Der Krieg – „Schicksal der Menschheit“
„Das Kapitel Krieg kann geschlossen werden“
Bettina Greffrath (1993)
„Ein ähnliches Ausweichmanöver kennzeichnet die Standardreaktion auf die Ruinen. Wenn es überhaupt zu einer offenen Reaktion kommt, dann besteht sie aus einem Seufzer, auf welchen die halb rhetorische, halb wehmütige Frage folgt: ‚Warum muss die Menschheit immer nur Krieg führen?‘ Der Durchschnittsdeutsche sucht die Ursachen des letzten Krieges nicht in den Taten des Naziregimes, sondern in den Ereignissen, die zur Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies geführt haben.“[1]
Buchstäblich in den Himmel, genauer in die „Schöpfungswerkstatt“, in die Zeit Adam und Evas, verlegte Regisseur Helmut Käutner eine Debatte über die Weltordnung und die Fähigkeit der Menschen, Frieden zu halten: In DER APFEL IST AB (Uraufführung: November 1948) stehen sich Petrus und Luzifer wie „Optimist und Pessimist“[2] gegenüber, wobei Luzifer mit seiner Argumentation eher auf die Realität bezogen scheint. Petrus bastelt nach Käutners Fabel noch am Modell = Ideal. Ich zitiere aus meinem Filmprotokoll:
„(Aus einem Riss eines Globus, der für den ‚Prototyp‘, das Modell Erde steht, flammt und raucht es.)
Petrus: Kitt ist keine Lösung.
Luzifer: Tatsachen sind nicht zu leugnen.
Petrus: Aber mit einigem guten Willen muss es doch möglich sein, dieses ganze Gebilde zu einem einheitlichen friedlichen Gebilde zusammenzu…
L.: …kitten
P.: (säuerlich) …schweißen. Wollen wir nicht wenigstens ihre Sprachen einheitlich machen?
L.: Wozu, sie verstehen sich so und so nicht.
P.: Sie scheinen geradezu ein Interesse daran zu haben, eine Harmonie zu vermeiden.
L.: Harmonie ist Stagnation.
P.: Harmonie ist Frieden. Und Frieden steht in der Schöpfungsvorschrift.
L.: Ich halte den Frieden für eine unproduktive Langeweile, die den Menschen auf Dauer nicht entsprechen wird.
P.: Eine solche Sprache ist hier unerwünscht.
L.: Meine Person scheint unerwünscht zu sein.
P.: Allerdings. Fürchte, Ihre Zeit ist bald um – wenigstens in diesem Reich.“[3]
Petrus‘ Stellungnahme (gespielt vom Regisseur Käutner), von einem humanistischen Ideal geprägt, bleibt intellektuell-abstrakt wie der ganze Film, der im Stoffkern auf ein verbotenes Kabarettprogramm des Jahres 1935 zurückgeht. Mit den Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg konnte sich der Film nicht ernsthaft verbinden, obwohl er in einer durchaus interessanten Rahmenhandlung[4] und einigen oberflächlichen Anspielungen auf Momente der Nachkriegssituation verweist. Beim Publikum fiel DER APFEL IST AB trotz der zunächst werbewirksamen Interventionen der katholischen Kirche gegen seine Aufführung[5] durch.
1949 ereilte den Spielfilm LIEBE 47 – in loser Anlehnung an Wolfgang Borcherts Stück „Draußen vor der Tür“ gestaltet – das gleiche Schicksal. Wolfgang Liebeneiner lässt hier den Heimkehrer Beckmann (Karl John) über seine frühere Einstellung gegenüber dem Krieg sprechen. Die weibliche Protagonistin Anna Gehrke (Hilde Krahl) erinnert sich an die Vorstellungen ihres gefallenen Ehemannes:
„(Auf der Hochzeitsreise trifft das Paar einen Mann, der die beiden Flitterwöchner über den Kriegsausbruch informiert. Der sagt mit finsterem Gesicht:)
Jetzt wird aus Polen Hackfleisch gemacht.
(Schnitt/Ende Rückblende: Gegenwart)
Beckmann: So war’s dann ja auch. Wir zogen los und dachten, es müsste so sein. Vaterland, Langemarck, und die Fahne ist mehr als der Tod. Keiner hat uns gesagt, dass es die Hölle ist. (Schnitt/Rückblende 1939)
(Anna ist verzweifelt, als ihr Mann – noch aus den Flitterwochen – einberufen wird. Sie weint.)
A.: Ach, Krieg, Krieg…
Ehemann: Aber, Anna, wir müssen’s halt hinnehmen, das gehört zum Menschenleben wie Essen und Trinken und Liebe und Tod. Und immer wird es so sein. Und immer wieder wird es die Herzen der Menschen zerreißen.
(Anna packt weinend den Koffer ihres Mannes. Aus dem Off:)
Mir war so elend.
(Ihr Mann unterhält sich währenddessen mit einem Bewohner des Ferienortes. In seinen Worten wird deutlich, dass für ihn der Krieg als Abenteuer erscheint. Anna hört ihn und stellt – im Off – bitter fest, dass er wohl ‚ein bisschen froh‘ über die Einberufung gewesen sei: ‚Eben ein Mann.‘).“[6]
Der Vorstellung ihres Mannes, der Krieg sei ein ewiges Gesetz der Menschheit, wird kaum widersprochen. Allenfalls seine Abenteuerlust wird durch den Kontext mit Beckmanns Anklage als naiv entlarvt. Doch diese Ahnungslosigkeit erscheint ebenso „natürlich“ („Eben ein Mann“) wie die Begeisterungsfähigkeit und Unwissenheit Beckmanns, mit der er der NS-Kriegsideologie auf den Leim ging. Die Opfer dieses Krieges werden nur auf der deutschen Seite gesehen.[7]
In einzelnen Filmen gibt es Momente einer grundsätzlichen Kritik: In DER GROSSE MANDARIN wird im „Lied des Soldaten“ die Haltung des Volkes gegenüber dem Militär angegriffen[8] und radikal über die Bedingungen einer Friedensordnung nachgedacht. Im DEFA-Spielfilm WOZZECK ist wie in der Büchner-Vorlage die Dehumanisierung des Menschen in einer militaristisch-hierarchisch geprägten Lebenswelt das Thema. Erscheinungsformen und strukturelle Folgen werden besonders eindringlich in der ästhetisch experimentellen Anfangssequenz kritisiert.
Im Film BERLINER BALLADE erscheint der Krieg als etwas lächerlich Irrationales. Der Protagonist Otto Normalverbraucher erinnert sich lakonisch an den Zweiten Weltkrieg:
„Granate Zweiter Weltkrieg trifft Granate Erster Weltkrieg.“
Auch der Titelheld von DER HERR VOM ANDERN STERN kritisiert den Militarismus als irrational. Doch wird diese Stellungnahme dadurch entwertet, dass diese Figur außerhalb der menschlichen Gesellschaft steht und dieser letztlich fremd bleibt.[9]
Die exemplarische Analyse in diesem Zusammenhang gilt einem DEFA-Film, der ähnlich wie WOZZECK mit einem dezidiert antifaschistischen Programm angekündigt wurde. Bei dem Film mit dem Titel DAS MÄDCHEN CHRISTINE waren in Schlüsselpositionen zwei Filmschaffende tätig, denen in der amerikanischen Besatzungszone die Arbeitserlaubnis verweigert worden war. Regie führte Arthur Maria Rabenalt (z. B. JOHANNISFEUER, 1939; … REITET FÜR DEUTSCHLAND, 1941), das Buch verfasste Frank Clifford, alias Hans Heinrich Tilgner. Beide waren von der amerikanischen Militärregierung bereits 1945 überprüft und abgelehnt worden.[10] Rabenalt, „blacklisted“[11], drehte innerhalb unseres Untersuchungszeitraumes mit britischer Lizenz MORGEN IST ALLES BESSER und ANONYME BRIEFE und stellte in der zweiten Jahreshälfte 1949 den auch in dieser Arbeit untersuchten Spielfilm MARTINA fertig[12]; Tilgner/Clifford schrieb zusammen mit Marion Keller das Buch zum 1948 uraufgeführten DEFA-Spielfilm CHEMIE UND LIEBE[13] (Regie: wiederum A. M. Rabenalt).
Realisierten diese Filmkünstler tatsächlich einen der DEFA-Programmatik entsprechenden, antifaschistischen und via Filmkunst die Friedensliebe im Nachkriegsdeutschland fördernden Spielfilm? Meine auf der Grundlage einer Video-Sichtung erfolgte[14] detaillierte Filminhaltsanalyse galt deshalb folgender Frage:
DAS MÄDCHEN CHRISTINE – ein DEFA-Film gegen den Krieg?
Die Inhaltsangabe der DEFA beantwortet diese Frage eindeutig:
„Der Film versucht (…), ein Gleichnis zu gestalten. Ein Gleichnis, das die Folgerung aller Kriege, ob es nun vor einigen Jahren oder heute war, (undeutlich, B. G.:) und zeigt: Die Menschen werden durch einen Krieg niemals besser, sondern sie verrohen innerlich und äußerlich durch ihn, und ein Krieg wird immer Zerstörung bedeuten und niemals den Beginn zu einem neuen besseren Leben.“[15]
Die zeitgenössische Kritik war sich dagegen einig wie selten. Sie machte „Böse Miene zum MÄDCHEN CHRISTINE“:
„(…) über der ganzen kleidsamen Maskerade mit Barett und Federbusch, Stulphandschuhen und Stiefeln (…) dunstet unsichtbar der Kulissenstaub, klingt unhörbar die Melodie ‚Es ist so schön, Soldat zu sein‘.“[16]
Tatsächlich ist Arthur Maria Rabenalts Film zunächst vor allem ästhetischer Ausdruck des enormen Ausstattungsvermögens, über das die DEFA zu diesem Zeitpunkt bereits verfügte. Dabei erzählt der Film historisierend über Menschen im Dreißigjährigen Krieg, Männer und Frauen, Böse und Gute. Er tut dies in schlichter Schwarz-Weiß-Manier und ohne zur Erhellung der Ursachen auf der Seite dieser Menschen beizutragen.
Der tragische Konflikt dieses Films basiert auf der Faszination der Hauptfigur Christine (Petra Peters), die sie gegenüber dem Grafen Merian (Wolfgang Lukschy) empfindet. Christine hält sich aus Angst vor Schändung in Männerkleidern verborgen. Sie verliebt sich in diesen Mann, folgt ihm zunächst in der Verkleidung eines Trossjungen und dient ihm später als Kornett.
Wie verharmlosend die Darstellung des Dreißigjährigen Krieges und der Haltung Merians in diesem Film ist, gibt die Inhaltsangabe zu erkennen, wenn es über Christine heißt:
„Allerdings erwacht bald in ihr die Eifersucht, wenn sie den Grafen Merian, dem (sic!) Anführer des Haufens, von seinen Liebesabenteuern sprechen hört und selbst mit ansehen muss, wie er jede Gelegenheit wahrnimmt, neue zu erleben.“[17]
Tod und Vergewaltigung kommen, wenn überhaupt, steril und harmlos ins Bild. Zudem zeigt Rabenalts Film gerade nicht, was die Inhaltsangabe unterstellt, wenn sie über die Figur des Grafen Merian schreibt,
„dass dieser Mann wie alle, die diesen Krieg durchkämpfen, innerlich zerstört ist“.
Kein Prozess der Erfahrungen, der persönlichen Veränderung wird gezeigt oder auch nur über ihn berichtet. Auch Christines Äußerungen legen eher den Schluss nahe, ihre Liebe habe sie lediglich lange Zeit für den wahren Charakter, „die Natur“ Merians blind gemacht. Am Ende tötet sie den Geliebten im Duell und rechtfertigt ihre Tat vor Gericht so:
„Ich habe nicht den Obristen getötet, den ich geliebt habe (…) von Kindheit an, der mir der Inbegriff aller Ritterlichkeit war.
Richter: Ihr gesteht also, Ihr habt den edlen Grafen von Merian getötet.
Christine: Nein, ein böses Tier.“
Unklar bleibt, ob Christines Kindheitsbild von Merian bereits ein Zerrbild war. Nachdem Christine sich ihm anstelle eines Bauernmädchens, das Merian zum Beischlaf zwingen wollte, heimlich sexuell hingegeben hat, will sich das Mädchen das Leben nehmen. Nun erst öffnet ihr die befreundete „Courasche“ (Tilly Lauenstein) die Augen: Merian sei nicht nur bei den Weibern so brutal, der gehe doch „über Leichen“. Zwei Modelle stehen sich in diesen beiden Frauenfiguren gegenüber: Die sympathisch-menschlich gezeichnete Courasche propagiert das Mitmachen („sonst geht man vor die Hunde“). Christine dagegen scheint keine Wahl zu haben, da ihr die Liebe zu Merian als ihr Schicksal erscheint. Das Mädchen wendet sich enttäuscht in erster Linie gegen den Geliebten und erst in zweiter Linie gegen den inhumanen Kriegsverbrecher. Christine hört mit an, wie Merian herrisch-despotisch über Krieg und Frieden gebietet: „Wir werden schon dafür sorgen, dass der Krieg so lange dauert, wie wir wollen.“ Danach herrscht sie ihn an:
„Ihr seid in meinen Augen das gemeinste Stück Vieh, das des Kaisers Rock trägt.“
Dieser Reaktion liegt wie auch der im Folgenden zitierten abschließenden Äußerung Christines unterschwellig eine spezifische Beurteilung des Phänomens Krieg zugrunde, nach der dieser nicht grundsätzlich, sondern nur als Ausdruck egoistischer Willkür fragwürdig erscheint:
„Ja, auch ich habe getötet, wie man es mich schon als Kind gelehrt hat, aber mein Degenstich galt einem Mann, dem nur der Krieg und seine Schrecken die Erfüllung seines Daseins waren.“
Christines Erfahrungen werden in ihrer Rede zu allgemeinen, „natürlichen“ Eigenschaften des Krieges:
„Ich kenne die Grauen des Krieges, bin ja in ihnen geboren. Ich hab‘ gesehen, wie der Arme den Buckel hinhalten musste, damit wenige sich mästen. Hab‘ gesehen, wie der Bauer nur einen Wunsch hat, sein Brot in Frieden zu essen, wie er bis aufs Blut drangsaliert wird, hab‘ erfahren, wie Treu‘ und Glauben verfällt …“[18]
Das Militärgericht, vor dem das Mädchen nach ihrer Tat steht, verurteilt „den Leutnant“ Christine zum Tode durch den Strang, „die Frau“ Christine spricht es „frei“.
DAS MÄDCHEN CHRISTINE ist primär die Geschichte einer enttäuschten Liebe. Das Bild vom Krieg ist folkloristisch und romantisch verzeichnet, das Profil eines der wenigen sichtbaren Täter unscharf: Merians Bild, seine Attraktivität als Mann, erscheint in der Grundtönung positiv. Er sieht gut aus, hat erkennbar eine hohe gesellschaftliche Stellung (Graf von), wird geliebt und begehrt. Seine Lust am Leben und am Krieg wirkt zunächst durchaus sinnlich, heiter und angenehm. Am Ende erst kippt der Film in eine (pseudo-)kritische Dimension. Der Film formuliert zwar „universelle“ Aussagen über den Krieg, doch geht es hier nicht um ein Aufdecken von strukturellen Zusammenhängen (Herrschaftssystem, Interesse, subjektive Bedürfnisse z. B.). Er benennt und verurteilt vielmehr den einen Schuldigen.
Die oben zitierten kritischen Äußerungen über den Krieg bleiben abstrakt und werden unvermittelt und rein verbal geäußert. Sie gewinnen für den Handlungsverlauf kaum Bedeutung und Begründung. Sie haben eher die Funktion, Beunruhigungen auszuräumen, die möglicherweise aus den Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges auch im Publikum fortwirkten. Diese „Kritik“ fällt zudem im Film mit dem Happy-End zusammen: Mit dem Ende der Gerichtsverhandlung scheint zumindest Christines Welt wieder gerecht (Freispruch!) und vom Krieg losgelöst: Es heißt im Urteil, sie könne sich frei bewegen und ungehindert reisen, wohin sie wolle. Dieses Kapitel kann geschlossen werden.
Anmerkungen
[1] Hannah Arendt: Besuch in Deutschland (1950). Die Nachwirkungen des Naziregimes. In: Zur Zeit. Politische Essays. Berlin 1986, S. 45.
[2] Dies wirkt heute wie eine Anspielung auf jene Holzfigurenpärchen, die in der Nachkriegszeit in vielen deutschen Wohnzimmern standen und diesen Grundanschauungsgegensatz symbolisierten. Bei meinen Eltern hatten „Optimist und Pessimist“ eine „Schlüsselstellung“: auf dem Fernseher.
[3] Zitate und Beschreibungen nach eigenem Filmprotokoll (Video-Sichtung).
[4] Vgl. hierzu Abschnitt 5.4.2 dieser Arbeit.
[5] Vgl. Abschnitt 4.3 – „Fazit“ – dieser Arbeit.
[6] Eigenes Protokoll (Video-Sichtung).
[7] Der Misserfolg des Films ist wohl kaum darauf zurückzuführen, dass hier typische Einstellungen, Bewusstseinsmomente gegenüber der eigenen Vergangenheit verfehlt wurden: Tatsächlich finden sich ähnliche Äußerungen in den früheren „Trümmerfilmen“ häufig. Nur hatte sich diese depressive Stimmung und das Bedürfnis nach rückschauendem Sich-Selbst-Beklagen der Protagonisten durch die Entwicklungen nach der Währungsreform bereits überlebt. Vgl. hierzu ausführlicher Abschnitt 5.2.2.6 dieser Arbeit.
[8] Der Soldat kritisiert in seinem Lied, dass er bei seinem Zug in die Schlacht bejubelt wurde, und dass er nun, nach dem verlorenen Krieg, als „Narr“ und Schuldiger geächtet würde.
[9] Vgl. zu DER HERR VOM ANDERN STERN ausführlicher Abschnitt 5.5.4 dieser Arbeit.
[10] Vgl. Kopie einer undatierten Liste mit dem Titel „Feature Film Production Licenses“ in OMGUS 10/18-2/7. Hier sind unter 9. und 10. Tilgner und Rabenalt genannt und mit dem Vermerk „Application disapproved on political grounds“ versehen. Der Fall Tilgner/Clifford war für die amerikanischen Behörden offenbar nicht so leicht zu entscheiden. Die OMGUS-Akten enthalten den kompletten Fragebogen, in dem Tilgner u. a. angibt, dass drei seiner Filme verboten worden waren und er ab 1938, da „Anti-Nazi“, keine Beschäftigung mehr im NS-Staatsfilm bekommen hatte. Als Referenz nennt Tilgner u. a. René Clair. Nachdem Tilgner zunächst im November 1945 das Zeugnis „No Evidence of Nazi Activity“ ausgestellt worden war, kommt man schließlich durch Informanten und nach ausführlichen Befragungen des Aspiranten zur Entscheidung, den Lizenzantrag abzulehnen. Intelligence Section, Schreiben vom 5. und 19. Dezember 1945; OMGUS 10/17-1/21.
[11] Vgl. Abschnitt 4.3.5 dieser Arbeit.
[12] Vgl. Abschnitt 5.6.2.2 dieser Arbeit.
[13] Dieser Film konnte leider nicht untersucht werden, da zum Zeitpunkt unserer Recherchen auch beim Staatlichen Filmarchiv der DDR keine vorführfähige Kopie des Filmes vorhanden war.
[14] Im DIF, Wiesbaden, Videokopie.
[15] Hektographiert, o. O., u. J., DIF. Grammatik und Interpunktion wie im Original.
[16] So betitelte die russisch lizenzierte Zeitschrift „Für Dich“ ihre Besprechung vom 30.1.1949 (Uraufführung: 14.1.1949), Quelle: DIF.
[17] Hektographierte Inhaltsangabe, o. O., u. J., vermutlich DEFA. Grammatik etc. wie im Original.
[18] Dieses und alle weiteren Zitate und Beschreibungen aus dem Film: eigenes Filmprotokoll, Video-Sichtung im DIF, Wiesbaden.
Auszug aus: Bettina Greffrath: Verzweifelte Blicke, ratlose Suche, erstarrte Gefühle, Bewegungen im Kreis. Spielfilme als Quellen für kollektive Selbst- und Gesellschaftsbilder in Deutschland 1945-1949. Diss. Universität Hannover 1993, S.240-248
[Orthographie aktualisiert und Anmerkungen an die Online-Veröffentlichung angepasst. D.E.]
