Kategorie: Politik

DeutschlandTrend: Wenn der Rahmen die Antwort schon enthält

Der ARD-DeutschlandTrend zum Sozialstaat zeigt ein grundlegendes Problem politischer Umfragen: Nicht erst die Interpretation der Ergebnisse, bereits die Fragen strukturieren den Raum möglicher Antworten. Besonders aufschlussreich ist, dass dabei ein Deutungsrahmen sichtbar wird, der offenbar so selbstverständlich geworden ist, dass Alternativen kaum noch als Fragen erscheinen: Der Sozialstaat hat ein Finanzierungsproblem, Einschnitte sind notwendig, strittig sind vor allem ihre Verteilung und ihre politische Vermittlung.

Fünf Tage zwischen Blockadedrohung und Kabinettsbeschluss

Am 25. September 2026 kündigt die SPD an, die geplante Pflegereform wegen drohender Kürzungen nicht mitzutragen. Fünf Tage später beschließt das Bundeskabinett die Reform. Grundsätzlichere Fragen der Finanzierung und Lastenverteilung werden auf das weitere Reformverfahren verschoben. Ein aktuelles Fallbeispiel dafür, wie gesellschaftliche Verteilungskonflikte politisch bearbeitet werden.

Pflege als Geschäft – die Privatisierung einer gesellschaftlichen Aufgabe

Die Privatisierung der Pflege verändert mehr als die Eigentumsverhältnisse. Wo Pflege zum Geschäft wird, treffen die Bedürfnisse Pflegebedürftiger und die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten auf Renditeerwartungen von Unternehmen und Finanzinvestoren. Der Beitrag untersucht die Folgen für Pflegequalität, Kosten und soziale Sicherung – und fragt, wer von den gesellschaftlich finanzierten Pflegeleistungen profitiert.

Die Pflegeversicherung in finanziellen Nöten – wie konnte es so weit kommen?

Die Pflegeversicherung steckt in einer Finanzkrise. Doch ist sie tatsächlich zu teuer geworden? Der Beitrag untersucht die politischen und gesellschaftlichen Ursachen ihrer Finanzierungsprobleme: von der Konstruktion als Teilleistungsversicherung über die Verlagerung gesellschaftlicher Kosten bis zur Privatisierung der Pflege. Er zeigt, wie aus politischen Verteilungsentscheidungen scheinbar unausweichliche Sachzwänge werden.

Politische Interventionen

Der Titel „Politische Interventionen“ ist von Oskar Negt übernommen. Unter diesem Dach versammeln sich die Rubriken „Politik heute“ und „Wirtschaft heute“. Ihre Beiträge greifen aktuelle Debatten auf, verdichten komplexe Zusammenhänge und beziehen begründet Stellung. Sie verstehen sich als Teil einer Gesellschaftskompetenz, die Machtverhältnisse sichtbar macht und Möglichkeiten gesellschaftlicher Veränderung zur Diskussion stellt.

Zwei Wege durch die Rentenberichterstattung der tagesschau

Zwei Wege durch die Rentenberichterstattung der tagesschau

Auch ‚Links‘ erzählen Geschichten Beitrag von Detlef Endeward (27.09.2026) Die folgende Übersicht macht die von Ihnen recherchierten Verknüpfungen lesbar. Ebene 1 bezeichnet Beiträge, die Sie vom jeweiligen Ausgangsbeitrag aus erfasst haben; Ebene 2 die von dort aus erreichten Beiträge. Wo...

Die Krise erzählen

Die Krise erzählen

Wie Medien aus einem Interessen- und Verteilungskonflikt ein Sachproblem machen Beitrag von Detlef Endeward (09/2026) Volkswagen steckt in der Krise. Die Kosten sind zu hoch. Die deutschen Werke sind nicht wettbewerbsfähig. Es gibt Überkapazitäten. In China wächst die Konkurrenz. Die...

Volkswagen als gesellschaftlicher Komplex

Volkswagen ist mehr als ein Autobauer. Am Beispiel des Konzerns lassen sich grundlegende gesellschaftliche Zusammenhänge untersuchen: Kapital und Lohnarbeit, Eigentum und Verfügungsmacht, Staat und Mitbestimmung sowie die weltweite Organisation von Produktion und Märkten. Fünf Zugänge eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf die Frage, wer wirtschaftliche Entscheidungen trifft und wer mit ihren Folgen leben muss.

Autokrise: Wer soll die Rechnung bezahlen?

Die „Krise des Standorts Deutschland“ wabert schon länger durch die Berichterstattung. Die Autokrise verstärkt dieses Framing: Produktion sei zu teuer, Beschäftigte müssten länger arbeiten, der Staat solle helfen. Gleichzeitig drohen Konzerne mit Verlagerungen und Werksschließungen. Wer entscheidet, wer zahlt – und wer trägt die Folgen?

Beobachtungen zwischen den Landtagswahltagen – am Tag „unbedeutender“ Kommunalwahlen

Drei Beobachtungen an einem Kommunalwahlsonntag führen zu einer grundsätzlichen Frage: Wenn Umfragen Wahlen simulieren, wirkliche Wahlen zu „Stimmungstests“ werden und Ergebnisdarstellungen schon vor der Auszählung politische Sichtbarkeit ordnen – welches Verständnis von Journalismus und Demokratie zeigt sich darin? Eine Spurensuche nach Deutungsmacht, Interessen und gesellschaftlicher Gestaltungsmacht.

Der Sozialstaat – nichts davon ist selbstverständlich

Rente, Gesundheit, Arbeitslosigkeit, Pflege, Bildung oder soziale Sicherung betreffen den Alltag der Menschen von der Kindheit bis ins hohe Alter. Der Sozialstaat organisiert gesellschaftliche Antworten auf diese Lebensrisiken. Doch seine Leistungen sind weder selbstverständlich noch unveränderlich: Sie sind historisch erkämpft, politisch institutionalisiert und bis heute Gegenstand von Interessen- und Verteilungskonflikten. Seine Zukunft bleibt offen.

Gewinn, Kosten und Produktivität bei Volkswagen

Volkswagen steckt in der Krise – und erwirtschaftet zugleich Milliarden. Der Beitrag untersucht, was Gewinne, Renditen, Markenergebnisse, Arbeitskosten und Produktivitätszahlen tatsächlich aussagen. Er zeigt die Grenzen einfacher Standortvergleiche und fragt, wann aus einem wirtschaftlichen Befund ein scheinbarer Sachzwang wird: Wer entscheidet, welcher Gewinn ausreicht – und wofür er verwendet wird?