Kategorie: Filmgeschichte
Der Bau der Hindenburg-Schleusen in Anderten bei Hannover ist ein technischer Kulturfilm der Ufa aus dem Jahr 1928, von dem nach jetzigem Recherchestand keine Kopie, sondern lediglich die Zensurkarte überliefert ist.
Der Film bezieht sich auf den Fall des damals gerade überführten Massenmörders Fritz Haarmann. Von dem ursprünglich etwa 20minütigen Stummfilm sind nur fünf Minuten erhalten. Sie zeigen Aufnahmen aus der Innenstadt und Altstadt Hannovers, Orte an denen Haarmann wohnte bzw. sich aufhielt. Seine Bedeutung erlangt das Fragment durch die Tatsache, dass es die ältesten erhaltenen Bewegtbilder aus der Innenstadt Hannovers präsentiert und dabei auch ein Stück Leben auf den Straßen zeigt.
Der Film zeigt wahrscheinlich im Sommer 1918 entstandene Impressionen des Tiergartens, u.a. Aufnahmen am Rande der Hans-Sachs-Spiele, mit denen für die „Ludenforffspende“ für Kranke und Kriegsversehrte geworben wurde. Der Schwerpunkt des möglicherweise nur fragmentarisch erhaltenen Films liegt auf den Tieraufnahmen.
Wolfgang Staudtes Die Mörder sind unter uns (1946) ist der erste deutsche Nachkriegsfilm. In den Trümmern Berlins ringt ein traumatisierter Arzt mit Schuld und Gerechtigkeit. Der Film thematisiert NS-Verbrechen, moralische Verantwortung und den Neuanfang – eindringlich, mutig und historisch wegweisend
Im August 1919 gründet der Kaufmann Johann Friedrich Döring die „Hannoversche Gesellschaft für Kinematographie“ in der Goethestraße 3. Die Firma hat sich die Fabrikation sowie den Export und Verleih von Filmen zur Aufgabe gemacht. 1922 unterhält sie sogar eine Filiale in Buenos Aires. Einen Namen macht sich das Unternehmen in erster Linie durch seine „Reisefilme“.
Eine der bedeutendsten Spielfilmproduktionen ist die „Fery-Film GmbH“ von Klaus Fery, die am 1. November 1919 in Hannover den Betrieb aufnimmt. In der Langen Laube 12 unterhält sie ein 800 qm großes Atelier mit einer Entwicklungs- und Kopieranstalt sowie einer eigenen Schauspeilschule unter der Leitung des „Haus“-Regisseurs Willy Achsel.
1919 besuchen eine Million Menschen täglich die 3000 Kinos des Deutschen Reichs. Ihr Programm ist bereits breit gefächert und reicht von Melodramen über Komödien bis zu Aufklärungs- und Kriminalfilmen. Ein großes Netz von Verleih- und Vertriebsfirmen versorgt die Lichtspielhäuser mit Unterhaltungsfilmen. In Hannover sind in zwanziger Jahren laut „Reichs-Kino-Adressbuch“ 22 Filmverleihe ansässig.
Auf dem Gebiet des heutigen Niedersachsen gründen sich 1919/20 zehn Filmproduktionen und -verleihe neu, von denen allein acht in Hannover ansässig sind. Bis Mitte der zwanziger Jahre setzt ein regelrechtes „Gründungsfieber“ ein: 23 neue Filmfirmen kommen hinzu, 20 davon befinden sich in Hannover.
Auch der Civilingenieur Carl Buderus ist fasziniert vom neuen Medium Film. Er betreibt bereits seit 1887 die Elektrofirma „Buderus & Co“ mit Sitz Auf dem Emmerberge 30 in Hannover.
Sein wissenschaftliches Interesse an der Mechanik der Körperbewegungen ist es, das Ende der achtziger Jahre des 19. Jahrhunderts Ernst Kohlrauschs Interesse für Photographie weckt. Im Oktober 1890 erhält er das Patent für seinen ersten chronophotographischen Apparat.
Im späten 19. Jahrhundert existiert bereits eine Vielzahl von Erfindungen auf dem Gebiet der Photographie, die den Zweck verfolgen, die Wirklichkeit möglichst naturgetreu wiederzugeben.
Der 1846 in Lissa geborene Photograph Ottomar Anschütz ist in Fachkreisen bereits seit 1882 bekannt für die hervorragende Qualität seiner Portraitaufnahmen und Vergrößerungen. Noch im gleichen Jahr wendet er sich der Momentphotographie zu, bei der individuelle Aufnahmen einzelner Bewegungsstadien festgehalten werden.