Schlagwörter: Alltagskultur
Im Jahre 1926 gab es in Hannover 13.580 Kinoplätze in 24 Kinos. Die größten befanden sich in der Innenstadt: zum Beispiel Decla-Lichtspiele und Ufa-Palast am Aegi, Weltspiele in der Georgstraße, Palastlichtspiele in der Bahnhofstraße, Centraltheater am Goethehaus, Capitol
am Schwarzen Bär. Wer nicht so viel Geld hatte, ging in die billigeren und kleineren Puschenkinos, die auf die Stadtteile verteilt waren. Heute existiert davon nur noch das Apollo auf der Limmerstraße.
Das Gewerkschaftshaus, 1910 in der Nicolaistraße eingerichtet, und das benachbarte Volksheim von 1919 entwickelten sich zu kommunikativen Zentren der hannoverschen Arbeiterbewegung.
Die Arbeiterbewegung war bis zu ihrer Zerschlagung 1933 eine starke Kraft, nicht nur im politischen Bereich. Sie hatte sich auch auf kultureller Ebene und im Sport organisiert.
… und der Lebensformen Die neue Massen- und Freizeitkultur führte innerhalb der einzelnen Klassen und Schichten zur weiteren Ausdifferenzierung der Lebensformen. So gab es z.B. viele Arbeiterfamilien, die in ihrer knapp bemessenen Freizeit wenig für Freizeitkommerz übrig hatten, während sich...
Die hier gezeigten Fototafeln dokumentieren Teile der Ausstellung „Wochenend & schöner Schein. Freizeit und Massenkultur in den Zwanziger Jahren“. Diese Ausstellung war in Hannover vom 16.11. bis 08.12.1991 im KUBUS zu sehen.
Mit dem Volksbühnenverein in Hannover – der erste wurde 1890 in Berlin gegründet – schufen engagierte Sozialdemokraten 1922 den organisatorischen Rahmen für einen preisgünstigen Theaterbesuch breiter Bevölkerungskreise. Theaterbesuche sollten nicht länger finanzielles und kulturelles Privileg Weniger bleiben, sondern auch das kulturelle Niveau der Arbeiterschaft heben.
Nach dem Ersten Weltkrieg fehlte es zunächst an Geld, den 1965 engelegten Zoo weiter zu betreiben. Die Tiere mussten verkauft werden, der Zoo wurde geschlossen. Nach öffentlichen Protesten entstand der Zoo „wie Phönix aus der Asche“ mit veränderter Anlage 1924 neu.
Differenzierung der Freizeitformen Kommunale Freizeiteinrichtungen Hannover – Stadt im Grünen Zoologischer Garten Museen Bibliotheken Volkshochschule Freie Volksbühne Jugendheime Spielplätze Freibäder Hindenburgstadion Traditioneller Freizeitkommerz Moderne kommerzialisierte Freizeit Bürgerliche Freizeit Freizeit im Milieu Arbeiterfreizeit
Hannover gehörte tatsächlich zu den Städten mit den größten Grünflächen auf innerstädtischem Gebiet. Kein Wunder, dass die hannoversche Bevölkerung dieses Angebot reichlich nutzte, sei es zum ausgedehnten Spaziergang in der Eilenriede oder zum gepflegten „Luftschöpfen“ im Maschpark.
„Ein rechter Hort für die heranwachsende Jugend“ Dichtbesiedelte Arbeiterquartiere ohne Grün, enge Wohnungen, schmale Hausflure und kinderfeindliche Hausmeister ließen Kindern wenig Platz zum Spielen. Überall war das Herumtollen eingeschränkt, meist verboten. In älteren Stadtteilen wie Linden oder Nordstadt gab es...
Zwischen Disziplinierung und Selbstentfaltung Der sog. „Jugendfrage“ wollte das Reichsjugendwohlfahrtsgesetz von 1922 Rechnung tragen. Die „Jugendfürsorge“ für „auffällige“ Jugendliche wurde dabei von der „Jugendpflege“ für „normale“ Jugendliche unterschieden. Die neueingerichtete Städtische Jugendpflege war auch für die Freizeitorganisation jugendlicher Gruppen zuständig....
Die Einweihung des ersten „strömungsfreien“ Volksbades an der Lister Mühle am 5.8.1927 war für Hannover eine schon lange überfällige Maßnahme. Denn die Flussbadeanstalten im innerstädtischen Bereich hatten durch ständig steigende Abwasserbelastungen ihre Attraktivität verloren, wähend das Bedürfnis der städtischen Bevölkerung nach Sonne, Wind und Wasser immer mehr Bedeutung gewann.