Autor: GFS-Admin_2021

Haltungen: Mitläufer, Innere Emigranten, „Gute Menschen“

Der Beitrag untersucht, wie frühe Nachkriegsfilme Haltungen im Nationalsozialismus darstellen. Im Zentrum stehen Mitläufertum, „innere Emigration“, Widerstand und „Menschlichkeit“. Am Beispiel von In jenen Tagen wird sichtbar, wie Deutsche vor allem als Opfer oder Helfer erscheinen, während gesellschaftliche Verstrickung und Täterschaft weitgehend ausgeblendet bleiben.

Der Krieg – „Schicksal der Menschheit“

Der Beitrag untersucht die Kriegsbilder früher deutscher Nachkriegsfilme. Krieg erscheint vielfach als allgemeines Menschheitsschicksal statt als historisch und gesellschaftlich verursachtes Geschehen. An Der Apfel ist ab, Liebe 47 und Das Mädchen Christine wird gezeigt, wie Verantwortung entkonkretisiert und strukturelle Ursachen ausgeblendet werden.

Der Alltag: Kollektive Bedrohung und Angst

Der Beitrag untersucht, wie frühe deutsche Nachkriegsfilme den Alltag im Nationalsozialismus darstellen. Im Zentrum stehen Angst, Anpassung, Mitläufertum und individuelle Verantwortung. Wolfgang Staudtes ROTATION erscheint dabei als Ausnahmefilm, weil er Verstrickung, Wegsehen und politische Verantwortung differenziert sichtbar macht.

Bilder des „Dritten Reiches“

Bilder des „Dritten Reiches“

Die untersuchten Nachkriegsfilme entwerfen unterschiedliche Bilder des „Dritten Reiches“. Im Zentrum steht die Frage, ob und wie sie individuelle Verantwortung, Zustimmung und Handlungsspielräume sichtbar machen und eine kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit und den Erfahrungen der Opfer ermöglichen.

Historischer Exkurs: Wie konnte es dazu kommen?

Historischer Exkurs: Wie konnte es dazu kommen?

Zur politischen Ökonomie der Wohnungsfrage – von der Industrialisierung über Sozial- und Gemeinwirtschaft bis zu Privatisierung und Finanzialisierung Die gegenwärtige Wohnungsfrage lässt sich nicht hinreichend aus aktuellen Baukosten, Zinsen, Zuwanderung oder fehlenden Wohnungen erklären. Historisch grundlegender ist die Frage, wie...

Stadtentwicklung in Hannover 1945 bis Mitte der 1960er Jahre

Stadtentwicklung in Hannover 1945 bis Mitte der 1960er Jahre

Wohnen, Wiederaufbau und die Neuordnung des städtischen Raums – ein regionales Beispiel gesellschaftlicher Modernisierung Detlef Endeward (08/2026 Hannover eignet sich in besonderer Weise als regionales Beispiel für die Entwicklung von Wohnen, Bauen und Stadtplanung in der frühen Bundesrepublik. An kaum...

Natürliche Unterschiede

Natürliche Unterschiede

Die Restitution einer „friedlich-harmonischen“ Klassenordnung Bettina Greffrath (1993) Am Anfang scheinen sie in den Filmen bunt durcheinander gewirbelt: Menschen mit unterschiedlicher regionaler und sozialer Bindung treffen auf ihren Wegen und Haltepunkten – kurzzeitig zu „Kaleidoskopen“ vereinigt – aufeinander. Der Prozess...

Inseln der Glückseeligkeit

Inseln der Glückseeligkeit

Restituierte Mikrokosmen der Harmonie Bettina Greffrath (1993) DIE KUPFERNE HOCHZEIT (A, 1948) Die Kamera erfasst aus der Vogelperspektive eine äußerlich heile Welt: Die Inserts erscheinen auf einem großen, idyllisch gelegenen Haus in ländlicher Umgebung. Die nachfolgende Szenerie erlebt der Kinozuschauer...

Modelle für eine neue Gesellschaft?

Modelle für eine neue Gesellschaft?

Der Beitrag untersucht, wie frühe DEFA-Spielfilme gesellschaftliche Zukunftsentwürfe nach 1945 formulieren. An Freies Land und Grube Morgenrot zeigt er, wie Bodenreform, Vergesellschaftung und Planwirtschaft filmisch als Modelle des Neubeginns entworfen werden – und welche Widersprüche zwischen gesellschaftlicher Erfahrung und politischem Anspruch dabei sichtbar werden.

Formen der Wahrnehmung der Gegenwart

Formen der Wahrnehmung der Gegenwart

Der Beitrag untersucht, wie Spielfilme der frühen Nachkriegszeit die Wahrnehmung der Gegenwart inszenieren. Fensterblicke, Dunkelheit, Rummelplätze und gestörte Wahrnehmungen stehen für Verunsicherung und Realitätsflucht. Am Beispiel von Wozzeck und Nachtwache wird sichtbar, wie Hinsehen, Wegsehen und Verdrängen zu zentralen Deutungsmustern der Nachkriegsgesellschaft werden.

Modelle für eine friedensfähige humane Gemeinschaft als Plädoyer für Selbstreflexion und Erfahrung

Modelle für eine friedensfähige humane Gemeinschaft als Plädoyer für Selbstreflexion und Erfahrung

Greffrath interpretiert Der große Mandarin (1949) als außergewöhnlichen gesellschaftlichen Zukunftsentwurf des Nachkriegsfilms. Im Zentrum stehen Erfahrung, Einfühlung und Selbstreflexion als Voraussetzungen von Frieden, Demokratie und Humanität. Gesellschaftliche Veränderung erscheint dabei untrennbar mit der Veränderungsfähigkeit der Menschen verbunden.

Klima, Krieg und Wirtschaft – warum wir Gesellschaftskompetenz brauchen

Politisch wirksam handeln heißt, gesellschaftliche Zusammenhänge erkennen zu können Kommentar von Detlef Endeward (14.08.2026) Klimawandel, Aufrüstung, Krieg, Energiepolitik, wirtschaftliche Interessen und individuelle Lebensführung werden in der öffentlichen Diskussion häufig als voneinander getrennte Themen behandelt. Für den Klimaschutz ist das Umweltressort...