Die Perspektive der Beschäftigten 1982
Hanomag – verladen und verkauft Interview mit einem Kollegen von Hanomag im Mai 1982
Lernwerkstatt Film und Geschichte
Deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts im Film
Hanomag – verladen und verkauft Interview mit einem Kollegen von Hanomag im Mai 1982
Endeward, Detlef / Ökonomische Kompetenz / Politische Kompetenz / VW
von GFS-Admin_2021
von GFS-Admin_2021 · Published September 4, 2026 · Last modified September 5, 2026
Nur vier Tage nach der satirischen Zukunftsvision liegt der VW-Kompromiss erstaunlich nahe an deren Logik: Die Werke werden vorerst nicht geschlossen, doch ihre Zukunft bleibt offen; Stellenabbau und Renditeziele bleiben bestehen. Der „Machtkampf“ ist damit nicht beendet. Der Klassenkonflikt wird vertagt – und die entscheidende Frage bleibt: Wer verfügt über Volkswagen?
Innerhalb weniger Wochen widmeten sich ARD und NDR 2024 in zwei längeren Dokumentationen der Krise bei Volkswagen. Sie erweitern die Nachrichtenberichterstattung um Menschen, Orte und soziale Erfahrungen. Doch verändert sich damit auch die Erklärung der Krise? Die Filme werden zu Zeitzeugnissen dafür, wie öffentlich-rechtliches Fernsehen die VW-Krise wahrnimmt, deutet und erzählbar macht.
Endeward, Detlef / Medienkompetenz / Ökonomische Kompetenz / Politische Kompetenz
von GFS-Admin_2021
von GFS-Admin_2021 · Published September 4, 2026 · Last modified September 5, 2026
50.000 Stellen weniger – aber möglichst sozialverträglich. Was beruhigend klingt, hat „kleine“ Nebenwirkungen: Frühverrentung entlastet Unternehmen, während zugleich vor steigenden Rentenlasten gewarnt wird. Nichtbesetzung verhindert Kündigungen, verschließt aber Jüngeren den Zugang zu guter Industriearbeit. Und über bedrohten Werken bleibt das Damoklesschwert betriebsbedingter Kündigungen hängen.
Endeward, Detlef / Medienkompetenz / Ökonomische Kompetenz / Politische Kompetenz / VW
von GFS-Admin_2021
von GFS-Admin_2021 · Published September 4, 2026 · Last modified September 5, 2026
Wie Tagesschau/NDR und Telepolis das vorläufige Ergebnis bei Volkswagen erzählen – und warum auch dieser Vergleich eine Geschichte erzählt Detlef Endeward (09/2026)* Im Beitrag „Die Krise erzählen – wie Medien aus einem Interessen- und Verteilungskonflikt ein Sachproblem machen“ ging es...
Der 1982 ausdrücklich „vorläufig letzte Akt“ führt Hanomag zu Horst-Dieter Esch und der IBH. Ein neues Werk und 3.000 Arbeitsplätze werden versprochen, während Stadt und Land Millionen bereitstellen und Risiken übernehmen sollen. Die Broschüre verfolgt, wer finanziert, wer entscheidet und wer abhängig bleibt – und endet bewusst offen: „Das holt er sich von anderen.“
1974 erscheint Massey-Ferguson als Retter der Hanomag: staatliche Zuschüsse, neue Produktionslinien und bis zu 2.000 zusätzliche Arbeitsplätze werden angekündigt. Einige Investitionen und Einstellungen folgen tatsächlich. Doch schon wenige Jahre später kippt die Entwicklung. Kurzarbeit, Produktionsverlagerungen und Entlassungen leiten den nächsten Akt der Hanomag-Krise ein.
Noch 1968 erreicht die Hanomag mit 10.000 Beschäftigten einen Höchststand. Dann werden Produktionsbereiche verkauft oder stillgelegt, Investitionen unterlassen und Tausende Arbeitsplätze abgebaut. Der Text von 1982 deutet dies nicht als zwangsläufige Folge einer Krise, sondern als Ergebnis einer Konzernstrategie von Rheinstahl im Vorfeld der Fusion mit Thyssen.
Nach 1950 profitiert die Hanomag vom westdeutschen Wiederaufbau: Lastwagen und Baumaschinen sorgen für einen langen Produktions- und Beschäftigungsboom. Zugleich übernimmt mit Rheinstahl erstmals ein Großkonzern vollständig das Unternehmen. Mit der Krise 1966/67 endet der Aufschwung – und der Text deutet bereits an, dass der folgende Niedergang nicht nur konjunkturelle Ursachen hatte.
Die Betriebsgeschichte wird hier von der anderen Seite erzählt. Von 1848 bis in die 1970er Jahre erscheinen die Beschäftigten nicht nur als Betroffene unternehmerischer Entscheidungen, sondern als handelnde Subjekte: Sie organisieren sich, streiken, setzen Forderungen durch und erleiden Niederlagen. Am Ende steht die Erfahrung, dass Arbeitsplatzabbau und Unsicherheit auch die Fähigkeit zum gemeinsamen Widerstand untergraben.
Zweimal wird die Hanomag innerhalb weniger Jahrzehnte zum Rüstungsproduzenten. Dazwischen stehen die schwierige Umstellung auf Friedensproduktion, Automobil- und Schlepperbau sowie die Krise von 1931. Ab 1933 führt der Weg erneut in Aufrüstung und Krieg – bis zum massenhaften Einsatz von Zwangsarbeitern.
von GFS-Admin_2021
von GFS-Admin_2021 · Published September 3, 2026 · Last modified September 4, 2026
Die Darstellung zur Betriebsgeschichte der Hanomag entstand 1982 und ist aus der Perspektive jener Zeit geschrieben. Ihr leitendes Motiv lautet „verladen und verkauft“. Entsprechend richtet sie den Blick vor allem auf Eigentümerwechsel, Konzernstrategien, Arbeitsplatzabbau, Arbeitskämpfe und die Frage, wer über...