Kategorie: Gesellschaftskompetenzen

Vom Wahlsieg in die Defensive – und auf welchem Weg zurück?

Der Wahlsieg der Berliner Linken rückt rasch hinter Debatten über Antisemitismus, Regierungsfähigkeit und Koalitionsbedingungen zurück. Was geschieht dabei mit ihrer zentralen Forderung nach Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne? Der Essay untersucht mediale Deutungsmuster, politische Interessen und mögliche Pfadabhängigkeiten. Ob daraus eine inhaltliche Preisgabe wird, ist noch offen.

Wahlen und Umfragen – und „unsere Demokratie“

Wahlen, Umfragen und ihre öffentlichen Deutungen sind Ausgangspunkte für eine weitergehende Auseinandersetzung mit Demokratie. Die Beiträge fragen nach gesellschaftlichen Interessen, Machtverhältnissen und politischen Handlungsmöglichkeiten. Sie verbinden aktuelle Entwicklungen mit historischen Erfahrungen und grundsätzlichen Überlegungen zu Demokratie als Verhaltensweise, Lebensform und Staatsform.

Gesellschaftliche Infrastruktur

Gesellschaftliche Infrastruktur sichert die Grundlagen unseres Alltags: Mobilität, Energie, Wasser und Wohnraum. Die Bildcollage verbindet diese Bereiche und verweist auf die politischen Fragen dahinter: Wem gehört, was alle brauchen? Wer entscheidet über Ausbau, Preise und Zugang? Und wie lassen sich öffentliche Daseinsvorsorge und gesellschaftliche Bedürfnisse miteinander verbinden?

Kriegstüchtigkeit und Aufrüstung

„Kriegstüchtigkeit“ und Aufrüstung prägen zunehmend die deutsche Politik. Doch wer entscheidet über militärische Prioritäten, wer profitiert und wer trägt die Kosten? Die Beiträge untersuchen politische und ökonomische Interessen, historische Zusammenhänge und gesellschaftliche Folgen. Sie hinterfragen vorherrschende Deutungsmuster und eröffnen Perspektiven auf Sicherheit, Frieden und mögliche Alternativen.

Ironie der Geschichte

Osnabrück und Münster stehen wie kaum andere Städte für die historische Erfahrung, dass selbst lang andauernde Kriege durch Verhandlungen beendet werden können. 378 Jahre später wird in Osnabrück die Umwandlung ziviler Industrieproduktion für militärische Zwecke vorbereitet, während in Münster die NATO den Westfälischen Friedenspreis erhält. Eine bewusst provokante Gegenüberstellung – nicht als historische Gleichsetzung, sondern als Anlass zu fragen, wie sich Vorstellungen von Frieden, Sicherheit und gesellschaftlich legitimer Konfliktbearbeitung verändern.

VW: Die Beschäftigten sollen sparen, der Staat soll zahlen

Während Volkswagen von den Beschäftigten weitere Einsparungen verlangt, fordert die Konzernleitung zugleich staatliche Unterstützung für die Automobilindustrie. Die Entwicklungen in Neckarsulm, Hannover, Emden, Zwickau und Osnabrück zeigen: Standortkosten und Beschäftigungsperspektiven hängen auch von konzernstrategischen Entscheidungen ab. Wer verfügt über die industrielle Zukunft – und wer trägt die Folgen?

Dokumente der Vergangenheit – Bausteine einer neuen Erzählung

Der Rat der Götter integriert historisches Film- und Wochenschaumaterial in die Spielfilmhandlung. Doch dokumentarische Bilder sprechen nicht für sich. Auswahl, Reihenfolge, Montage, Bewegungsrichtung, Sprache, Geräusche und Musik stellen neue Zusammenhänge her. Der Lernweg untersucht exemplarisch, wie aus historischen Aufnahmen eine filmische Argumentation entsteht und fragt, ob die Dokumentarsequenzen innerhalb des Spielfilms eine eigene Geschichte von Aufrüstung, Krieg, Vernichtung, Niederlage und Nachkriegsordnung erzählen.

DeutschlandTrend: Wenn der Rahmen die Antwort schon enthält

Der ARD-DeutschlandTrend zum Sozialstaat zeigt ein grundlegendes Problem politischer Umfragen: Nicht erst die Interpretation der Ergebnisse, bereits die Fragen strukturieren den Raum möglicher Antworten. Besonders aufschlussreich ist, dass dabei ein Deutungsrahmen sichtbar wird, der offenbar so selbstverständlich geworden ist, dass Alternativen kaum noch als Fragen erscheinen: Der Sozialstaat hat ein Finanzierungsproblem, Einschnitte sind notwendig, strittig sind vor allem ihre Verteilung und ihre politische Vermittlung.

VW: Vom Standortkonflikt zum Tarifkonflikt

Keine neuen Produkte auf dem Tisch – dafür die Tarifverträge Beitrag von Detlef Endeward (01.10.2026) Nach der Aufsichtsratssitzung: Die VW-Welt ist nicht stehen geblieben Die „historische“ Aufsichtsratssitzung Anfang September hat den Konflikt um die Zukunft Volkswagens nicht beendet. Für Hannover,...

Pflege als Geschäft – die Privatisierung einer gesellschaftlichen Aufgabe

Die Privatisierung der Pflege verändert mehr als die Eigentumsverhältnisse. Wo Pflege zum Geschäft wird, treffen die Bedürfnisse Pflegebedürftiger und die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten auf Renditeerwartungen von Unternehmen und Finanzinvestoren. Der Beitrag untersucht die Folgen für Pflegequalität, Kosten und soziale Sicherung – und fragt, wer von den gesellschaftlich finanzierten Pflegeleistungen profitiert.

Die Pflegeversicherung in finanziellen Nöten – wie konnte es so weit kommen?

Die Pflegeversicherung steckt in einer Finanzkrise. Doch ist sie tatsächlich zu teuer geworden? Der Beitrag untersucht die politischen und gesellschaftlichen Ursachen ihrer Finanzierungsprobleme: von der Konstruktion als Teilleistungsversicherung über die Verlagerung gesellschaftlicher Kosten bis zur Privatisierung der Pflege. Er zeigt, wie aus politischen Verteilungsentscheidungen scheinbar unausweichliche Sachzwänge werden.

Gesellschaft im Zusammmenhang denken

Historisch-materialistische, kritische und utopische Perspektiven Redaktion Lernwerkstatt Die Beiträge dieser Rubrik verbindet kein geschlossenes theoretisches System. Sie greifen Gedanken, Begriffe und Perspektiven aus marxistischen und historisch-materialistischen Theorietraditionen, aus Kritischer Theorie und Arbeiterbewegung sowie aus anderen kritischen Ansätzen auf. Gemeinsam ist...