Schlagwörter: Sozialstaat
Wie werden politische Entscheidungen zu scheinbaren Sachzwängen? Am Beispiel der Sozialstaatsdebatte untersucht dieser Arbeitsbereich das Zusammenspiel von Politik, Thinktanks und Medien. Konkrete Analysen zeigen, wie Deutungsrahmen Zustimmung organisieren, Interessen verdecken und Alternativen ausgrenzen – und wo Alltagserfahrungen und Gegenpositionen diese kulturelle Hegemonie aufbrechen.
Pflege und Gesundheit erscheinen in der öffentlichen Debatte vor allem als Kostenproblem. Dieser Arbeitsbereich fragt nach den politischen Ursachen der Finanzierungskrisen, nach Privatisierung und Renditeinteressen sowie den Folgen für Beschäftigte und Pflegebedürftige. Er untersucht, wer Versorgung braucht, wer sie leistet, wer daran verdient – und wie diese Konflikte öffentlich dargestellt werden.
Die Rentenfrage betrifft alle Generationen. Doch die öffentliche Debatte verengt sie häufig auf Demografie, Kosten und private Vorsorge. Diese Rubrik untersucht die wirtschaftlichen Ursachen unsicherer Alterssicherung, prüft politische und mediale Erzählungen und erschließt Informationsangebote sowie Gegenpositionen – als Material für eine kritische Auseinandersetzung mit der Zukunft des Sozialstaats.
Mit zehn Euro monatlich macht der Staat Kinder zu kleinen Kapitalanlegern. Eltern und Großeltern sollen kräftig dazuzahlen, die Börse für die Altersvorsorge sorgen. Wer kein Geld hat, lernt früh, was Chancengleichheit am Kapitalmarkt bedeutet. Eine politische Glosse über wundersame Renditeversprechen, finanzielle Früherziehung und die schleichende Privatisierung sozialer Verantwortung.
Am 25. September 2026 kündigt die SPD an, die geplante Pflegereform wegen drohender Kürzungen nicht mitzutragen. Fünf Tage später beschließt das Bundeskabinett die Reform. Grundsätzlichere Fragen der Finanzierung und Lastenverteilung werden auf das weitere Reformverfahren verschoben. Ein aktuelles Fallbeispiel dafür, wie gesellschaftliche Verteilungskonflikte politisch bearbeitet werden.
Die Privatisierung der Pflege verändert mehr als die Eigentumsverhältnisse. Wo Pflege zum Geschäft wird, treffen die Bedürfnisse Pflegebedürftiger und die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten auf Renditeerwartungen von Unternehmen und Finanzinvestoren. Der Beitrag untersucht die Folgen für Pflegequalität, Kosten und soziale Sicherung – und fragt, wer von den gesellschaftlich finanzierten Pflegeleistungen profitiert.
Die Pflegeversicherung steckt in einer Finanzkrise. Doch ist sie tatsächlich zu teuer geworden? Der Beitrag untersucht die politischen und gesellschaftlichen Ursachen ihrer Finanzierungsprobleme: von der Konstruktion als Teilleistungsversicherung über die Verlagerung gesellschaftlicher Kosten bis zur Privatisierung der Pflege. Er zeigt, wie aus politischen Verteilungsentscheidungen scheinbar unausweichliche Sachzwänge werden.