Kategorie: Weimarer Republik

Zirkusbesuche in der Stadt

In Hannover gastierten die großen Wanderzirkusse auf dem Klagesmarkt. Da Zirkusbesuche wegen der kurzen Verweildauer zu den seltenen Vergnügen zählten, waren sie umso interessanter. Exotische Tiere, glitzernde Kostüme und perfekte Körperbeherrschung reichten einem erwartungsvollen Publikum aber bald nicht mehr aus. Halsbrecherische Nummern und verführerische Illusion: Sensationell neu oder atemberaubend spannend sollte es schon sein.

Vom Jahrmarkt zum Volksfest

Auf dem Klagesmarkt und auf dem Platz um die Marktkirche fanden nicht nur Wochenmärkte, sondern auch die Jahr- bzw. Weihnachtsmärkte. Im Laufe der Zeit veränderte sich ihr Charakter: Kuriositätenkabinette und Wunderschauen dienten der Volksbelustigung und verdrängte den Handel mit handwerklichen und landwirtschaftlichen Produkten.

Tanzvergnügen

Das Zanzen in Lokalen, Zelten oder unter freiem Himmel gehörte schon immer zu den beliebten Freizeitvergnügen. Lange Zeit tanzte man nur zu besonderen Anlässen oder an Festtagen. Regelmäßige Angebote in Tanzpalästen und Sälen gab es nur in großen Städten, aber meist wurden die nächstgelegenen Gastwirtschaften mit Saal aufgesucht.

Wald- und Gartenlokale

Viele Ausflugslokale an der Eilenriede, z.B. Kirchröder-, Döhrener- oder Lister Turm und Steuerndieb bestanden seit dem Mittelalter als Ausschank für Waldarbeiter und Fuhrleute. Unter städtischer Regie entwickelten sie sich Ende des 19. Jahrhunderts zu attraktiven Zielen für die Spazierenden.

Der Charakter der faschistischen Krisenlösung

Die Herstellung der faschistischen Diktatur stellte sich als ein widersprüchlicher Prozess dar, in dem die Lösung „sich auf den kleinsten für alle Fraktionen akzeptablen wirtschaftspolitischen Nenner konzentrierte“. Die Annäherung vormals konkurrierender Konzeptionen erfolgte vor dem Hintergrund der sich verändernden politischen und vor allem ökonomischen Bedingungen in der Krise.

Literatur zu Politik und Ökonomie am Ende der Weimarer Republik

Ausgewählte Autoren/innen: Elmar Altvater, Alfred Sohn-Rethel, Karl-Dietrich Bracher, Dirk Stegmann, John Kenneth Galbraith, Kurt Gossweiler, GeorgeW.F. Hallgarten, Joachim Radkau, Eike Henning, Harold Kames, Niels Kadritzke, Jürgen Kuczynski, Reinhard Kühnl, Dieter Petzina, Kart´sten Heinz Schönbach. Bernd Weisbrod u.a.

Staatsstreich in Preußen 1932

Mit dem „Preußenschlag“ (auch als Staatsstreich in Preußen bezeichnet) wurde am 20. Juli 1932 durch eine erste Notverordnung des Reichspräsidenten die geschäftsführende und legale Regierung des Freistaates Preußen durch den Reichskanzler Franz von Papen als Reichskommissar ersetzt.

Der Rätekongress im Dezember 1918

Rätesystem oder Parlamentarismus?  Detlef Endeward 06/2025 Die Revolution von 1918/19 steht als Zäsur am Übergang vom deutschen Kaiserreich zur parlamentarischen Republik. Ausgelöst durch die kriegsbedingte soziale Notlage, das Versagen der monarchischen Führung sowie den zunehmenden Druck einer organisierten Arbeiterschaft, entfaltete...

Einschätzung der politisch-ökonomischen Lage 1932/33 durch die Arbeiterorganisationen

Trotz früh vorhandener Einsichten über den Charakter des Faschismus ist es den Organisationen der Arbeiterbewegung nicht gelungen, eine gemeinsame politische Praxis gegen den aufkommenden Faschismus zu entwickeln. Man bekämpfte sich einerseits viel zu sehr gegenseitig und andererseits erfolgten die strategischen Konsequenzen von SPD, Gewerkschaften und KPD aus zwar unterschiedlichen aber gleichwohl katastrophalen realpolitischen Fehleinschätzungen der politisch-ökonomischen Lage in der Wirtschaftskrise.