Monatsarchiv: August 2026

Spielfilme als Spuren gesellschaftlicher Wahrnehmungen, Mentalitäten und kollektiver Selbstbilder

Spielfilme als Spuren gesellschaftlicher Wahrnehmungen, Mentalitäten und kollektiver Selbstbilder

Spielfilme sind mehr als Abbilder vergangener Wirklichkeit. Als Produkte ihrer Zeit artikulieren sie gesellschaftliche Wahrnehmungen, Bedürfnisse, Ängste, Hoffnungen und Wunschbilder – bewusst wie unbeabsichtigt. Im Anschluss an Kracauer und Ferro wird der Spielfilm so als historische Quelle lesbar, die Zugänge zu Mentalitäten und gesellschaftlichen Bewusstseinslagen eröffnet.

Das Bild des deutschen Nachkriegsspielfilms in Publizistik und Filmgeschichtsschreibung

Das Bild des deutschen Nachkriegsspielfilms in Publizistik und Filmgeschichtsschreibung

Aus der Perspektive des Jahre 1993 Im Folgenden behandelt Bettina Greffrath überblicksweise kleinere Arbeiten zum deutschen Nachkriegsspielfilm. Diese werden primär im Hinblick auf für ihre Studie zu Gesellschaftsbildern der Nacjkriegszeit anregende inhaltliche und methodische Schwerpunkte betrachtet.   Bettina Greffrath (19923)...

Soziologische und psychologische Analysen der deutschen Nachkriegsspielfilme

Soziologische und psychologische Analysen der deutschen Nachkriegsspielfilme

Bettina Greffraths Beitrag aus dem Jahr 1993 setzt sich kritisch mit fünf Untersuchungen zum deutschen Nachkriegsspielfilm auseinander. Im Zentrum stehen ihre Auswahl der Filme, die verwendeten Quellen und Methoden sowie unterschiedliche Vorstellungen vom Verhältnis zwischen Film, Gesellschaft und Publikum. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach gesellschaftlichen Deutungsmustern, Publikumsbezug, Ideologiekritik und dem Quellenwert von Spielfilmen. Damit wird zugleich das eigene historisch-sozialpsychologische Forschungsprofil geschärft.

Schuld, Opfer und Verantwortung

Schuld, Opfer und Verantwortung

Die Zusammenfassung bündelt die Deutungsmuster früher Nachkriegsfilme: Die Jahre vor dem Krieg bleiben weitgehend ausgespart, Täter treten selten hervor und Verantwortung wird häufig auf Hitler konzentriert. Zugleich erscheinen Deutsche überwiegend als Opfer von Krieg und NS-Herrschaft. Nur wenige Filme durchbrechen diese Perspektive und fragen nach eigener Verstrickung und Schuld.

Die Schuld: Täter und Opfer

Die Schuld: Täter und Opfer

Der Beitrag untersucht, wie frühe Nachkriegsfilme Schuld, Täterschaft und Opferrollen ordnen. Häufig wird Verantwortung auf Hitler oder wenige Täter konzentriert, während Deutsche vor allem als Leidende erscheinen. Ehe im Schatten durchbricht dieses Muster teilweise, Die Söhne des Herrn Gaspary zeigt dagegen Mechanismen der Schuldabwehr und moralischen Selbstaufwertung.

Überzeugungstäter im Irrtum

Überzeugungstäter im Irrtum

Der Beitrag untersucht, wie frühe Nachkriegsfilme überzeugte Nationalsozialisten und die „Verführung“ der Jugend darstellen. Am Beispiel von Und finden dereinst wir uns wieder zeigt sich eine eigentümliche Verschiebung: Kritisiert werden weniger die NS-Ideale selbst als Verrat, Charakterschwäche und mangelnde Konsequenz ihrer einstigen Verfechter.

Haltungen: Mitläufer, Innere Emigranten, „Gute Menschen“

Der Beitrag untersucht, wie frühe Nachkriegsfilme Haltungen im Nationalsozialismus darstellen. Im Zentrum stehen Mitläufertum, „innere Emigration“, Widerstand und „Menschlichkeit“. Am Beispiel von In jenen Tagen wird sichtbar, wie Deutsche vor allem als Opfer oder Helfer erscheinen, während gesellschaftliche Verstrickung und Täterschaft weitgehend ausgeblendet bleiben.

Der Krieg – „Schicksal der Menschheit“

Der Beitrag untersucht die Kriegsbilder früher deutscher Nachkriegsfilme. Krieg erscheint vielfach als allgemeines Menschheitsschicksal statt als historisch und gesellschaftlich verursachtes Geschehen. An Der Apfel ist ab, Liebe 47 und Das Mädchen Christine wird gezeigt, wie Verantwortung entkonkretisiert und strukturelle Ursachen ausgeblendet werden.

Der Alltag: Kollektive Bedrohung und Angst

Der Beitrag untersucht, wie frühe deutsche Nachkriegsfilme den Alltag im Nationalsozialismus darstellen. Im Zentrum stehen Angst, Anpassung, Mitläufertum und individuelle Verantwortung. Wolfgang Staudtes ROTATION erscheint dabei als Ausnahmefilm, weil er Verstrickung, Wegsehen und politische Verantwortung differenziert sichtbar macht.

Bilder des „Dritten Reiches“

Bilder des „Dritten Reiches“

Die untersuchten Nachkriegsfilme entwerfen unterschiedliche Bilder des „Dritten Reiches“. Im Zentrum steht die Frage, ob und wie sie individuelle Verantwortung, Zustimmung und Handlungsspielräume sichtbar machen und eine kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit und den Erfahrungen der Opfer ermöglichen.

Historischer Exkurs: Wie konnte es dazu kommen?

Historischer Exkurs: Wie konnte es dazu kommen?

Zur politischen Ökonomie der Wohnungsfrage – von der Industrialisierung über Sozial- und Gemeinwirtschaft bis zu Privatisierung und Finanzialisierung Die gegenwärtige Wohnungsfrage lässt sich nicht hinreichend aus aktuellen Baukosten, Zinsen, Zuwanderung oder fehlenden Wohnungen erklären. Historisch grundlegender ist die Frage, wie...

Stadtentwicklung in Hannover 1945 bis Mitte der 1960er Jahre

Stadtentwicklung in Hannover 1945 bis Mitte der 1960er Jahre

Wohnen, Wiederaufbau und die Neuordnung des städtischen Raums – ein regionales Beispiel gesellschaftlicher Modernisierung Detlef Endeward (08/2026 Hannover eignet sich in besonderer Weise als regionales Beispiel für die Entwicklung von Wohnen, Bauen und Stadtplanung in der frühen Bundesrepublik. An kaum...