Kategorie: Kulturelle Hegemonie

„Das können wir uns nicht mehr leisten“ – wie Zustimmung organisiert wird

„Das können wir uns nicht mehr leisten“ – wie Zustimmung organisiert wird

Wie werden politische Entscheidungen zu scheinbaren Sachzwängen? Am Beispiel der Sozialstaatsdebatte untersucht dieser Arbeitsbereich das Zusammenspiel von Politik, Thinktanks und Medien. Konkrete Analysen zeigen, wie Deutungsrahmen Zustimmung organisieren, Interessen verdecken und Alternativen ausgrenzen – und wo Alltagserfahrungen und Gegenpositionen diese kulturelle Hegemonie aufbrechen.

Kulturelle Bildung als Prozess gesellschaftlicher Weltaneignung

Kulturelle Bildung ist mehr als die Begegnung mit Kunst oder die Förderung kreativer Fähigkeiten. Sie bezeichnet einen offenen Prozess, in dem Menschen ihre Wahrnehmungen und Erfahrungen kulturell verarbeiten, gesellschaftliche Deutungsmuster kritisch hinterfragen und eigene Ausdrucks- und Handlungsmöglichkeiten entwickeln. So entsteht kulturelle Kompetenz im Zusammenhang gesellschaftlicher Bildung und Praxis.

Kulturelle Kompetenz

Kulturelle Kompetenz

Annotation: Kulturelle Kompetenz bezeichnet die Fähigkeit, gesellschaftlich hervorgebrachte Formen der Wahrnehmung, Erfahrungsverarbeitung und Bedeutungsproduktion zu verstehen und kritisch zu reflektieren. Sie erschließt Kultur als Grundlage individueller und kollektiver Orientierung, als Feld gesellschaftlicher Hegemonie und als Möglichkeit, Wirklichkeit anders zu denken und zu gestalten.

Vom Wahlsieg in die Defensive – und auf welchem Weg zurück?

Der Wahlsieg der Berliner Linken rückt rasch hinter Debatten über Antisemitismus, Regierungsfähigkeit und Koalitionsbedingungen zurück. Was geschieht dabei mit ihrer zentralen Forderung nach Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne? Der Essay untersucht mediale Deutungsmuster, politische Interessen und mögliche Pfadabhängigkeiten. Ob daraus eine inhaltliche Preisgabe wird, ist noch offen.

Die Mehrheit für die Vergesellschaftung ist weg – oder: falsches Spiel mit Zahlen?

Nach der Berliner Abgeordnetenhauswahl 2026 meldet die tagesschau eine Mehrheit gegen die Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen. Fünf Jahre zuvor hatten 57,6 Prozent der Abstimmenden dafür gestimmt. Doch lassen sich Volksentscheid und Meinungsumfrage überhaupt vergleichen? Der Beitrag untersucht, wie durch Fragestellung, Zeitpunkt und mediale Rahmung aus Umfragewerten politische Argumente werden.

Politische Bildung zwischen kritischer Urteilsfähigkeit und gesellschaftlicher Bestandssicherung

Politische Bildung schützt Demokratie nicht dadurch, dass sie Menschen auf die bestehende Ordnung verpflichtet. Sie stärkt Demokratie, indem sie Menschen befähigt, gesellschaftliche Verhältnisse einschließlich ihrer Macht-, Herrschafts- und Eigentumsverhältnisse kritisch zu verstehen, begründet zu beurteilen und demokratisch handelnd zu verändern.

Kulturelle Kompetenz als Antwort auf ein gesellschaftliches Schlüsselproblem

Kulturelle Kompetenz ist eine eigenständige Dimension der Gesellschaftskompetenzen, weil die gesellschaftliche Produktion und Durchsetzung kultureller Bedeutungen ein Schlüsselproblem darstellt. Wer gesellschaftliche Wirklichkeit verstehen und verändern will, muss erkennen können, wie Erfahrungen kulturell verarbeitet, Weltbilder geprägt und gesellschaftliche Herrschaft legitimiert oder infrage gestellt wird.

Zur Kritik des Future-Skills-Diskurses

Zur Kritik des Future-Skills-Diskurses

Gesellschaftskompetenzen als gegenhegemonialer Bildungsbegriff Die Diskussion um sogenannte „Future Skills“ gehört inzwischen zu den zentralen Leitdiskursen gegenwärtiger Bildungsdebatten. Im Mittelpunkt stehen dabei Fähigkeiten, die Menschen dazu befähigen sollen, sich in einer digitalisierten, globalisierten und beschleunigten Gesellschaft zurechtzufinden. Häufig genannt werden...

Alles Kompetenzen – oder was?

Der inflationäre Gebrauch des Kompetenzbegriffs verwischt zentrale Ebenen von Bildung: Gesellschaftliche Orientierung, pädagogische Prozesse und berufliche Anforderungen werden ununterscheidbar. Der Beitrag zeigt, warum diese Vermischung zur Entpolitisierung führt – und weshalb klare inhaltliche Bestimmungen unverzichtbar sind.

Ökonomie, Hegemonie und Zustimmung im Nationalsozialismus

Der Text analysiert den Nationalsozialismus aus materialistischer Perspektive als Einheit von Ökonomie, politischer Gewalt und kultureller Hegemonie. Besonderes Augenmerk gilt dem Film als Massenmedium, das durch Ästhetik und Unterhaltung Zustimmung erzeugte, soziale Widersprüche verdeckte und Herrschaft normalisierte.

Modernität ohne Herrschaft? Zur aktuellen Neubewertung des Kaiserreichs

Der Beitrag diskutiert die Neubewertung des Kaiserreichs (1871–1918). Hedwig Richter betont Modernisierung, Verwaltung und Inklusion, während Kritiker warnen: autoritäre, koloniale und militärische Strukturen werden verharmlost. Gefahr: Entpolitisierung von Macht und verzerrte Geschichtsbilder.