Autor: GFS-Admin_2021

Verkleinerungen: Der bestrafte Blick in den Spiegel

Verkleinerungen: Der bestrafte Blick in den Spiegel

Träum nicht, Annette! verlagert die Nachkriegswirklichkeit in eine Welt der Träume. Wünsche nach Liebe, Anerkennung und sozialer Erhöhung verkehren sich dabei in Erniedrigung und Bestrafung. Im Wechsel von Größenphantasie und Verkleinerung erscheint ein verunsichertes, gekränktes Selbst.

Erdenschwere: Vom Misslingen eskapistischer Phantasien

Erdenschwere: Vom Misslingen eskapistischer Phantasien

Die „Erdenschwere“ der unmittelbaren Nachkriegszeit prägt zunächst auch den Spielfilm. Seit 1948 mehren sich jedoch Versuche, Trümmer, Not und gesellschaftliche Konflikte durch zeitferne Schauplätze und „überzeitliche“ Stoffe hinter sich zu lassen. Eskapismus erweist sich dabei selbst als zeittypische Reaktion auf die belastende Gegenwart.

Wandel durch Erziehung

Wandel durch Erziehung

Gefährdete Jugend zwischen Fürsorge, Selbstregulierung und demokratischer Verantwortung Bettina Greffrath (1993) Kinder und Jugendliche sind in den Jahren 1947 und (besonders) 1948 häufig Haupthandlungsträger. 1) Dieser Trend korrespondiert mit der Tendenz zu einer heiteren und optimistischen Lebenssicht in den Filmen....

Suche nach neuen pädagogischen und gesellschaftlichen Orientierungen

Suche nach neuen pädagogischen und gesellschaftlichen Orientierungen

Die beiden DEFA-Filme entwerfen unterschiedliche Modelle des Umgangs mit gefährdeten und straffällig gewordenen Jugendlichen. Zwischen Selbstregulierung, Verantwortung, kollektiver Erziehung und autoritärer Kontrolle zeigen sie die Suche der frühen Nachkriegszeit nach neuen pädagogischen und gesellschaftlichen Orientierungen.

Spielfilme als Spuren gesellschaftlicher Wahrnehmungen, Mentalitäten und kollektiver Selbstbilder

Spielfilme als Spuren gesellschaftlicher Wahrnehmungen, Mentalitäten und kollektiver Selbstbilder

Spielfilme sind mehr als Abbilder vergangener Wirklichkeit. Als Produkte ihrer Zeit artikulieren sie gesellschaftliche Wahrnehmungen, Bedürfnisse, Ängste, Hoffnungen und Wunschbilder – bewusst wie unbeabsichtigt. Im Anschluss an Kracauer und Ferro wird der Spielfilm so als historische Quelle lesbar, die Zugänge zu Mentalitäten und gesellschaftlichen Bewusstseinslagen eröffnet.

Das Bild des deutschen Nachkriegsspielfilms in Publizistik und Filmgeschichtsschreibung

Das Bild des deutschen Nachkriegsspielfilms in Publizistik und Filmgeschichtsschreibung

Aus der Perspektive des Jahre 1993 Im Folgenden behandelt Bettina Greffrath überblicksweise kleinere Arbeiten zum deutschen Nachkriegsspielfilm. Diese werden primär im Hinblick auf für ihre Studie zu Gesellschaftsbildern der Nacjkriegszeit anregende inhaltliche und methodische Schwerpunkte betrachtet.   Bettina Greffrath (19923)...

Soziologische und psychologische Analysen der deutschen Nachkriegsspielfilme

Soziologische und psychologische Analysen der deutschen Nachkriegsspielfilme

Bettina Greffraths Beitrag aus dem Jahr 1993 setzt sich kritisch mit fünf Untersuchungen zum deutschen Nachkriegsspielfilm auseinander. Im Zentrum stehen ihre Auswahl der Filme, die verwendeten Quellen und Methoden sowie unterschiedliche Vorstellungen vom Verhältnis zwischen Film, Gesellschaft und Publikum. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach gesellschaftlichen Deutungsmustern, Publikumsbezug, Ideologiekritik und dem Quellenwert von Spielfilmen. Damit wird zugleich das eigene historisch-sozialpsychologische Forschungsprofil geschärft.

Schuld, Opfer und Verantwortung

Schuld, Opfer und Verantwortung

Die Zusammenfassung bündelt die Deutungsmuster früher Nachkriegsfilme: Die Jahre vor dem Krieg bleiben weitgehend ausgespart, Täter treten selten hervor und Verantwortung wird häufig auf Hitler konzentriert. Zugleich erscheinen Deutsche überwiegend als Opfer von Krieg und NS-Herrschaft. Nur wenige Filme durchbrechen diese Perspektive und fragen nach eigener Verstrickung und Schuld.

Die Schuld: Täter und Opfer

Die Schuld: Täter und Opfer

Der Beitrag untersucht, wie frühe Nachkriegsfilme Schuld, Täterschaft und Opferrollen ordnen. Häufig wird Verantwortung auf Hitler oder wenige Täter konzentriert, während Deutsche vor allem als Leidende erscheinen. Ehe im Schatten durchbricht dieses Muster teilweise, Die Söhne des Herrn Gaspary zeigt dagegen Mechanismen der Schuldabwehr und moralischen Selbstaufwertung.

Überzeugungstäter im Irrtum

Überzeugungstäter im Irrtum

Der Beitrag untersucht, wie frühe Nachkriegsfilme überzeugte Nationalsozialisten und die „Verführung“ der Jugend darstellen. Am Beispiel von Und finden dereinst wir uns wieder zeigt sich eine eigentümliche Verschiebung: Kritisiert werden weniger die NS-Ideale selbst als Verrat, Charakterschwäche und mangelnde Konsequenz ihrer einstigen Verfechter.