Kategorie: Gesellschaftskompetenzen
Filme als Spuren in die Vergangenheit und zur Gegenwart des Volkswagen-Konzerns Detlef Endeward (08/2026) Die Geschichte von Volkswagen ist auch eine Geschichte seiner Bilder. Sie beginnt mit den nationalsozialistischen Wochenschauen, die den Bau des Volkswagenwerkes und den KdF-Wagen als Versprechen...
Vom Aufbau des VW-Werks Emden in den 1960er Jahren bis zur gegenwärtigen Konzernkrise: Historische NDR-Filme und aktuelle Gewinn- und Dividendendaten eröffnen einen politisch-ökonomischen Blick auf Volkswagen. Im Mittelpunkt stehen der Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit sowie die Fragen, wer gesellschaftlichen Reichtum erwirtschaftet, wer über ihn verfügt und wer die Folgen unternehmerischer Entscheidungen trägt.
Bei Volkswagen wird um Werke, Arbeitsplätze und die künftige Konzernstrategie gerungen. Berichtet wird über einen „Machtkampf“ zwischen Vorstand, Betriebsrat, Eigentümern und dem Land Niedersachsen. Doch wer verfügt eigentlich über VW, wer entscheidet über Gewinne und Verluste – und wer trägt die Folgen? Die Krise legt Macht- und Eigentumsverhältnisse offen, die sonst hinter dem Unternehmen verschwinden.
Der Beitrag nimmt die Analyse von Elke Schwarz zum Rüstungsboom im Silicon Valley zum Ausgangspunkt und verbindet sie mit Varoufakis’ Technofeudalismus, dem politischen Programm von Karp/Zamiska, Thiels Demokratiekritik und Trumps Politik. Die Spuren ergeben ein beunruhigendes Muster: Technologische, ökonomische, staatliche und militärische Macht verstärken sich wechselseitig – ein Warnruf, diese Entwicklung demokratisch zu begrenzen.
1974 deutete Alexander von Brünneck 25 Jahre Bundesrepublik aus einer linkssozialistischen Perspektive. 50 Jahre später wird der Text selbst zur historischen Spur: Was und wie erzählt er Geschichte, wie rahmt Peter von Oertzen diese Deutung als Gegenstand kritischer Bildungsarbeit – und welche Fragen bleiben für Gesellschaftskompetenz heute aktuell?
Der Jungsozialisten-Text von 1976 erscheint fünfzig Jahre später als Dokument einer ausgeprägten politischen Bildungs- und Diskussionskultur. Seine Aktualität liegt weniger in den damaligen Antworten als in der Verbindung von Verfassung, gesellschaftlichen Machtverhältnissen und politischer Praxis. Neu gelesen eröffnet er damit bemerkenswerte Zugänge zur Gesellschaftskompetenz.
Die aktuellen Recherchen zu Reha und Pflege verweisen über einzelne Missstände hinaus auf ein strukturelles Problem: Wo Gesundheitsversorgung privatisiert und zum Anlagefeld für Kapital wird, gerät die Gesundheitslogik unter die Verwertungslogik. Gesellschaftskompetenz heißt, diese Zusammenhänge zu erkennen, Eigentums- und Machtfragen zu stellen – und sich im Konflikt zwischen Versorgung und Profit zu positionieren.
Beiträge zur historisch-politischen Bildung aus den 1970er bis 1990er Jahren werden als Spuren ihrer Zeit wieder gelesen. Gefragt wird nach damaligen Deutungen, Konflikten und Bildungsansätzen – und danach, welche Bedeutung sie heute für historisch-politische Bildung und Gesellschaftskompetenz gewinnen können.
Zur politischen Ökonomie der Wohnungsfrage – von der Industrialisierung über Sozial- und Gemeinwirtschaft bis zu Privatisierung und Finanzialisierung Die gegenwärtige Wohnungsfrage lässt sich nicht hinreichend aus aktuellen Baukosten, Zinsen, Zuwanderung oder fehlenden Wohnungen erklären. Historisch grundlegender ist die Frage, wie...
Wohnen, Wiederaufbau und die Neuordnung des städtischen Raums – ein regionales Beispiel gesellschaftlicher Modernisierung Detlef Endeward (08/2026 Hannover eignet sich in besonderer Weise als regionales Beispiel für die Entwicklung von Wohnen, Bauen und Stadtplanung in der frühen Bundesrepublik. An kaum...
Negt und Kluge begreifen Arbeitsvermögen als historisch entstandene menschliche Fähigkeiten. Mit Marx und Sohn-Rethel wird sichtbar, wie sie im Stoffwechsel mit der Natur entwickelt, gesellschaftlich organisiert, getrennt und hierarchisiert werden. Ihr Eigensinn verweist zugleich auf Möglichkeiten, die über ihre kapitalistische Verwertung hinausreichen.
Aktuelle politische Debatten erscheinen häufig als Abfolge von Ereignissen und Entscheidungen. Die Kommentare und Essays fragen nach den dahinterliegenden Interessen, Machtverhältnissen und gesellschaftlichen Konflikten, prüfen vorherrschende Deutungen und eröffnen alternative Perspektiven. Sie laden zum Widersprechen und Weiterdenken ein.