Kategorie: Endeward, Detlef

Wahlabend in Sachsen-Anhalt

Noch ist der Wahlabend nicht vorbei, das endgültige Ergebnis steht nicht fest. Trotzdem werden bereits Ursachen benannt, Wähler erklärt und politische Konsequenzen verkündet. Dieser Beitrag verweigert sich der vorschnellen Gewissheit. Er hält inne, formuliert Fragen und erste Hypothesen. Die eigentliche Analyse folgt, wenn es etwas zu analysieren gibt.

Der Sozialstaat – nichts davon ist selbstverständlich

Rente, Gesundheit, Arbeitslosigkeit, Pflege, Bildung oder soziale Sicherung betreffen den Alltag der Menschen von der Kindheit bis ins hohe Alter. Der Sozialstaat organisiert gesellschaftliche Antworten auf diese Lebensrisiken. Doch seine Leistungen sind weder selbstverständlich noch unveränderlich: Sie sind historisch erkämpft, politisch institutionalisiert und bis heute Gegenstand von Interessen- und Verteilungskonflikten. Seine Zukunft bleibt offen.

Die De-Form der Rente

Die Rentendebatte erscheint als Antwort auf demografische Sachzwänge. Doch der Blick zurück zeigt: Rentenhöhe, Rentenalter und Finanzierung sind Ergebnisse politischer Entscheidungen und Verteilungskonflikte. Seit den 1990er Jahren wird die solidarische Alterssicherung schrittweise zugunsten individueller Kapitalvorsorge zurückgedrängt. Ein aktueller Tagesschau-Beitrag zeigt beispielhaft, wie dieser Paradigmenwechsel medial zur Selbstverständlichkeit wird.

Warum VW?

Warum VW? Volkswagen ist mehr als ein Automobilkonzern. An seiner Geschichte und Gegenwart lassen sich Eigentum und Verfügungsmacht, Staat und Mitbestimmung, Arbeit und Rendite, Globalisierung und Transformation untersuchen. Die Seite gibt keine fertigen Antworten. Sie öffnet Perspektiven – und stellt Fragen, aus denen neue Fragen entstehen.

VW im Film

Filme als Spuren in die Vergangenheit und zur Gegenwart des Volkswagen-Konzerns Detlef Endeward (08/2026) Die Geschichte von Volkswagen ist auch eine Geschichte seiner Bilder. Sie beginnt mit den nationalsozialistischen Wochenschauen, die den Bau des Volkswagenwerkes und den KdF-Wagen als Versprechen...

Im Kapitalismus geht es immer um Geld

Vom Aufbau des VW-Werks Emden in den 1960er Jahren bis zur gegenwärtigen Konzernkrise: Historische NDR-Filme und aktuelle Gewinn- und Dividendendaten eröffnen einen politisch-ökonomischen Blick auf Volkswagen. Im Mittelpunkt stehen der Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit sowie die Fragen, wer gesellschaftlichen Reichtum erwirtschaftet, wer über ihn verfügt und wer die Folgen unternehmerischer Entscheidungen trägt.

Der VW-Komplex (1989/90)

Hartmut Bitomskys Filmessay „Der VW-Komplex“ folgt der Produktion eines VW Golf durch das Wolfsburger Werk und verbindet diesen Weg mit einer Spurensuche durch die Geschichte des Konzerns und der Stadt. Arbeit und Automatisierung, Menschen und Maschinen, NS-Vergangenheit und bundesrepublikanische Gegenwart verdichten sich zu einem ebenso materiellen wie gesellschaftlichen „Komplex“.

Volkswagen kommt nach Hannover

Volkswagen kommt nach Hannover

Mit dem 1956 eröffneten Werk Hannover-Stöcken begann Volkswagen, über Wolfsburg hinaus die Wirtschafts- und Arbeitswelt Niedersachsens zu prägen. Der neue Standort schuf Tausende Arbeitsplätze und wurde zugleich zu einem wichtigen Ort gewerkschaftlicher Organisation. An seiner Geschichte werden die Verflechtungen von Unternehmen, Lohnarbeit, Gewerkschaft, Stadt und Landespolitik exemplarisch sichtbar.

Wer verfügt über Volkswagen?

Bei Volkswagen wird um Werke, Arbeitsplätze und die künftige Konzernstrategie gerungen. Berichtet wird über einen „Machtkampf“ zwischen Vorstand, Betriebsrat, Eigentümern und dem Land Niedersachsen. Doch wer verfügt eigentlich über VW, wer entscheidet über Gewinne und Verluste – und wer trägt die Folgen? Die Krise legt Macht- und Eigentumsverhältnisse offen, die sonst hinter dem Unternehmen verschwinden.

Wenn Krieg zum Geschäftsmodell wird

Der Beitrag nimmt die Analyse von Elke Schwarz zum Rüstungsboom im Silicon Valley zum Ausgangspunkt und verbindet sie mit Varoufakis’ Technofeudalismus, dem politischen Programm von Karp/Zamiska, Thiels Demokratiekritik und Trumps Politik. Die Spuren ergeben ein beunruhigendes Muster: Technologische, ökonomische, staatliche und militärische Macht verstärken sich wechselseitig – ein Warnruf, diese Entwicklung demokratisch zu begrenzen.

Film als historische Quelle

Der Beitrag kritisiert einen quellenkritischen Zugang, der Film vor allem nach dem „Was“ des Abgebildeten befragt. Demgegenüber wird das filmische „Wie“ selbst als historischer Bedeutungsträger verstanden: Gestaltung, Montage und Bild-Ton-Verhältnis gehören zum Quellenwert. Damit erweitert sich der Blick vom Filmdokument auf jeden Film – ausdrücklich auch den Spielfilm – als potenzielle historische Überrestquelle.

25 Jahre Bundesrepublik – 50 Jahre später wieder gelesen

1974 deutete Alexander von Brünneck 25 Jahre Bundesrepublik aus einer linkssozialistischen Perspektive. 50 Jahre später wird der Text selbst zur historischen Spur: Was und wie erzählt er Geschichte, wie rahmt Peter von Oertzen diese Deutung als Gegenstand kritischer Bildungsarbeit – und welche Fragen bleiben für Gesellschaftskompetenz heute aktuell?