Kategorie: Niedersachsen

Zirkusbesuche in der Stadt

In Hannover gastierten die großen Wanderzirkusse auf dem Klagesmarkt. Da Zirkusbesuche wegen der kurzen Verweildauer zu den seltenen Vergnügen zählten, waren sie umso interessanter. Exotische Tiere, glitzernde Kostüme und perfekte Körperbeherrschung reichten einem erwartungsvollen Publikum aber bald nicht mehr aus. Halsbrecherische Nummern und verführerische Illusion: Sensationell neu oder atemberaubend spannend sollte es schon sein.

Vom Jahrmarkt zum Volksfest

Auf dem Klagesmarkt und auf dem Platz um die Marktkirche fanden nicht nur Wochenmärkte, sondern auch die Jahr- bzw. Weihnachtsmärkte. Im Laufe der Zeit veränderte sich ihr Charakter: Kuriositätenkabinette und Wunderschauen dienten der Volksbelustigung und verdrängte den Handel mit handwerklichen und landwirtschaftlichen Produkten.

Tanzvergnügen

Das Zanzen in Lokalen, Zelten oder unter freiem Himmel gehörte schon immer zu den beliebten Freizeitvergnügen. Lange Zeit tanzte man nur zu besonderen Anlässen oder an Festtagen. Regelmäßige Angebote in Tanzpalästen und Sälen gab es nur in großen Städten, aber meist wurden die nächstgelegenen Gastwirtschaften mit Saal aufgesucht.

Wald- und Gartenlokale

Viele Ausflugslokale an der Eilenriede, z.B. Kirchröder-, Döhrener- oder Lister Turm und Steuerndieb bestanden seit dem Mittelalter als Ausschank für Waldarbeiter und Fuhrleute. Unter städtischer Regie entwickelten sie sich Ende des 19. Jahrhunderts zu attraktiven Zielen für die Spazierenden.

Höhepunkte des hannoverschen Premierenfiebers

Glaubt man den Schilderungen der Premierenbücher, so übertrifft jede Premiere die vorherige an Besucherandrang und Begeisterungsstürmen und sorgt für einen neuen Superlativ des Starrummels. Ein paar Impressionen sollen diesen regelrechten Uraufführungs-Hype im folgenden illustrieren.

Werbemaßnahmen und Medienrummel

Zusätzlich zu etlichen Meldungen, Inseraten und Voranzeigen bringen die Zeitungen und Veranstaltungsmagazine als »Appetizer« immer wieder die Konterfeis der Hauptdarsteller oder Szenenbilder mit Kurztexten. Zu den einschlägigen Kampagnen kommen im Einzelfall spezielle Maßnahmen hinzu, die direkt Bezug nehmen auf das Thema eines Films.

Die Weltspiele – Das hannoversche Uraufführungstheater

Wichtigstes Uraufführungstheater der fünfziger Jahre sind die Weltspiele mit über 40 Uraufführungen und weit mehr Erstaufführungen. In seinen besten Zeiten beschäftigt das Premieren-Kino 22 Platzanweiserinnen, fünf Kassiererinnen, vier Vorführer, zwei Portiers und einen Pagen in Uniform für die fünf Vorstellungen pro Tag.

Premierentheater und prominente Gäste

Das Palast-Theater und die Weltspiele bieten ab 1949 einen festlichen Rahmen für die Auftritte der umjubelten Stars, vier Jahre später kommt das Theater am Aegi hinzu. Kleinere Uraufführungstheater sind die Regina-Lichtspiele oder das Theater am Kröpcke. Im Kielwasser der großen Premierenfeiern segelt auch der Georgspalast (kurz: GOP).

Faszination Film

Was war es nun, was das damalige Publikum so faszinierte, und wer ging zu den frühen laufenden Bildern? Es fällt auf, daß alle frühen Filmvorführungen in der Innenstadt waren und – abgesehen von der Mittagspause – den Tag überliefen. Man sprach also „Laufkund­schaft“ an, die nicht tagsüber arbeitete, Ju­gendliche und vermutlich viele Frauen.