Schlagwörter: Militarismus

Wenn der Verteidigungsminister von „Kriegstüchtigkeit“ spricht

Wenn der Verteidigungsminister von „Kriegstüchtigkeit“ spricht

Was meint Verteidigungsminister Pistorius, wenn er von „Kriegstüchtigkeit“ spricht? Der Beitrag erläutert den Begriff und zeigt anhand konkreter politischer Maßnahmen, wie Bundeswehr, Wirtschaft, Infrastruktur und Gesellschaft auf einen möglichen Krieg vorbereitet werden sollen. Mit Sönke Neitzel und Leo Ensel wird auch die Sprache selbst zum Gegenstand der Kritik: Welche Vorstellungen von Sicherheit, Krieg und Frieden werden damit geprägt?

Ironie der Geschichte

Osnabrück und Münster stehen wie kaum andere Städte für die historische Erfahrung, dass selbst lang andauernde Kriege durch Verhandlungen beendet werden können. 378 Jahre später wird in Osnabrück die Umwandlung ziviler Industrieproduktion für militärische Zwecke vorbereitet, während in Münster die NATO den Westfälischen Friedenspreis erhält. Eine bewusst provokante Gegenüberstellung – nicht als historische Gleichsetzung, sondern als Anlass zu fragen, wie sich Vorstellungen von Frieden, Sicherheit und gesellschaftlich legitimer Konfliktbearbeitung verändern.

Militär, Staat und Klassenordnung im Kaiserreich

Der Text analysiert das Militär als zentrale Scharnierinstanz im Kaiserreich: institutionell relativ autonom, sozial exklusiv und eng mit herrschenden Klasseninteressen verknüpft. Er verbindet militär-, sozial- und wirtschaftshistorische Ansätze zu einem Modell militarisierter Klassengesellschaft im imperialistischen Kontext.

Remilitarisierung der BRD nach 1945 und gesellschaftlicher Widerstand

Der Beitrag beleuchtet die Remilitarisierung der Bundesrepublik Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg und zeigt politische, gesellschaftliche und gewerkschaftliche Gegenbewegungen. Im Zentrum stehen Konflikte um Aufrüstung, Souveränität und demokratische Kontrolle im Kontext des Kalten Krieges.