Schlagwörter: Niedersachsen
Nur vier Tage nach der satirischen Zukunftsvision liegt der VW-Kompromiss erstaunlich nahe an deren Logik: Die Werke werden vorerst nicht geschlossen, doch ihre Zukunft bleibt offen; Stellenabbau und Renditeziele bleiben bestehen. Der „Machtkampf“ ist damit nicht beendet. Der Klassenkonflikt wird vertagt – und die entscheidende Frage bleibt: Wer verfügt über Volkswagen?
50.000 Stellen weniger – aber möglichst sozialverträglich. Was beruhigend klingt, hat „kleine“ Nebenwirkungen: Frühverrentung entlastet Unternehmen, während zugleich vor steigenden Rentenlasten gewarnt wird. Nichtbesetzung verhindert Kündigungen, verschließt aber Jüngeren den Zugang zu guter Industriearbeit. Und über bedrohten Werken bleibt das Damoklesschwert betriebsbedingter Kündigungen hängen.
Filme als Spuren in die Vergangenheit und zur Gegenwart des Volkswagen-Konzerns Detlef Endeward (08/2026) Die Geschichte von Volkswagen ist auch eine Geschichte seiner Bilder. Sie beginnt mit den nationalsozialistischen Wochenschauen, die den Bau des Volkswagenwerkes und den KdF-Wagen als Versprechen...
Bei Volkswagen wird um Werke, Arbeitsplätze und die künftige Konzernstrategie gerungen. Berichtet wird über einen „Machtkampf“ zwischen Vorstand, Betriebsrat, Eigentümern und dem Land Niedersachsen. Doch wer verfügt eigentlich über VW, wer entscheidet über Gewinne und Verluste – und wer trägt die Folgen? Die Krise legt Macht- und Eigentumsverhältnisse offen, die sonst hinter dem Unternehmen verschwinden.
Susanne Fuhrmann untersucht in ihrem Beitrag die filmische Fremd- und Selbstdarstellung von Wolfsburg und Volkswagen. Anhand von PR-Filmen, Dokumentationen und Spielfilmen zeigt sie, wie sich Unternehmensgeschichte, Stadtbild, Arbeitswelt und gesellschaftliche Entwicklung in unterschiedlichen filmischen Deutungen spiegeln – von der nationalsozialistischen Gründung über das „Wirtschaftswunder“ bis zu Rationalisierung, Migration und Ökologie.
Wenn die Auswertungsbedingungen für neue westdeutsche Spielfilme ab 1949/50 schwieriger wurden, so gilt dies in noch stärkerer Weise für die Defa-Austauschfilme, die die JFU bzw. die von ihr ermächtigten Verleihe in der britischen Zone und dem britischen Sektor von Berlin auswerten konnten.
Der Heimatfilm „Grün ist die Heide“ (1951) von Hans Deppe erzählt die Geschichte eines heimatvertriebenen Wilderers, Lüder Lüdersen, und seiner Tochter Helga in der Lüneburger Heide. Konflikte, Liebe und die Sehnsucht nach Harmonie prägen die Handlung, die gesellschaftliche Themen der Nachkriegszeit aufgreift.