Kategorie: Filmproduktion

„Wir Wunderkinder“

1957 erscheint Hugo Hartungs engagierter Roman über die „dennoch heiteren Geschichten unseres Lebens“: „Wir Wunderkinder“. An den Stoff wagt sich Kurt Hoffmann, der Filmregisseur mit dem „sechsten Sinn für das Heitere“ (FAZ), ein Jahr später. 40 Jahre deutsche Geschichte gilt es auf Kinofilmlänge zu bringen.

Außergewöhnlich für Deutschland

Einzigartig in der Geschichte des bundesdeutschen Films der fünfziger Jahre ist ein Experiment, das Hans Abich 1954 wagt: Er gibt dem erst 24jährigen Herbert Vesely die Chance den „ersten deutschen avantgardistischen Spielfilm“ („Der Spiegel“) Nicht mehr fliehen zu realisieren.

Verbürgte Skandälchen

Der erste verbürgte Film Primanerinnen (1951) nach der Novelle „Ursula“ von Klaus Erich Boerner ist zugleich das Debüt Rolf Thieles als Drehbuchautor und Regisseur. Der „Film der jungen Herzen“, wie er vom Verleih angekündigt wird, sorgt speziell beim jugendlichen Publikum für Diskussionsstoff.

Erste Erfolge

Der zweite Film der Filmaufbau entsteht in Koproduktion mit der Neuen Deutschen Film GmbH, München, und wird ein überwältigender Erfolg: Nachtwache (1949, Regie: Harald Braun) trifft ein Zeitgefühl.

Filmaufbau GmbH

Nach Kriegsende, im Sommer 1945, fassen Hans Abich und Rolf Thiele, beide bisher filmisch völlig unvorbelastet, den Entschluss „etwas zusammen zu machen“. Sie sind überzeugt davon, im Massenmedium Film etwas gefunden zu haben, „womit man ein hungerndes Volk, das mit anderen Völkern und sich selbst Schindluder getrieben hat, kulturell breit ‚ernähren‘ kann.“ Vor allem aus persönlichen Gründen wählen die angehenden Filmproduzenten als zukünftigen Firmensitz die Universitätsstadt Göttingen. Am 12. Oktober 1946 wird die Filmaufbau GmbH von der Information Control der britischen Militärregierung lizensiert.

Bau der Schachtschleuse Anderten bei Hannover (1928)

Der Film dokumentiert den Bau der Schachtschleuse Anderten in Hannover und die Einweihungsfeier am 30. Juni 1928. Er zeigt Bauarbeiten, technische Details und Skelettfunde aus einem frühmittelalterlichen Gräberfeld. Vermutlich wurde er als interne Dokumentation einer beteiligten Firma erstellt

Der Kriminalfall in Hannover (1924)

Der Film bezieht sich auf den Fall des damals gerade überführten Massenmörders Fritz Haarmann. Von dem ursprünglich etwa 20minütigen Stummfilm sind nur fünf Minuten erhalten. Sie zeigen Aufnahmen aus der Innenstadt und Altstadt Hannovers, Orte an denen Haarmann wohnte bzw. sich aufhielt. Seine Bedeutung erlangt das Fragment durch die Tatsache, dass es die ältesten erhaltenen Bewegtbilder aus der Innenstadt Hannovers präsentiert und dabei auch ein Stück Leben auf den Straßen zeigt.

Der Tiergarten in Hannover (1918)

Der Film zeigt wahrscheinlich im Sommer 1918 entstandene Impressionen des Tiergartens, u.a. Aufnahmen am Rande der Hans-Sachs-Spiele, mit denen für die „Ludenforffspende“ für Kranke und Kriegsversehrte geworben wurde. Der Schwerpunkt des möglicherweise nur fragmentarisch erhaltenen Films liegt auf den Tieraufnahmen.

Die Mörder sind unter uns (1946)

Wolfgang Staudtes Die Mörder sind unter uns (1946) ist der erste deutsche Nachkriegsfilm. In den Trümmern Berlins ringt ein traumatisierter Arzt mit Schuld und Gerechtigkeit. Der Film thematisiert NS-Verbrechen, moralische Verantwortung und den Neuanfang – eindringlich, mutig und historisch wegweisend