Zum Verlauf der Wirtschaftkrise

Andrang von Sparern vor der Sparkasse der Stadt Berlin am Mühlendamm nach dem Zusammenbruch der Darmstädter- und Nationalbank am 13. Juli 1931.
Bild: Bundesarchiv (Bild 102-12023 / Fotograf: Georg Pahl). Lizenz: CC-BY-SA-3.0

Im Verlaufe des Jahres 1928 setzte der Abschwung in der deutschen Wirtschaft allgemein ein, der sich 1929 erheblich beschleunigte. Lediglich die für einzelne Industriesektoren günstige Exportlage verlangsamte diesen Prozess noch. Der Jahresbeginn 1930 war von einer erheblichen Erhöhung der Arbeitslosenzahlen in allen Wirtschaftszweigen gekennzeichnet. Der Produktionsrückgang von etwa 33% gegenüber 1929 – weit geringer als in den USA – hielt mit der zunehmenden Absatzminderung nicht Schritt; damit verschärfte sich der Widerspruch zwischen Produktionskapazitäten und Mehrwertrealisierung immer mehr. Das Investitionsniveau wurde 1930 noch in der Höhe von einem Drittel bis zur Hälfte des Umfangs von 1928 bis 1929 gehalten.

Die Kapitalrückforderungen verstärkten sich um die Mitte des Jahres erheblich. Dies führte im Herbst 1931 zum Zusammenbruch des deutschen Bankensystems. Mit den Kapitalrückforderungen waren ein weiterer, von Schwankungen gekennzeichneter, Produktionsrückgang verbunden und damit ein zusätzliches Anwachsen der Arbeitslosenzahlen. „Die Investitionstätigkeit nahm Ende 1931 in einem Maße ab, dass selbst Ergänzungsinvestitionen unterblieben. (vgl. Bracher, S. 199ff)

Im ersten Halbjahr 1932 ging die Abwärtsentwicklung in eine allgemeine Stagnation über, die grundsätzlich an den ökonomischen Schwierigkeiten aber nichts änderte.

 

 

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