Kategorie: Politische Kompetenz

Das Grundgesetz als politisches Handlungsfeld

Der Jungsozialisten-Text von 1976 erscheint fünfzig Jahre später als Dokument einer ausgeprägten politischen Bildungs- und Diskussionskultur. Seine Aktualität liegt weniger in den damaligen Antworten als in der Verbindung von Verfassung, gesellschaftlichen Machtverhältnissen und politischer Praxis. Neu gelesen eröffnet er damit bemerkenswerte Zugänge zur Gesellschaftskompetenz.

Wenn Krankheit und Pflege sich rechnen müssen

Die aktuellen Recherchen zu Reha und Pflege verweisen über einzelne Missstände hinaus auf ein strukturelles Problem: Wo Gesundheitsversorgung privatisiert und zum Anlagefeld für Kapital wird, gerät die Gesundheitslogik unter die Verwertungslogik. Gesellschaftskompetenz heißt, diese Zusammenhänge zu erkennen, Eigentums- und Machtfragen zu stellen – und sich im Konflikt zwischen Versorgung und Profit zu positionieren.

Historisch-politische Bildung wieder gelesen

Beiträge zur historisch-politischen Bildung aus den 1970er bis 1990er Jahren werden als Spuren ihrer Zeit wieder gelesen. Gefragt wird nach damaligen Deutungen, Konflikten und Bildungsansätzen – und danach, welche Bedeutung sie heute für historisch-politische Bildung und Gesellschaftskompetenz gewinnen können.

Politik heute – Kommentare und Essays zu aktuellen Entwicklungen

Aktuelle politische Debatten erscheinen häufig als Abfolge von Ereignissen und Entscheidungen. Die Kommentare und Essays fragen nach den dahinterliegenden Interessen, Machtverhältnissen und gesellschaftlichen Konflikten, prüfen vorherrschende Deutungen und eröffnen alternative Perspektiven. Sie laden zum Widersprechen und Weiterdenken ein.

Politische Bildung zwischen kritischer Urteilsfähigkeit und gesellschaftlicher Bestandssicherung

Politische Bildung schützt Demokratie nicht dadurch, dass sie Menschen auf die bestehende Ordnung verpflichtet. Sie stärkt Demokratie, indem sie Menschen befähigt, gesellschaftliche Verhältnisse einschließlich ihrer Macht-, Herrschafts- und Eigentumsverhältnisse kritisch zu verstehen, begründet zu beurteilen und demokratisch handelnd zu verändern.

Demokratie: Gesellschaftsverhältnis – Lebensweise – Verhaltensweise

Demokratie als Verhaltensweise setzt bei Beziehungen, Konflikten und Entscheidungen an. Demokratie als Lebensform fragt nach den Bedingungen demokratischer Selbstbestimmung. Gesellschaftskompetenz verbindet beide Ebenen: Demokratie erfahren, Machtverhältnisse verstehen und gesellschaftliche Veränderung gemeinsam gestalten können.

Politische Kompetenz

Politische Kompetenz bedeutet mehr als Rechtsbewusstsein und Partizipation. Sie fragt nach Macht, Herrschaft, Interessen und gesellschaftlichen Konflikten. Im Zusammenhang der Gesellschaftskompetenzen verbindet sie kritische Analyse, politische Mündigkeit und die Fähigkeit, Demokratie gemeinsam zu gestalten.

Demokratiebildung ≠ Staatsbürgerkunde

Demokratibildung, die die Analyse von Macht- und Herrschaftsverhältnissen sowie deren politisch-ökonomische Bedingungen ausblendet, reduziert sich auf eine normativ-moralisch aufgeladene Staatsbürgerkunde. Diese wird häufig als kritisch missverstanden, obwohl sie strukturelle Fragen systematisch vermeidet und damit die gesellschaftlichen Voraussetzungen demokratischer Teilhabe nicht adäquat thematisiert.

Sicherheit gegen Freiheit – Demokratie als Kollateralschaden

Der Beitrag zeigt, wie Sicherheitsrhetorik zur schrittweisen Aushöhlung demokratischer Praxis führt. Kritik wird delegitimiert, Freiheit zugunsten bestehender Machtverhältnisse beschnitten. Demokratie bleibt als leere Form zurück, offen für autoritäre Umdeutung.