Schlagwörter: Politische Bildung

DeutschlandTrend: Wenn der Rahmen die Antwort schon enthält

Der ARD-DeutschlandTrend zum Sozialstaat zeigt ein grundlegendes Problem politischer Umfragen: Nicht erst die Interpretation der Ergebnisse, bereits die Fragen strukturieren den Raum möglicher Antworten. Besonders aufschlussreich ist, dass dabei ein Deutungsrahmen sichtbar wird, der offenbar so selbstverständlich geworden ist, dass Alternativen kaum noch als Fragen erscheinen: Der Sozialstaat hat ein Finanzierungsproblem, Einschnitte sind notwendig, strittig sind vor allem ihre Verteilung und ihre politische Vermittlung.

Wirtschaft anders denken: Websites und Blogs

Die Auswahl verbindet plurale ökonomische Forschung, gewerkschaftsnahe Analysen, marxistisch orientierte politische Ökonomie und Entwürfe solidarischen Wirtschaftens. Die Kurzannotationen zeigen, wofür sich die Angebote bei der Recherche und für Materialien der Lernwerkstatt eignen. Wir machen uns ihre Positionen nicht pauschal zu eigen. Die Auseinandersetzung mit ihnen hilft uns, die eigene Position zu schärfen und das Spektrum politisch-ökonomischer Bildung über den wirtschaftspolitischen Mainstream hinaus zu öffnen.

Politische Interventionen

Der Titel „Politische Interventionen“ ist von Oskar Negt übernommen. Unter diesem Dach versammeln sich die Rubriken „Politik heute“ und „Wirtschaft heute“. Ihre Beiträge greifen aktuelle Debatten auf, verdichten komplexe Zusammenhänge und beziehen begründet Stellung. Sie verstehen sich als Teil einer Gesellschaftskompetenz, die Machtverhältnisse sichtbar macht und Möglichkeiten gesellschaftlicher Veränderung zur Diskussion stellt.

Die Krise erzählen

Die Krise erzählen

Wie Medien aus einem Interessen- und Verteilungskonflikt ein Sachproblem machen Beitrag von Detlef Endeward (09/2026) Volkswagen steckt in der Krise. Die Kosten sind zu hoch. Die deutschen Werke sind nicht wettbewerbsfähig. Es gibt Überkapazitäten. In China wächst die Konkurrenz. Die...

Beobachtungen zwischen den Landtagswahltagen – am Tag „unbedeutender“ Kommunalwahlen

Drei Beobachtungen an einem Kommunalwahlsonntag führen zu einer grundsätzlichen Frage: Wenn Umfragen Wahlen simulieren, wirkliche Wahlen zu „Stimmungstests“ werden und Ergebnisdarstellungen schon vor der Auszählung politische Sichtbarkeit ordnen – welches Verständnis von Journalismus und Demokratie zeigt sich darin? Eine Spurensuche nach Deutungsmacht, Interessen und gesellschaftlicher Gestaltungsmacht.

Völlig neutral – selbstverständlich!

Kann Unterricht neutral und voraussetzungslos sein? Die Glosse treibt den Anspruch auf Paradigmenfreiheit bis zum erkenntnistheoretischen Perpetuum mobile. Denn schon Fragen, Begriffe, Auswahl und Gewichtung setzen Perspektiven voraus. Nicht Perspektivlosigkeit ist deshalb das Ziel, sondern die Fähigkeit, eigene Voraussetzungen offenzulegen, andere Sichtweisen einzubeziehen und begründet zu urteilen.

6. September 2026: In Sachsen-Anhalt wurde gewählt

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist Anlass für eine fortlaufende Analyse, die über Wahlergebnisse und Parteien hinausfragt. Im Mittelpunkt stehen gesellschaftliche Erfahrungen, politische und mediale Deutungen sowie die Frage, ob sich in den Wahlergebnissen Risse einer bisherigen kulturellen Hegemonie zeigen – und welche neuen Erzählungen an ihre Stelle treten könnten.

Die Wahl ist vorbei – die Erklärungen waren schon vorher da

Noch bevor das Wahlergebnis vollständig verarbeitet ist, stehen die Erklärungen bereit. Politiker, Tagesschau und alternative Medien ordnen die Wahl jeweils in ihre eigenen Deutungsmuster ein. Der Kommentar fragt deshalb nicht zuerst, warum Menschen AfD gewählt haben, sondern nach dem Zusammenhang von gesellschaftlicher Erfahrung, politischer Deutung und Wahlentscheidung – und macht dabei auch das eigene Paradigma zum Gegenstand der Kritik.

Wenn die alte Erzählung nicht mehr trägt

Die Wahl in Sachsen-Anhalt wird als Moment einer Entwicklung betrachtet, die weit über das Land hinausweist. Wenn die bisher hegemoniale Erzählung von Wachstum, Wettbewerb, Eigenverantwortung und politischen Sachzwängen immer weniger mit gesellschaftlichen Erfahrungen übereinstimmt, entstehen Risse. Mit Negt und Freire fragt der Beitrag, warum davon gegenwärtig eher autoritäre Versprechen von Sicherheit und Ordnung profitieren als emanzipatorische Zukunftsentwürfe.

Wahlabend in Sachsen-Anhalt

Noch ist der Wahlabend nicht vorbei, das endgültige Ergebnis steht nicht fest. Trotzdem werden bereits Ursachen benannt, Wähler erklärt und politische Konsequenzen verkündet. Dieser Beitrag verweigert sich der vorschnellen Gewissheit. Er hält inne, formuliert Fragen und erste Hypothesen. Die eigentliche Analyse folgt, wenn es etwas zu analysieren gibt.

Der Sozialstaat – nichts davon ist selbstverständlich

Rente, Gesundheit, Arbeitslosigkeit, Pflege, Bildung oder soziale Sicherung betreffen den Alltag der Menschen von der Kindheit bis ins hohe Alter. Der Sozialstaat organisiert gesellschaftliche Antworten auf diese Lebensrisiken. Doch seine Leistungen sind weder selbstverständlich noch unveränderlich: Sie sind historisch erkämpft, politisch institutionalisiert und bis heute Gegenstand von Interessen- und Verteilungskonflikten. Seine Zukunft bleibt offen.

Gewinn, Kosten und Produktivität bei Volkswagen

Volkswagen steckt in der Krise – und erwirtschaftet zugleich Milliarden. Der Beitrag untersucht, was Gewinne, Renditen, Markenergebnisse, Arbeitskosten und Produktivitätszahlen tatsächlich aussagen. Er zeigt die Grenzen einfacher Standortvergleiche und fragt, wann aus einem wirtschaftlichen Befund ein scheinbarer Sachzwang wird: Wer entscheidet, welcher Gewinn ausreicht – und wofür er verwendet wird?