Kategorie: Greffrath, Bettina

Im „Inneren“: Von Mensch zu Mensch

Im „Inneren“: Von Mensch zu Mensch

Im „Inneren“ der Nachkriegsgesellschaft zeigen die Filme Heimkehr, Verletzung und Fremdheit vor allem in persönlichen Beziehungen. Kriegsbeschädigte Männer suchen Halt, Frauen werden zu Helferinnen, während Generationenkonflikte, verdrängte Schuld und gestörte Familienordnungen die Schwierigkeiten des Neubeginns sichtbar machen.

Erstaunte Blicke in eine fremd gewordene Welt

Ausgehend vom Leitmotiv in UND ÜBER UNS DER HIMMEL untersucht Bettina Greffrath die Gegenwartsbilder des frühen deutschen Nachkriegsfilms. Im Zentrum stehen Gefühle von Ohnmacht, Fremdheit und Orientierungslosigkeit sowie die Suche nach neuer Identität, Halt und Zukunft in einer materiell wie mental zerstörten Gesellschaft.

Flucht ohne Zukunft

Flucht ohne Zukunft

Die Flucht aus der „Erdenschwere“ der Nachkriegswirklichkeit misslingt. Selbst zeit- und ortsferne Filme bleiben an Schuld, Ohnmacht und unbewältigte Vergangenheit gebunden. Damit fehlt ihren Phantasien jene Kraft zur Transzendenz, die für einen gesellschaftlichen Neubeginn und alternative Zukunftsentwürfe notwendig wäre.

Im Niemandsland

Im Niemandsland

Der Herr vom andern Stern entwirft eine Satire auf Bürokratie, Militarismus, politische Demagogie und gesellschaftlichen Konformismus. Doch das humanistische Gegenmodell bleibt ort- und folgenlos. Heinrichs Rückkehr ins All verweist auf Resignation: Die Utopie einer freien und friedlichen Gesellschaft wird ins Erdenferne verbannt.

Fluchtpunkt Land

Fluchtpunkt Land

Schuld allein ist der Wein entwirft das Land als Fluchtpunkt aus der bedrückenden Nachkriegswirklichkeit: Tradition, Gemeinschaft und Heimat versprechen Ordnung und Sicherheit. Doch unter der schwankhaften Idylle wirkt die Gegenwart fort. Im Zentrum steht die modellhafte Bagatellisierung von Schuld durch Aufdeckung, Vergebung und Vergessen.

Verkleinerungen: Der bestrafte Blick in den Spiegel

Verkleinerungen: Der bestrafte Blick in den Spiegel

Träum nicht, Annette! verlagert die Nachkriegswirklichkeit in eine Welt der Träume. Wünsche nach Liebe, Anerkennung und sozialer Erhöhung verkehren sich dabei in Erniedrigung und Bestrafung. Im Wechsel von Größenphantasie und Verkleinerung erscheint ein verunsichertes, gekränktes Selbst.

Erdenschwere: Vom Misslingen eskapistischer Phantasien

Erdenschwere: Vom Misslingen eskapistischer Phantasien

Die „Erdenschwere“ der unmittelbaren Nachkriegszeit prägt zunächst auch den Spielfilm. Seit 1948 mehren sich jedoch Versuche, Trümmer, Not und gesellschaftliche Konflikte durch zeitferne Schauplätze und „überzeitliche“ Stoffe hinter sich zu lassen. Eskapismus erweist sich dabei selbst als zeittypische Reaktion auf die belastende Gegenwart.

Wandel durch Erziehung

Wandel durch Erziehung

Gefährdete Jugend zwischen Fürsorge, Selbstregulierung und demokratischer Verantwortung Bettina Greffrath (1993) Kinder und Jugendliche sind in den Jahren 1947 und (besonders) 1948 häufig Haupthandlungsträger. 1) Dieser Trend korrespondiert mit der Tendenz zu einer heiteren und optimistischen Lebenssicht in den Filmen....

Suche nach neuen pädagogischen und gesellschaftlichen Orientierungen

Suche nach neuen pädagogischen und gesellschaftlichen Orientierungen

Die beiden DEFA-Filme entwerfen unterschiedliche Modelle des Umgangs mit gefährdeten und straffällig gewordenen Jugendlichen. Zwischen Selbstregulierung, Verantwortung, kollektiver Erziehung und autoritärer Kontrolle zeigen sie die Suche der frühen Nachkriegszeit nach neuen pädagogischen und gesellschaftlichen Orientierungen.