Vom Kaiserreich bis in die zweite Nachkriegszeit

Zeit der Katastrophen und der gesellschaftlichen Umbrüche

Detlef Endeward (01/2026)

Der Historiker Eric Hobsbawm bezeichnete die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts als eine „Zeit der Katastrophen“. Gemeint ist damit eine Epoche, die von tiefgreifenden gesellschaftlichen Umbrüchen, politischen Instabilitäten, Kriegen und existenziellen Bedrohungen geprägt war. Für die Menschen, die in dieser Zeit lebten, stellten sich diese Umbrüche im Alltag als „gefährliche Zeiten“ dar, in denen gewohnte soziale Ordnungen zerfielen und neue, oft bedrohliche Strukturen entstanden.

Das Medium Film setzte sich sowohl zeitgenössisch als auch rückblickend immer wieder mit diesen Erfahrungen auseinander. Filme reflektieren dabei nicht nur die historischen Ereignisse selbst, sondern auch die jeweiligen gesellschaftlichen Stimmungen, Ängste und Hoffnungen der Zeit, in der sie entstanden. Sie fungieren somit als kulturelle Zeugnisse, die kollektive Wahrnehmungen und Deutungen der „Katastrophenzeit“ sichtbar machen.

Der Filmtheoretiker und Soziologe Siegfried Kracauer nimmt in diesem Zusammenhang eine besondere Stellung ein. Als Zeitzeuge der gesellschaftlichen und politischen Umbrüche der Weimarer Republik analysierte er den Film nicht nur als Unterhaltungsmedium, sondern als Spiegel gesellschaftlicher Mentalitäten. Seine Arbeiten verbinden persönliche Erfahrung mit theoretischer Reflexion und bieten damit einen zentralen Zugang zum Verständnis der Wechselwirkungen zwischen Film, Gesellschaft und den „gefährlichen Zeiten“ des 20. Jahrhunderts.

Geteilte Geschichte – geteilte Perspektiven im Film

Filmische Erzählungen, die den Alltag von Menschen über einen Zeitraum von mehr als fünfzig Jahren verfolgen, ermöglichen eine besondere Form der historischen Reflexion. Indem sie individuelle Lebensgeschichten mit politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen verknüpfen, kommentieren und reflektieren sie die jeweiligen historischen Veränderungen aus einer alltagsnahen Perspektive. Diese Filme entstehen zu unterschiedlichen Zeiten, nehmen verschiedene Blickwinkel ein und formulieren jeweils eigene Deutungen sowie Konsequenzen für die Zukunft ihrer Figuren. Aus heutiger Sicht ist diese Zukunft bereits zur Geschichte geworden, was eine rückblickende Analyse der filmischen Perspektiven besonders aufschlussreich macht.

Für den Zeitraum nach 1945 bis 1990 kommt dabei der politischen Teilung Deutschlands eine zentrale Bedeutung zu. Filmische Darstellungen dieser Epoche sind maßgeblich von der jeweiligen west- bzw. ostdeutschen Perspektive geprägt. Sie spiegeln unterschiedliche politische Systeme, gesellschaftliche Leitbilder und Erinnerungskulturen wider und verdeutlichen, wie stark historische Erfahrung und filmische Erzählweise miteinander verwoben sind.

Kapitalismus

Klassengesellschaft im Kapitalismus

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Kulturelle Hegemonie im Kapitalismus

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Formen des Imperialismus und deutscher Machtanspruch

Vom Kaiserreich bis in die zweite Nachkriegszeit: Kontinuität und Umbrüche

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