Kategorie: Weimarer Republik
Seit den Wahlen 1930 wurde dann mit der Verschärfung der ökonomischen Krise – neben einzelnen Personen – auch die Partei mit ihren Nebenorganisationen für die Interessenvertreter des Großgrundbesitze und der Großindustrie zunehmend politisch interessant.
Die NSDAP war schon in ihrer Entstehungsphase eine Organisation, in der die Angehörigen der selbständigen und unselbstäindigen Mittelklasse eindeutig überrepräsentiert gewesen sind; wobei die unteren Schichten – Handwerker, kleine Kaufleute und Beamte – weitaus stärker vertreten waren.
Die Ideologie des Faschismus (1) war ein Konglomerat verschiedenster völkischer, nationalistische und rassistischer Vorstellung die die Mentalität, die Wünsche, Ängste und Bedürfnisse eines Großteils der sozialen Basis dieser Massenbewegung ansprach.
Die Parteitwicklung (1) bis zur Übernahme der politischen Macht läßt sich in folgende Phasen unterteilen: 1919 bis 1923: Entstehung und ideologische Festigung; 1925 bis 1930: innerparteiliche Auseinandersetzungen und organisatorische Konsolidierung der Partei; 1930 bis 1933: Kampf um die politische Macht.
Der Text analysiert die Papen-Regierung als Ausdruck verschobener Kräfteverhältnisse innerhalb der herrschenden Klassen. Die Blockade einer autoritären Lösung ohne Massenbasis begünstigte die Hinwendung zur NSDAP als mobilisierungsfähige Option.
Aus diesem komplexen Interessengeflecht erwuchsen grundsätzliche unterschiedliche und nicht miteinander vereinbare Krisenlösungsstrategien, die sich im Kern aber alle gegen die Vorstellungen der organisierten Arbeitklasse richteten.
In der Wirtschaftskrise nahm die Verelendung großer Teile der Arbeiterklasse in verschärftem Tempo zu: Diese Verschlechterung der Arbeits- und Lebensbedingungen vollzog sich in vier Bereichen: Erhöhung der Zahl der Arbeitslosen und Kurzarbeiter;
Herabsetzung des Reallohns der beschäftigten Arbeiter; Erhöhung der Intensität der Arbeit; Abbau der sozialen Versorgngsleistungen.
Alter Mittelstand und neue Angestellte wuchsen nicht zu einer einheitlichen «Schicht von mentaler Verwandtschaft und gemeinsamer Sozialfunktion» zusammen, «weil die eine soziales Relikt, die andre soziales Neuelement ist»
Mit der Verschärfung der agrarischen Krise entwickelten die landwirtschaftlichen Interessenvertreter eine „nationalwirtschaftliche Krisenstrategie, die durch Förderung der Landwirtschaft der Verringerung des Exports dank Steigerung der Binnennachfrage
begegnen wollte“.
Zur Interessenlage der (Groß-)Industrie Detlef Endeward (05/2025) Die Weltwirtschaftskrise traf die deutsche Industrie am Ende der Weimarer Republik nicht als einheitlichen Block, sondern als ein komplex strukturiertes Gefüge unterschiedlicher Kapitalfraktionen. Diese unterschieden sich sowohl hinsichtlich ihrer Stellung im kapitalistischen Verwertungsprozess...
Klasseninteressen, Machtverschiebungen und der Aufstieg des Faschismus in der Endphase der Weimarer Republik Detlef Endeward (03/2022) Klassenbegriff Als „Klassen“ (1) werden hier also Personenvielheiten bezeichnet, die durch den Besitz bzw. Nicht-Besitz an (Verfügungsmacht bzw. Nicht-Verfügungsmacht über) Kapital und daraus folgende...
Im Verlaufe des Jahres 1928 setzte der Abschwung in der deutschen Wirtschaft allgemein ein, der sich 1929 erheblich beschleunigte. Lediglich die für einzelne Industriesektoren günstige Exportlage verlangsamte diesen Prozess noch.