Betriebsgeschichte der Hanomag

Von 1835 bis 1982: eine Geschichte von Aufschwüngen, Krisen und einem – vorläufigen – letztem Akt

Detlef Endeward (09/2926)

Die Darstellung zur Betriebsgeschichte der Hanomag entstand 1982 und ist aus der Perspektive jener Zeit geschrieben. Ihr leitendes Motiv lautet „verladen und verkauft“. Entsprechend richtet sie den Blick vor allem auf Eigentümerwechsel, Konzernstrategien, Arbeitsplatzabbau, Arbeitskämpfe und die Frage, wer über die Hanomag verfügt und wer die Folgen unternehmerischer Entscheidungen trägt.

Gerade diese Perspektive macht den Text heute noch interessant. Sie bringt aber zugleich blinde Flecken mit sich. Die Broschüre erhob schon damals keinen Anspruch auf eine vollständige Geschichte der Hanomag; aus heutiger Sicht wird noch deutlicher, welche Bereiche nur gestreift oder gar nicht behandelt werden.

Das gilt besonders für die Geschichte des Unternehmens im Nationalsozialismus. Rüstungsproduktion, Zwangsarbeit, die Einbindung der Unternehmensleitung in die nationalsozialistische Wirtschafts- und Herrschaftsordnung sowie die konkreten Lebens- und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten und Zwangsarbeiter verlangen eine eigenständige und wesentlich genauere Betrachtung. Der Text von 1982 kann dafür eine Spur liefern, ersetzt diese Aufarbeitung aber nicht.

Ähnliches gilt für andere Bereiche: die Sozialgeschichte der Belegschaft, Geschlechterverhältnisse, Migration und ausländische Arbeitskräfte, technische Entwicklung, Produktgeschichte, betriebliche Alltagskultur, Mitbestimmung, die Rolle von Stadt und Land sowie die Entwicklung des Werksgeländes nach dem Ende der alten Hanomag. Auch die Geschichte nach 1982 ist bislang nur in Ansätzen in diese Darstellung einbezogen.

Die Wiederveröffentlichung versteht den alten Text deshalb nicht als abschließende Unternehmensgeschichte, sondern als historische Quelle und als Ausgangspunkt für weitere Fragen. Die „weitwinkelige Hanomag-Schau“ soll gerade dort weitergeführt werden, wo der Blick von 1982 noch zu eng war.

Betriebsgeschichte der Hanomag

Frühkapitalismus legt den Grundstein für den Betrieb

Höhenflug und Depression

Rüstungsproduktion und Wirtschaftskrise

Mit Lastwagen und Baumaschinen im Aufwind

Rheinstahl schrumpft sich auf Kosten der Hanomag gesund

Das Zwischenspiel Massey-Ferguson

Hanomag letzter Akt: H.-D. Esch und die IBH

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