Monatsarchiv: August 2026

Natürliche Unterschiede

Natürliche Unterschiede

Die Restitution einer „friedlich-harmonischen“ Klassenordnung Bettina Greffrath (1993) Am Anfang scheinen sie in den Filmen bunt durcheinander gewirbelt: Menschen mit unterschiedlicher regionaler und sozialer Bindung treffen auf ihren Wegen und Haltepunkten – kurzzeitig zu „Kaleidoskopen“ vereinigt – aufeinander. Der Prozess...

Inseln der Glückseeligkeit

Inseln der Glückseeligkeit

Restituierte Mikrokosmen der Harmonie Bettina Greffrath (1993) DIE KUPFERNE HOCHZEIT (A, 1948) Die Kamera erfasst aus der Vogelperspektive eine äußerlich heile Welt: Die Inserts erscheinen auf einem großen, idyllisch gelegenen Haus in ländlicher Umgebung. Die nachfolgende Szenerie erlebt der Kinozuschauer...

Modelle für eine neue Gesellschaft?

Modelle für eine neue Gesellschaft?

Der Beitrag untersucht, wie frühe DEFA-Spielfilme gesellschaftliche Zukunftsentwürfe nach 1945 formulieren. An Freies Land und Grube Morgenrot zeigt er, wie Bodenreform, Vergesellschaftung und Planwirtschaft filmisch als Modelle des Neubeginns entworfen werden – und welche Widersprüche zwischen gesellschaftlicher Erfahrung und politischem Anspruch dabei sichtbar werden.

Formen der Wahrnehmung der Gegenwart

Formen der Wahrnehmung der Gegenwart

Der Beitrag untersucht, wie Spielfilme der frühen Nachkriegszeit die Wahrnehmung der Gegenwart inszenieren. Fensterblicke, Dunkelheit, Rummelplätze und gestörte Wahrnehmungen stehen für Verunsicherung und Realitätsflucht. Am Beispiel von Wozzeck und Nachtwache wird sichtbar, wie Hinsehen, Wegsehen und Verdrängen zu zentralen Deutungsmustern der Nachkriegsgesellschaft werden.

Modelle für eine friedensfähige humane Gemeinschaft als Plädoyer für Selbstreflexion und Erfahrung

Modelle für eine friedensfähige humane Gemeinschaft als Plädoyer für Selbstreflexion und Erfahrung

Greffrath interpretiert Der große Mandarin (1949) als außergewöhnlichen gesellschaftlichen Zukunftsentwurf des Nachkriegsfilms. Im Zentrum stehen Erfahrung, Einfühlung und Selbstreflexion als Voraussetzungen von Frieden, Demokratie und Humanität. Gesellschaftliche Veränderung erscheint dabei untrennbar mit der Veränderungsfähigkeit der Menschen verbunden.

Klima, Krieg und Wirtschaft – warum wir Gesellschaftskompetenz brauchen

Politisch wirksam handeln heißt, gesellschaftliche Zusammenhänge erkennen zu können Kommentar von Detlef Endeward (14.08.2026) Klimawandel, Aufrüstung, Krieg, Energiepolitik, wirtschaftliche Interessen und individuelle Lebensführung werden in der öffentlichen Diskussion häufig als voneinander getrennte Themen behandelt. Für den Klimaschutz ist das Umweltressort...

Die geschichtliche Organisation der Arbeitsvermögen

Negt und Kluge begreifen Arbeitsvermögen als historisch entstandene menschliche Fähigkeiten. Mit Marx und Sohn-Rethel wird sichtbar, wie sie im Stoffwechsel mit der Natur entwickelt, gesellschaftlich organisiert, getrennt und hierarchisiert werden. Ihr Eigensinn verweist zugleich auf Möglichkeiten, die über ihre kapitalistische Verwertung hinausreichen.

Vom Staubsaugervertreter zum Influencer

Vom Staubsaugervertreter zum Influencer

Alte Verkaufslogik in neuer medialer Gestalt Ein großer Teil der heutigen sogenannten Influencer lässt sich – halb ironisch, aber durchaus ernst gemeint – mit den Staubsaugervertretern der 1950er- und 1960er-Jahre vergleichen. Beide kommen scheinbar nicht als anonyme Werbung daher, sondern...

Politische Bildung zwischen kritischer Urteilsfähigkeit und gesellschaftlicher Bestandssicherung

Politische Bildung schützt Demokratie nicht dadurch, dass sie Menschen auf die bestehende Ordnung verpflichtet. Sie stärkt Demokratie, indem sie Menschen befähigt, gesellschaftliche Verhältnisse einschließlich ihrer Macht-, Herrschafts- und Eigentumsverhältnisse kritisch zu verstehen, begründet zu beurteilen und demokratisch handelnd zu verändern.

Film nicht nur sehen – Film machen

Aktive Film- und Videoarbeit macht kulturelle und mediale Gestaltung praktisch erfahrbar. Wer selbst filmt, wählt aus, gestaltet und erzeugt Bedeutungen. Im Zusammenspiel von Wahrnehmung, Erfahrung, Produktion, Öffentlichkeit und Reflexion wird Filmpraxis zu einem besonderen Feld kultureller und demokratischer Bildung.

Kulturelle Kompetenz

Kulturelle Kompetenz bezeichnet die Fähigkeit, kulturelle Ausdrucksformen als gesellschaftlich und historisch hervorgebrachte Formen der Wahrnehmung, Erfahrungsverarbeitung und Bedeutungsproduktion zu verstehen, ihre ästhetischen, medialen und hegemonialen Strukturen kritisch zu reflektieren, unterschiedliche und widersprüchliche Deutungen auszuhalten und durch eigene kulturelle Praxis an gesellschaftlichen Verständigungs- und Gestaltungsprozessen teilzunehmen.

Demokratie: Gesellschaftsverhältnis – Lebensweise – Verhaltensweise

Demokratie als Verhaltensweise setzt bei Beziehungen, Konflikten und Entscheidungen an. Demokratie als Lebensform fragt nach den Bedingungen demokratischer Selbstbestimmung. Gesellschaftskompetenz verbindet beide Ebenen: Demokratie erfahren, Machtverhältnisse verstehen und gesellschaftliche Veränderung gemeinsam gestalten können.