Kategorie: Epochen

Flucht ohne Zukunft

Flucht ohne Zukunft

Die Flucht aus der „Erdenschwere“ der Nachkriegswirklichkeit misslingt. Selbst zeit- und ortsferne Filme bleiben an Schuld, Ohnmacht und unbewältigte Vergangenheit gebunden. Damit fehlt ihren Phantasien jene Kraft zur Transzendenz, die für einen gesellschaftlichen Neubeginn und alternative Zukunftsentwürfe notwendig wäre.

Im Niemandsland

Im Niemandsland

Der Herr vom andern Stern entwirft eine Satire auf Bürokratie, Militarismus, politische Demagogie und gesellschaftlichen Konformismus. Doch das humanistische Gegenmodell bleibt ort- und folgenlos. Heinrichs Rückkehr ins All verweist auf Resignation: Die Utopie einer freien und friedlichen Gesellschaft wird ins Erdenferne verbannt.

Fluchtpunkt Land

Fluchtpunkt Land

Schuld allein ist der Wein entwirft das Land als Fluchtpunkt aus der bedrückenden Nachkriegswirklichkeit: Tradition, Gemeinschaft und Heimat versprechen Ordnung und Sicherheit. Doch unter der schwankhaften Idylle wirkt die Gegenwart fort. Im Zentrum steht die modellhafte Bagatellisierung von Schuld durch Aufdeckung, Vergebung und Vergessen.

Verkleinerungen: Der bestrafte Blick in den Spiegel

Verkleinerungen: Der bestrafte Blick in den Spiegel

Träum nicht, Annette! verlagert die Nachkriegswirklichkeit in eine Welt der Träume. Wünsche nach Liebe, Anerkennung und sozialer Erhöhung verkehren sich dabei in Erniedrigung und Bestrafung. Im Wechsel von Größenphantasie und Verkleinerung erscheint ein verunsichertes, gekränktes Selbst.

Erdenschwere: Vom Misslingen eskapistischer Phantasien

Erdenschwere: Vom Misslingen eskapistischer Phantasien

Die „Erdenschwere“ der unmittelbaren Nachkriegszeit prägt zunächst auch den Spielfilm. Seit 1948 mehren sich jedoch Versuche, Trümmer, Not und gesellschaftliche Konflikte durch zeitferne Schauplätze und „überzeitliche“ Stoffe hinter sich zu lassen. Eskapismus erweist sich dabei selbst als zeittypische Reaktion auf die belastende Gegenwart.

Wandel durch Erziehung

Wandel durch Erziehung

Gefährdete Jugend zwischen Fürsorge, Selbstregulierung und demokratischer Verantwortung Bettina Greffrath (1993) Kinder und Jugendliche sind in den Jahren 1947 und (besonders) 1948 häufig Haupthandlungsträger. 1) Dieser Trend korrespondiert mit der Tendenz zu einer heiteren und optimistischen Lebenssicht in den Filmen....

Suche nach neuen pädagogischen und gesellschaftlichen Orientierungen

Suche nach neuen pädagogischen und gesellschaftlichen Orientierungen

Die beiden DEFA-Filme entwerfen unterschiedliche Modelle des Umgangs mit gefährdeten und straffällig gewordenen Jugendlichen. Zwischen Selbstregulierung, Verantwortung, kollektiver Erziehung und autoritärer Kontrolle zeigen sie die Suche der frühen Nachkriegszeit nach neuen pädagogischen und gesellschaftlichen Orientierungen.

Spielfilme als Spuren gesellschaftlicher Wahrnehmungen, Mentalitäten und kollektiver Selbstbilder

Spielfilme als Spuren gesellschaftlicher Wahrnehmungen, Mentalitäten und kollektiver Selbstbilder

Spielfilme sind mehr als Abbilder vergangener Wirklichkeit. Als Produkte ihrer Zeit artikulieren sie gesellschaftliche Wahrnehmungen, Bedürfnisse, Ängste, Hoffnungen und Wunschbilder – bewusst wie unbeabsichtigt. Im Anschluss an Kracauer und Ferro wird der Spielfilm so als historische Quelle lesbar, die Zugänge zu Mentalitäten und gesellschaftlichen Bewusstseinslagen eröffnet.

Das Bild des deutschen Nachkriegsspielfilms in Publizistik und Filmgeschichtsschreibung

Das Bild des deutschen Nachkriegsspielfilms in Publizistik und Filmgeschichtsschreibung

Aus der Perspektive des Jahre 1993 Im Folgenden behandelt Bettina Greffrath überblicksweise kleinere Arbeiten zum deutschen Nachkriegsspielfilm. Diese werden primär im Hinblick auf für ihre Studie zu Gesellschaftsbildern der Nacjkriegszeit anregende inhaltliche und methodische Schwerpunkte betrachtet.   Bettina Greffrath (19923)...

Haltungen: Mitläufer, Innere Emigranten, „Gute Menschen“

Der Beitrag untersucht, wie frühe Nachkriegsfilme Haltungen im Nationalsozialismus darstellen. Im Zentrum stehen Mitläufertum, „innere Emigration“, Widerstand und „Menschlichkeit“. Am Beispiel von In jenen Tagen wird sichtbar, wie Deutsche vor allem als Opfer oder Helfer erscheinen, während gesellschaftliche Verstrickung und Täterschaft weitgehend ausgeblendet bleiben.

Der Alltag: Kollektive Bedrohung und Angst

Der Beitrag untersucht, wie frühe deutsche Nachkriegsfilme den Alltag im Nationalsozialismus darstellen. Im Zentrum stehen Angst, Anpassung, Mitläufertum und individuelle Verantwortung. Wolfgang Staudtes ROTATION erscheint dabei als Ausnahmefilm, weil er Verstrickung, Wegsehen und politische Verantwortung differenziert sichtbar macht.