Monatsarchiv: September 2026
Die Darstellung des Faschismus als Geschichte einzelner „böser Männer“ personalisiert historische Verantwortung und verstellt den Blick auf gesellschaftliche Ursachen, ökonomische Interessen und politische Machtverhältnisse. Der Beitrag untersucht, wie solche Geschichtserzählungen entstehen, welche Deutungsmuster sie reproduzieren und was dabei aus dem Blick gerät.
Am 25. September 2026 kündigt die SPD an, die geplante Pflegereform wegen drohender Kürzungen nicht mitzutragen. Fünf Tage später beschließt das Bundeskabinett die Reform. Grundsätzlichere Fragen der Finanzierung und Lastenverteilung werden auf das weitere Reformverfahren verschoben. Ein aktuelles Fallbeispiel dafür, wie gesellschaftliche Verteilungskonflikte politisch bearbeitet werden.
Die Privatisierung der Pflege verändert mehr als die Eigentumsverhältnisse. Wo Pflege zum Geschäft wird, treffen die Bedürfnisse Pflegebedürftiger und die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten auf Renditeerwartungen von Unternehmen und Finanzinvestoren. Der Beitrag untersucht die Folgen für Pflegequalität, Kosten und soziale Sicherung – und fragt, wer von den gesellschaftlich finanzierten Pflegeleistungen profitiert.
Die Pflegeversicherung steckt in einer Finanzkrise. Doch ist sie tatsächlich zu teuer geworden? Der Beitrag untersucht die politischen und gesellschaftlichen Ursachen ihrer Finanzierungsprobleme: von der Konstruktion als Teilleistungsversicherung über die Verlagerung gesellschaftlicher Kosten bis zur Privatisierung der Pflege. Er zeigt, wie aus politischen Verteilungsentscheidungen scheinbar unausweichliche Sachzwänge werden.
Historisch-materialistische, kritische und utopische Perspektiven Redaktion Lernwerkstatt Die Beiträge dieser Rubrik verbindet kein geschlossenes theoretisches System. Sie greifen Gedanken, Begriffe und Perspektiven aus marxistischen und historisch-materialistischen Theorietraditionen, aus Kritischer Theorie und Arbeiterbewegung sowie aus anderen kritischen Ansätzen auf. Gemeinsam ist...
Krieg als Medienereignis, filmisches Ereignis und Gegenstand historischen Lernens Detlef Endeward (09/2026) Noch einmal von vorn – zwölf Jahre später 2014 erschien der Beitrag „Der Erste Weltkrieg – ein Medienereignis für den Geschichtsunterricht?“ in dem von Manfred Quentmeier, Martin Stupperich...
Beobachtungen zu Film und Rezeption und offene Fragen für einen noch ausstehenden Vergleich mit Lewis Milestones Film von 1930 Detlef Endeward (09/2026) Eine erste Annäherung – noch keine Filmanalyse Was erzählt ein Film 1930 über den Krieg – und was...
Zweimal Im Westen nichts Neues, zweimal derselbe Krieg – und doch zwei unterschiedliche Filme in unterschiedlichen historischen Situationen. Lewis Milestones Film von 1930 entstand nach der Katastrophe des Ersten Weltkriegs und vor der nächsten; Edward Bergers Neuverfilmung von 2022 begegnete einem Publikum, während in Europa erneut Krieg geführt wurde. Der Beitrag stellt beide Filme zunächst nebeneinander und fragt nach Entstehungsbedingungen, Kriegserzählung und zeitgenössischer Rezeption. Der eigentliche filmische und historische Vergleich steht noch aus.
Ein Medienbeitrag kann kritisch sein und dennoch die entscheidenden Fragen ausblenden. Am Beispiel eines Tagesschau-Berichts über Rüstungsindustrie und militärische Raumfahrt untersucht der Beitrag, wie politische Deutungsrahmen entstehen und Kritik begrenzen. Im Mittelpunkt stehen die Verflechtungen von Staat, Militär und Industrie sowie die Frage, welche gesellschaftlichen Alternativen außerhalb dieses Rahmens sichtbar werden.
Der Beitrag untersucht am Beispiel des Ukrainekrieges, wie Moralisierung, Expertenauswahl und journalistische Routinen den Raum legitimer politischer Kontroversen strukturieren und verengen können. Empirische Studien zur Medienberichterstattung und zur Auswahl von Talkshowgästen werden mit Hallins Modell der „Sphären“ öffentlicher Kommunikation verbunden. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich der diskursive Status von Positionen verändert – und was geschieht, wenn zur Moralisierung die Doppelmoral tritt.
Wiederkehrende Deutungsmuster in der Berichterstattung über Rente, Gesundheit und Industrie Wer wirtschafts- und finanzpolitische Berichterstattung über längere Zeit verfolgt, begegnet vertrauten Fragen: Ist die Rente noch finanzierbar? Wie lassen sich die Kosten des Gesundheitssystems begrenzen? Welche Einschnitte muss ein Unternehmen...
Die Auswahl verbindet plurale ökonomische Forschung, gewerkschaftsnahe Analysen, marxistisch orientierte politische Ökonomie und Entwürfe solidarischen Wirtschaftens. Die Kurzannotationen zeigen, wofür sich die Angebote bei der Recherche und für Materialien der Lernwerkstatt eignen. Wir machen uns ihre Positionen nicht pauschal zu eigen. Die Auseinandersetzung mit ihnen hilft uns, die eigene Position zu schärfen und das Spektrum politisch-ökonomischer Bildung über den wirtschaftspolitischen Mainstream hinaus zu öffnen.