und gesellschaftlicher Entwicklung.

Britische Filmpolitik und westdeutscher Nachkriegsfilm am Beispiel der JFU

Welche Filme konnten in der britischen Besatzungszone entstehen – und welchen Einfluss nahmen die britischen Kontrollbehörden auf die Auswahl der Stoffe? Peter Stettner rekonstruiert am Beispiel der Jungen Film-Union (JFU), wie Rohfilmmangel, Vorzensur und Reeducation-Vorstellungen die ersten Filmprojekte beeinflussten. Dabei werden auch die Entstehungsbedingungen von Menschen in Gottes Hand, Wege im Zwielicht und Die Söhne des Herrn Gaspary sichtbar.

Lernwerkstätten im Netz (2004)

Lernwerkstätten im Netz (2004)

Ein Modell für praxisbegleitende Lehrerfortbildung Wolf-Rüdiger Wagner / Detlef Endeward (2004) Das Stichwort „Lernwerkstätten im Netz“ steht für einen Weg, der im Aktionsprogramm „n-21: Schulen in Niedersachsen online“ wurde, um Lehrkräfte durch die Bereitstellung von Unterrichtskonzepten, multimedialen Lernumgebungen sowie Beratungs-...

Das Projekt ‚Lernwerkstatt Film und Geschichte‘

Das Projekt ‚Lernwerkstatt Film und Geschichte‘

Nachdenken über die Lernwerkstatt Aus der Arbeit in und mit der Lernwerkstatt entsteht das Nachdenken über die Lernwerkstatt selbst. Wir beginnen mit Gegenüberstellungen, mit den Anfängen von „(K)einer Geschichte der Lernwerkstatt“ und mit der Dokumentation von Quellen zu ihrer Geschichte....

Beobachtungen zwischen den Landtagswahltagen – am Tag „unbedeutender“ Kommunalwahlen

Drei Beobachtungen an einem Kommunalwahlsonntag führen zu einer grundsätzlichen Frage: Wenn Umfragen Wahlen simulieren, wirkliche Wahlen zu „Stimmungstests“ werden und Ergebnisdarstellungen schon vor der Auszählung politische Sichtbarkeit ordnen – welches Verständnis von Journalismus und Demokratie zeigt sich darin? Eine Spurensuche nach Deutungsmacht, Interessen und gesellschaftlicher Gestaltungsmacht.

Völlig neutral – selbstverständlich!

Kann Unterricht neutral und voraussetzungslos sein? Die Glosse treibt den Anspruch auf Paradigmenfreiheit bis zum erkenntnistheoretischen Perpetuum mobile. Denn schon Fragen, Begriffe, Auswahl und Gewichtung setzen Perspektiven voraus. Nicht Perspektivlosigkeit ist deshalb das Ziel, sondern die Fähigkeit, eigene Voraussetzungen offenzulegen, andere Sichtweisen einzubeziehen und begründet zu urteilen.

6. September 2026: In Sachsen-Anhalt wurde gewählt

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist Anlass für eine fortlaufende Analyse, die über Wahlergebnisse und Parteien hinausfragt. Im Mittelpunkt stehen gesellschaftliche Erfahrungen, politische und mediale Deutungen sowie die Frage, ob sich in den Wahlergebnissen Risse einer bisherigen kulturellen Hegemonie zeigen – und welche neuen Erzählungen an ihre Stelle treten könnten.

Die Wahl ist vorbei – die Erklärungen waren schon vorher da

Noch bevor das Wahlergebnis vollständig verarbeitet ist, stehen die Erklärungen bereit. Politiker, Tagesschau und alternative Medien ordnen die Wahl jeweils in ihre eigenen Deutungsmuster ein. Der Kommentar fragt deshalb nicht zuerst, warum Menschen AfD gewählt haben, sondern nach dem Zusammenhang von gesellschaftlicher Erfahrung, politischer Deutung und Wahlentscheidung – und macht dabei auch das eigene Paradigma zum Gegenstand der Kritik.

Wenn die alte Erzählung nicht mehr trägt

Die Wahl in Sachsen-Anhalt wird als Moment einer Entwicklung betrachtet, die weit über das Land hinausweist. Wenn die bisher hegemoniale Erzählung von Wachstum, Wettbewerb, Eigenverantwortung und politischen Sachzwängen immer weniger mit gesellschaftlichen Erfahrungen übereinstimmt, entstehen Risse. Mit Negt und Freire fragt der Beitrag, warum davon gegenwärtig eher autoritäre Versprechen von Sicherheit und Ordnung profitieren als emanzipatorische Zukunftsentwürfe.

Wahlabend in Sachsen-Anhalt

Noch ist der Wahlabend nicht vorbei, das endgültige Ergebnis steht nicht fest. Trotzdem werden bereits Ursachen benannt, Wähler erklärt und politische Konsequenzen verkündet. Dieser Beitrag verweigert sich der vorschnellen Gewissheit. Er hält inne, formuliert Fragen und erste Hypothesen. Die eigentliche Analyse folgt, wenn es etwas zu analysieren gibt.