Kategorie: Historische Kompetenz

Gründungsmythen der Bundesrepublik und ihre identitätsstiftende Funktion bis in die Gegenwart

Der Text zeigt, wie politische Mythen nach 1945 halfen, Legitimität, Identität und Abgrenzung der jungen Bundesrepublik zu formen. Narrative wie Währungsreform, Luftbrücke, Marshallplan oder Antikommunismus stabilisierten Ordnung, verschleierten Kontinuitäten und wirken bis heute diskursprägend.

Kapitalismus und Utopie

Der Beitrag analysiert das Spannungsverhältnis von Kapitalismus und Utopie. Er zeigt, wie der Kapitalismus zugleich Anti‑Utopie und utopische Vision (Wachstum, Technikgläubigkeit) verkörpert. Utopische Energie wird in Konsum und Tech‑Fantasien umgeleitet. Fazit: soziale Utopie muss gegen Kapitalismus gedacht werden.

Utopiefähigkeit, Zeitbewusstsein und Zukunftsgestaltung

Der Beitrag zeigt, wie historische Kompetenz und Utopiefähigkeit bei Oskar Negt zusammenwirken: Geschichte wird als offener Möglichkeitsraum verstanden, Utopien als kritische Energiequelle. Erst ihr Zusammenspiel ermöglicht Zukunftsgestaltung jenseits von Determinismus – kreativ, solidarisch und demokratisch.

Medienpädagogik und Fachdidaktik

Die fachwissenschaftliche Ausdifferenzierung hat über veränderte Fragestellung auch zu neuen Quellen geführt. Bild, Film und Ton werden genutzt, wenn es um Fragen nach kollektiven Einstellungen und Bewusstseinslagen geht. Die Vereinigung IAMHIST mit Sitz in Washington (International Association for Media and History) hat allerdings in der deutschen Geschichtswissenschaft noch geringe Resonanz, obwohl die großen Forschungsförderungen (VW-Stiftung und DFG) sich auf neue Fragestellungen, die Massenmedien als historische Quellen einbeziehen, einstellen.