Monatsarchiv: April 2026

Militär, Staat und Klassenordnung im Kaiserreich

Der Text analysiert das Militär als zentrale Scharnierinstanz im Kaiserreich: institutionell relativ autonom, sozial exklusiv und eng mit herrschenden Klasseninteressen verknüpft. Er verbindet militär-, sozial- und wirtschaftshistorische Ansätze zu einem Modell militarisierter Klassengesellschaft im imperialistischen Kontext.

Finanzierung der faschistischen Bewegung vor 1933

Zwischen 1925 und 1933 schwankte die NSDAP zwischen formaler Selbstfinanzierung und verdeckter Unterstützung. Beiträge und Massenmobilisierung reichten nicht aus; informelle Spenden, industrielle Netzwerke und infrastrukturelle Hilfe machten die propagierte finanzielle Unabhängigkeit zur Fiktion.

Zur Frage der Finanzierung der NSDAP durch die Großindustrie

Die Analyse kritisiert die verengte „Lehrmeinung“, die Großindustrie habe den NS-Aufstieg kaum finanziert. Schlechte Quellenlage, verdeckte Geldflüsse und strukturelle Interessenlagen sprechen für ein komplexeres Verhältnis: punktuelle, indirekte und strategische Unterstützung bleibt plausibel.

Der Staat als Klassenstaat

Der Staat als Klassenstaat

Textskizze (05/2026) Verfassung und Staat Das Kaiserreich war formal ein Bundesstaat, tatsächlich aber ein von Preußen dominierter Obrigkeitsstaat. Der Reichstag wurde zwar gewählt, besaß aber nur begrenzte Kompetenzen. Die eigentliche Macht lag bei Kaiser, Reichskanzler und Militär. Im Staat wurden...

Globalisierung und die Einbindung des Kaiserreichs in die Weltwirtschaft

Globalisierung und die Einbindung des Kaiserreichs in die Weltwirtschaft

Textskizze (05/2026) Die industrielle Expansion Deutschlands vollzog sich nicht im nationalen Vakuum, sondern war eng mit den Prozessen der ökonomischen Globalisierung verknüpft. Zwischen 1870 und 1914 intensivierten sich weltweit Handels-, Kapital- und Migrationsströme – eine Entwicklung, die Jürgen Osterhammel als...

Kontinuität im Agrarsektor

Kontinuität im Agrarsektor

Junkertum und politische Macht (Textskizze 05/2026) Trotz des industriellen Aufstiegs blieb die Landwirtschaft im Kaiserreich ökonomisch und politisch bedeutsam, vor allem in den ostelbischen Regionen. Der ostelbische Großgrundbesitz, dominiert vom preußischen Junkertum, konnte seine Macht durch gezielte politische Maßnahmen sichern....

Die zweite industrielle Revolution und die Durchsetzung des Industriekapitalismus

Die industrielle Entwicklung im Deutschen Kaiserreich zwischen 1870 und 1914 stellt keinen linearen Modernisierungsprozess dar, sondern eine hochverdichtete Phase kapitalistischer Transformation, in der wirtschaftliches Wachstum, staatliche Strukturpolitik und soziale Umbrüche eng miteinander verschränkt waren. In der Forschung wird diese Phase häufig als „Hochindustrialisierung“ bezeichnet und als Schlüsselperiode für die Herausbildung des modernen Industriekapitalismus in Deutschland analysiert

Der deutsche Weg in den Kapitalismus (1800 – 1871)

Der deutsche Weg in den Kapitalismus verläuft evolutionär statt revolutionär: Adel und Staat steuern die Modernisierung, während das Bürgertum sich anpasst. Kapitalismus entsteht als Mischform aus Agrartradition, staatlicher Lenkung und industrieller Dynamik – ohne Bruch, aber mit Strukturwandel.

Literatur zu Film und Erinnerungskultur

Literatur zu Film und Erinnerungskultur

Assmann, Aleida (2006): Der lange Schatten der Vergangenheit. Erinnerungskultur und Geschichtspolitik. München: C.H. Beck. Erll, Astrid; Wodianka, Stephanie (Hg.) (2008): Film und kulturelle Erinnerung. Plurimediale Konstellationen. Berlin/New York: de Gruyter. Ebbrecht-Hartmann, Tobias (2021): „Dokumentarischer Film und Erinnerung“. In: Geimer, Alexander;...

Analysen, Deutungen, Dokumentationen und didaktische Modelle

Analysen, Deutungen, Dokumentationen und didaktische Modelle

Bedingungen und Ursachen des Ersten Weltkriegs Analysen, Deutungen, Dokumentationen und didaktische Modelle Der Erste Weltkrieg als Produkt struktureller Widersprüche des Imperialismus Zwischen Struktur unnd Entscheidung Zeitgenössische Analysen Karl Liebknecht und die Internationale der Rüstungsindustrie Rudolf Hilferding: Das Finanzkapital (1910) Rosa...

Rosa Luxemburg zum Imperialismus (1916)

Rosa Luxemburg analysiert den deutschen Imperialismus als Produkt der Kapitalakkumulation und der Verschmelzung von Industrie‑ und Finanzmacht. Sie zeigt, wie ökonomische Expansion, militärische Rüstung und politische Macht sich gegenseitig verstärken und den Weltkrieg als strukturelle Folge kapitalistischer Dynamik hervorbringen.