Kategorie: Autoren

Politische Bildung zwischen kritischer Urteilsfähigkeit und gesellschaftlicher Bestandssicherung

Politische Bildung schützt Demokratie nicht dadurch, dass sie Menschen auf die bestehende Ordnung verpflichtet. Sie stärkt Demokratie, indem sie Menschen befähigt, gesellschaftliche Verhältnisse einschließlich ihrer Macht-, Herrschafts- und Eigentumsverhältnisse kritisch zu verstehen, begründet zu beurteilen und demokratisch handelnd zu verändern.

Film nicht nur sehen – Film machen

Aktive Film- und Videoarbeit als kulturelle Praxis Detlef Endeward (08/2026) Die besondere Bedeutung des Films für die Ausbildung kultureller Kompetenz erschließt sich nicht allein durch Filmanalyse. Sie zeigt sich ebenso in der eigenen filmischen Praxis. Film sehen, Film analysieren und...

Kulturelle Kompetenz

Kulturelle Kompetenz bezeichnet die Fähigkeit, kulturelle Ausdrucksformen als gesellschaftlich und historisch hervorgebrachte Formen der Wahrnehmung, Erfahrungsverarbeitung und Bedeutungsproduktion zu verstehen, ihre ästhetischen, medialen und hegemonialen Strukturen kritisch zu reflektieren, unterschiedliche und widersprüchliche Deutungen auszuhalten und durch eigene kulturelle Praxis an gesellschaftlichen Verständigungs- und Gestaltungsprozessen teilzunehmen.

Demokratie: Gesellschaftsverhältnis – Lebensweise – Verhaltensweise

Demokratie als Verhaltensweise setzt bei Beziehungen, Konflikten und Entscheidungen an. Demokratie als Lebensform fragt nach den Bedingungen demokratischer Selbstbestimmung. Gesellschaftskompetenz verbindet beide Ebenen: Demokratie erfahren, Machtverhältnisse verstehen und gesellschaftliche Veränderung gemeinsam gestalten können.

Wirtschaft heute – Kommentare und Essays zu aktuellen Entwicklungen

Diese Rubrik analysiert aktuelle wirtschaftspolitische Debatten aus einer kritisch-politökonomischen Perspektive. Medienberichte und Kommentare werden eingeordnet, unterschiedliche ökonomische Ansätze verglichen und ihre gesellschaftlichen Folgen diskutiert. Ziel ist es, zum Nachdenken, Widersprechen und eigenständigen Urteilen anzuregen.

Wirtschaft ist kein Naturgesetz, sondern ein demokratisch gestaltbarer Gesellschaftsbereich

Wirtschaft ist kein Naturgesetz, sondern ein demokratisch gestaltbarer Gesellschaftsbereich

Eine demokratisierte Ökonomie erweitert Demokratie über den politischen Raum hinaus. Ökonomische Kompetenz befähigt Menschen, Wirtschaft nicht nur als gegebenes System zu verstehen, sondern als gesellschaftlich gestaltbaren Bereich, in dem Fragen von Macht, Eigentum, Gerechtigkeit und Zukunftsfähigkeit entschieden werden.

Die Bedeutung der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) für das Konzept der Gesellschaftskompetenzen

Die Bedeutung der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) für das Konzept der Gesellschaftskompetenzen

Gemeinsamkeiten und Unterschiede Das Konzept der Gesellschaftskompetenzen weist zahlreiche Berührungspunkte mit der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) auf. Beide Ansätze gehen davon aus, dass Bildung Menschen dazu befähigen soll, gesellschaftliche Herausforderungen nicht nur zu verstehen, sondern auch verantwortungsvoll und demokratisch...

Politische Kompetenz

Demokratiekompetenz beschreibt die Fähigkeit, sich innerhalb einer demokratischen Ordnung zu orientieren und zu handeln. Der „politische Mensch“ (O. Negt) fragt hingegen nach den gesellschaftlichen Voraussetzungen, unter denen Demokratie überhaupt möglich ist oder gefährdet wird. Deshalb gehören im Konzept der Gesellschaftskompetenzen die Analyse von Arbeit, Kapital, Eigentum, Staat, Öffentlichkeit, Medien und Macht nicht an den Rand der politischen Kompetenz, sondern in ihr Zentrum. Dadurch unterscheidet sich dieser Ansatz grundlegend von Kompetenzmodellen, die politische Bildung primär als Vermittlung demokratischer Werte, Einstellungen und Partizipationsfähigkeiten verstehen.

Vom Kerncurriculum zur Kompetenzdimension im Konzept der Gesellschaftskompetenzen

Vom Kerncurriculum zur Kompetenzdimension im Konzept der Gesellschaftskompetenzen

Der Beitrag zeigt die enge Anschlussfähigkeit des Kerncurriculums Werte und Normen an das Konzept der Gesellschaftskompetenzen. Philosophische Kompetenz wird dabei als reflexive Grundlage verstanden, die Werturteilsbildung, ethische Orientierung und gesellschaftliche Handlungsfähigkeit miteinander verbindet.

Kapitalismuskritik in einen pluralen Kompetenzrahmen oder als konstitutiver Kern ökonomischer Kompetenz

Kapitalismuskritik in einen pluralen Kompetenzrahmen oder als konstitutiver Kern ökonomischer Kompetenz

Christine Zeuner und Endeward verstehen ökonomische Kompetenz als kritische Analyse gesellschaftlicher Wirtschaftsprozesse. Während Zeuner den Kapitalismus als wichtigen Gegenstand innerhalb eines pluralen Kompetenzrahmens behandelt, macht Endeward die Analyse kapitalistischer Macht- und Eigentumsverhältnisse zum Kern ökonomischer Kompetenz.

Lohnfortzahlung im Krankheitsfall – Zu teuer für die Wirtschaft?“

Die „Mutigen 56“ kämpften dafür, dass Krankheit nicht zur Armutsfalle wird. Wer heute den Sozialstaat unter den Vorbehalt stellt, man könne ihn sich nicht mehr leisten, sollte sich erinnern: Auch die Rechte von gestern galten einst als unbezahlbar. Gerade deshalb brauchte es Menschen, die den Mut hatten, ihnen eine andere Zukunft abzuringen.

„Samstags gehört Vati mir“ – und heute?

Das „Wirtschaftswunder“ war nicht nur eine Geschichte steigenden Wohlstands, sondern auch eine Geschichte harter Arbeit, langer Arbeitszeiten und gesellschaftlicher Konflikte. Der freie Samstag und die 40-Stunden-Woche fielen nicht vom Himmel. Sie wurden von Gewerkschaften gegen massive Widerstände erkämpft. Eine historisch-materialistische Perspektive zeigt: Hinter der Frage der Arbeitszeit verbirgt sich immer auch die Frage, wem die gesellschaftlich erzeugte Zeit gehört – dem Kapital oder den Menschen