Kontinentalimperialismus

Wirtschaftliche Durchdringung, Balkanpolitik und europäische Großraumwirtschaft unter deutscher Führung

Detlef Endeward (04/2024; aktualisiert: 08/2026)

Während der Binnenkolonialismus auf die politische, nationale und ökonomische Neuordnung von Räumen innerhalb des Deutschen Reiches gerichtet war, bezeichnet Kontinentalimperialismus die über die Reichsgrenzen hinausgreifende wirtschaftliche und politische Expansion vor allem nach Mittel-, Ost- und Südosteuropa. Diese Expansionsrichtung entwickelte sich nicht erst mit der wilhelminischen „Weltpolitik“. Sie knüpfte an ältere Vorstellungen eines mitteleuropäischen Wirtschaftsraumes an, erhielt aber mit der Hochindustrialisierung des Kaiserreichs eine neue ökonomische Grundlage und eine zunehmend imperialistische Ausrichtung.

Der Begriff Kontinentalimperialismus ist dabei gegenüber „Kontinentalkolonialismus“ vorzuziehen. Anders als in den deutschen Überseekolonien entstanden in Ost- und Südosteuropa keine deutschen Kolonialverwaltungen. Die Expansion vollzog sich überwiegend durch Handel, Kapitalexport, Kredite, Eisenbahnbau, industrielle Investitionen und politische Einflussnahme. Entscheidend war weniger die formale Annexion als der Versuch, asymmetrische Wirtschaftsbeziehungen und einen unter deutscher Führung stehenden kontinentalen Wirtschaftsraum herzustellen.

Vom Zollverein zur europäischen Großraumwirtschaft

Vorstellungen einer engeren wirtschaftlichen Organisation Mitteleuropas reichen bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. Mit dem 1834 gegründeten Deutschen Zollverein entstand zunächst ein gemeinsamer Zoll- und Handelsraum großer Teile Deutschlands. Dieser war noch kein imperialistisches Großraumprojekt. Er demonstrierte jedoch, dass wirtschaftliche Integration zugleich ein Instrument politischer Machtbildung sein konnte.

Im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts entstanden unterschiedliche Konzepte einer über die deutschen Grenzen hinausreichenden wirtschaftlichen Integration. Unter Großraumwirtschaft lassen sich verschiedene, keineswegs einheitliche Vorstellungen zusammenfassen, Deutschland zum industriellen Zentrum eines größeren europäischen Wirtschaftsverbundes zu machen und dadurch seine Abhängigkeit von konkurrierenden Weltwirtschaftsräumen zu verringern.

Mit der Hochindustrialisierung veränderte sich der Charakter solcher Vorstellungen. Deutschland entwickelte sich nach 1871 zu einer der führenden europäischen Industriemächte. Schwerindustrie, Maschinenbau, Chemie- und Elektroindustrie expandierten; gleichzeitig nahm die Bedeutung großer Banken bei der Finanzierung industrieller und internationaler Projekte zu.

Damit wuchsen die Interessen an:

  • Absatzmärkten für Industrieprodukte,
  • langfristigen Kapitalanlagen,
  • Rohstoffen und Agrarprodukten,
  • Verkehrswegen und Infrastruktur,
  • politisch abgesicherten Wirtschaftsräumen.

Aus älteren Vorstellungen wirtschaftlicher Integration konnte damit zunehmend die Konzeption einer hierarchisch strukturierten europäischen Großraumwirtschaft entstehen: Deutschland als industrielles und finanzielles Zentrum, Teile Ost- und Südosteuropas als Absatzmärkte, Investitionsgebiete sowie Agrar- und Rohstofflieferanten.

Rudolf Hilferding analysierte 1910 die zunehmende Verbindung von Bank- und Industriekapital als Herausbildung des Finanzkapitals und verband dessen Expansion mit dem Interesse an gesicherten Anlage- und Wirtschaftsräumen (Hilferding 1910/1968). George W. F. Hallgarten hat für das Kaiserreich detailliert untersucht, wie eng industrielle Expansion, Finanzinteressen und Außenpolitik miteinander verflochten waren (Hallgarten/Radkau 1981, S. 54 ff., 69 ff.).

Der Konflikt mit Russland: Industrie- und Agrarinteressen

Besonders deutlich wird diese Verflechtung am deutsch-russischen Verhältnis während der Bismarckzeit. Hallgarten beschreibt für die 1880er Jahre einen zunehmenden Interessenkonflikt, in dem sich Industrie-, Agrar-, Finanz- und Verkehrsfragen gegenseitig verstärkten.

Die expandierende deutsche Industrie war an einem möglichst offenen russischen Absatzmarkt interessiert. Russland wiederum begann, seine noch weniger entwickelte Industrie durch Zollschranken gegen ausländische, insbesondere deutsche Konkurrenz zu schützen. Diese ökonomische Abgrenzung verband sich mit nationalistischen und panslawistischen Strömungen (Hallgarten/Radkau 1981, S. 57).

Gleichzeitig entstand auf dem Agrarmarkt ein geradezu spiegelbildlicher Konflikt. Russische Agrarproduzenten waren an der Ausfuhr von Getreide nach Deutschland interessiert, während die deutschen Großagrarier Schutz vor diesen Importen verlangten. 1887 setzte die agrarische Interessenpolitik eine weitere Erhöhung der deutschen Getreidezölle durch (Hallgarten/Radkau 1981, S. 57).

Damit trafen bereits innerhalb des Deutschen Reiches unterschiedliche Interessen aufeinander:

Die deutsche Industrie wollte den russischen Markt öffnen – die deutschen Agrarier wollten den deutschen Markt gegenüber Russland schließen.

Russland wiederum versuchte, seinen Agrarprodukten Absatzmöglichkeiten zu erhalten und gleichzeitig seine eigene Industrie vor deutscher Konkurrenz zu schützen.

Der Konflikt macht exemplarisch sichtbar, dass von einem einheitlichen „nationalen Wirtschaftsinteresse“ kaum gesprochen werden kann. Außenwirtschaftspolitik entstand vielmehr aus der Auseinandersetzung unterschiedlicher gesellschaftlicher Interessen, die staatlich vermittelt wurden.

Gerade hierin liegt eine Stärke von Hallgartens Analyse. Politische und ökonomische Entwicklungen erscheinen nicht als getrennte Ebenen. Zollpolitik wurde Außenpolitik, Finanzpolitik beeinflusste Bündnisbeziehungen und industrielle Expansion erzeugte geopolitische Konflikte.

Der Balkan: Wirtschaftsraum und Brücke zum Nahen Osten

Vor diesem Hintergrund gewann Südosteuropa gegen Ende des 19. Jahrhunderts für das Deutsche Reich eine neue Bedeutung. Der Balkan war nicht länger lediglich jener politische Konfliktraum, in dem Österreich-Ungarn, Russland und das Osmanische Reich um Einfluss konkurrierten. Für die deutsche Wirtschaft wurde er zunehmend Absatzmarkt, Investitionsgebiet, möglicher Rohstoff- und Agrarraum und zugleich Verkehrsbrücke zum Osmanischen Reich und zum Nahen Osten.

Diese Doppelfunktion war entscheidend.

Die expandierende deutsche Schwer- und Maschinenindustrie konnte vom Aufbau südosteuropäischer Infrastruktur profitieren. Eisenbahnschienen, Lokomotiven, Waggons, Maschinen und elektrotechnische Anlagen mussten produziert und geliefert werden. Banken konnten langfristiges Kapital investieren. Gleichzeitig erschlossen neue Verkehrswege Märkte und erleichterten den Transport von Agrarprodukten und Rohstoffen.

Der Balkan wurde damit Bestandteil einer weiterreichenden räumlichen Perspektive:

Deutschland – Österreich-Ungarn – Balkan – Konstantinopel – Anatolien – Mesopotamien.

Damit verschob sich der Balkan vom vermeintlichen europäischen Randgebiet zu einem strategischen Verbindungsraum zwischen Mitteleuropa und dem Nahen Osten.

Eisenbahnbau als Instrument wirtschaftlicher Durchdringung

Der Eisenbahnbau wurde zu einem zentralen Instrument dieser kontinentalen Expansion. Er zeigt besonders deutlich, wie sich unterschiedliche ökonomische Interessen in einem einzigen Projekt verbinden konnten.

Eisenbahnen waren gleichzeitig:

Kapitalanlage – Absatzmarkt der Schwerindustrie – Infrastruktur zur Markterschließung – Transportmittel für Rohstoffe – Instrument politischer Einflussnahme.

Kapitalanleihen und Eisenbahnbau bildeten deshalb zwei zentrale Formen wirtschaftlicher Durchdringung.

Hallgarten verweist bereits für die 1880er Jahre auf den erbitterten Wettbewerb deutscher und österreichischer Handels- und Bahninteressen um die Eisenbahnverbindungen nach Konstantinopel und den Widerstand russischer Finanz-, Bahn- und Wirtschaftsinteressen dagegen (Hallgarten/Radkau 1981, S. 57).

Der Konflikt macht deutlich, dass Infrastruktur niemals nur eine technische Frage war. Wer Eisenbahnlinien finanzierte, baute und kontrollierte, beeinflusste zugleich die räumliche Orientierung von Handel und Produktion.

Von Konstantinopel nach Bagdad

Das Bild bezieht sich auf die sog. Bagdadbahn. Das Zitat „Deutschland über alles in der Welt“ zeigt den zugrundeliegenden imperialistischen Anspruch

Das deutsche Engagement im Osmanischen Reich setzte diese Entwicklung fort. 1888 erhielt ein von der Deutschen Bank geführtes Konsortium die Konzession für die anatolische Eisenbahn. Deutsche Banken finanzierten das Projekt, während deutsche Industrieunternehmen von den damit verbundenen Aufträgen profitieren konnten.

Mit der 1903 vereinbarten Bagdadbahn erhielt diese Politik eine erheblich größere Dimension. Die Bahn sollte von Konya über Anatolien und Mesopotamien bis nach Bagdad und schließlich in Richtung Persischer Golf führen.

Damit entstand perspektivisch eine landgestützte Verkehrsachse, die den mitteleuropäischen Wirtschaftsraum über den Balkan und Konstantinopel mit dem Nahen Osten verband.

Die Bagdadbahn kann deshalb als exemplarisches Projekt des deutschen Kontinentalimperialismus gelten. Sie verband:

  • Finanzinteressen deutscher Banken,
  • Absatzinteressen der Schwer- und Maschinenindustrie,
  • Erschließung neuer Märkte,
  • Zugang zu Agrar- und Rohstoffräumen,
  • verkehrspolitische und strategische Interessen.

Sie war allerdings kein ausschließlich deutsches Projekt zur Beherrschung eines passiven Osmanischen Reiches. Auch die osmanische Regierung verfolgte mit dem Eisenbahnbau eigene Ziele: wirtschaftliche Erschließung, stärkere administrative Kontrolle des Reichsgebietes, schnellere militärische Mobilität und eine Verringerung regionaler Abhängigkeiten.

Gerade diese Konstellation verdeutlicht den Unterschied zwischen Kontinentalimperialismus und Kolonialherrschaft. Deutschland verfügte nicht über das Osmanische Reich, sondern versuchte, innerhalb eines asymmetrischen, aber von mehreren Akteuren gestalteten Verhältnisses wirtschaftlichen und politischen Einfluss auszubauen.

Europäische Großraumwirtschaft als hierarchische Arbeitsteilung

Hinter den einzelnen Investitionen und Infrastrukturprojekten lässt sich zunehmend eine umfassendere Vorstellung erkennen. Ost- und Südosteuropa sollten nicht lediglich zusätzliche Handelspartner Deutschlands sein. Sie konnten als wirtschaftliche Ergänzungsräume eines hochindustrialisierten deutschen Zentrums gedacht werden.

Die zugrunde liegende Arbeitsteilung war asymmetrisch:

Deutschland: Industrieprodukte, Maschinen, Kapital und technische Infrastruktur.

Ost- und Südosteuropa: Agrarprodukte, Rohstoffe, Absatzmärkte und Kapitalanlagemöglichkeiten.

Nicht wirtschaftliche Verflechtung als solche begründet dabei den imperialistischen Charakter. Internationale Arbeitsteilung gehört grundsätzlich zur Entwicklung des Weltmarktes. Imperialistisch wird sie dort, wo wirtschaftliche Überlegenheit dazu eingesetzt wird, die Bedingungen dieser Arbeitsteilung hierarchisch zu bestimmen und ökonomische Abhängigkeiten politisch abzusichern.

Der Begriff der europäischen Großraumwirtschaft bezeichnet daher mehr als eine Ausweitung des deutschen Außenhandels. Er verweist auf die Vorstellung, einen größeren Wirtschaftsraum so zu organisieren, dass Deutschland dessen industrielles und finanzielles Zentrum bildet.

Internationale Konkurrenz um denselben Raum

Diese Vorstellungen trafen zwangsläufig auf die Interessen anderer Großmächte. Gerade deshalb kann der Kontinentalimperialismus nicht allein aus deutscher Perspektive untersucht werden.

Russland betrachtete Osteuropa, den Balkan und die Meerengen als zentrale eigene Interessengebiete. Österreich-Ungarn verfolgte in Südosteuropa politische und wirtschaftliche Expansionsinteressen. Frankreich war insbesondere über Kapitalexport und Kredite sowohl in Russland als auch im Osmanischen Reich stark engagiert. Großbritannien wiederum musste seine Handelswege und seine globale Stellung im östlichen Mittelmeer und im Nahen Osten berücksichtigen.

Die deutsche wirtschaftliche Expansion bewegte sich daher in einem bereits international umkämpften Wirtschafts- und Einflussraum.

Die zunehmende Konfrontation war nicht zwangsläufig im Sinne eines unausweichlichen Weges zum Krieg. Sie war jedoch strukturell angelegt, sobald mehrere Industrie- und Großmächte versuchten, dieselben Märkte, Investitionsräume, Verkehrswege und politischen Einflusszonen für sich zu sichern.

Hobsbawm hat diese Verbindung von zunehmender Weltmarktintegration und gleichzeitig wachsender imperialer Konkurrenz als charakteristisch für das „imperiale Zeitalter“ von 1875 bis 1914 herausgearbeitet (Hobsbawm 1987). Gerade darin liegt ein scheinbares Paradox dieser frühen Globalisierungsphase: Je enger die Weltwirtschaft verflochten wurde, desto intensiver konnte der politische Kampf um ihre räumliche und wirtschaftliche Ordnung werden.

Vom Wirtschaftsraum zur politischen Großraumordnung

Die Vorstellungen einer europäischen Großraumwirtschaft erreichten nach Beginn des Ersten Weltkrieges eine neue Qualität. Unter Kriegsbedingungen konnten aus wirtschaftlicher Durchdringung Vorstellungen unmittelbarer politischer Vorherrschaft werden.

Friedrich Naumanns Mitteleuropa von 1915 gab dem Gedanken eines von Deutschland und Österreich-Ungarn getragenen Wirtschaftsblocks seine bekannteste programmatische Form (Naumann 1915). Fritz Fischer hat darüber hinaus gezeigt, wie weit Teile der deutschen Kriegszielpolitik auf eine dauerhafte wirtschaftliche und politische Neuordnung Europas unter deutscher Vorherrschaft zielten (Fischer 1961).

Diese Kriegszielpolitik darf jedoch nicht einfach in die Jahrzehnte vor 1914 zurückprojiziert werden. Zwischen Kapitalexport, Eisenbahnbau und Handelsinteressen der 1880er Jahre und den Herrschaftsprogrammen des Weltkrieges bestand keine Identität.

Historisch lässt sich vielmehr eine Radikalisierung der Mittel und Zielvorstellungen erkennen:

wirtschaftliche Expansion → Kapitalexport und Infrastruktur → politische Einflussnahme → Großraumkonzeption → unter Kriegsbedingungen teilweise unmittelbare Herrschaftsplanung.

Die Kriegsziele von 1914 ff. bildeten damit nicht den Ausgangspunkt, wohl aber den bis dahin fortgeschrittensten Ausdruck einer kontinentalen deutschen Großraumpolitik.

Kontinentalimperialismus im internationalen Kapitalismus

Diese Entwicklung lässt sich schließlich in eine umfassendere Geschichte des Kapitalismus einordnen. Die räumliche Expansion des industriellen Kapitalismus führte keineswegs ausschließlich nach Übersee.

Sven Beckerts globale Geschichte des Kapitalismus zeigt am Beispiel der Baumwolle, wie eng industrielle Zentren mit entfernten Rohstoff-, Arbeits- und Absatzräumen verbunden waren und welche Bedeutung staatliche Macht für die Herstellung und Sicherung dieser Verbindungen besaß (Beckert 2014). Jürgen Osterhammel und Sebastian Conrad haben ebenfalls hervorgehoben, dass die Globalisierung des 19. Jahrhunderts nicht zur Auflösung territorialer Macht führte. Vielmehr entstanden neue Verbindungen zwischen Nationalstaat, Kapital und grenzüberschreitender Expansion (Osterhammel 2009; Conrad 2006).

Der deutsche Kontinentalimperialismus kann innerhalb dieses größeren Zusammenhangs als eine spezifische Form räumlicher Expansion verstanden werden. Für das spät industrialisierte Deutsche Reich lag ein bedeutender Expansionsraum nicht nur in Übersee, sondern unmittelbar östlich und südöstlich seiner Grenzen.

Die wirtschaftliche Durchdringung dieses Raumes durch Kapitalanleihen, Banken, Industrie und Eisenbahnen war deshalb kein Nebenweg der deutschen Imperialpolitik. Sie bildete eine eigenständige kontinentale Entwicklungsrichtung.

Zugleich war sie widersprüchlich. Industrie, Banken und Großagrarier besaßen keineswegs identische Interessen; deutsche Expansion traf auf eigenständige Interessen der betroffenen Gesellschaften und auf konkurrierende Großmächte. Kontinentalimperialismus war daher kein geschlossenes deutsches Projekt, sondern ein konflikthafter Prozess innerhalb einer zunehmend verflochtenen und zugleich hierarchisierten Weltwirtschaft.

Die parallel betriebene Übersee- und Flottenpolitik eröffnete eine weitere Expansionsrichtung und erzeugte zusätzliche wirtschaftliche und geopolitische Widersprüche. Diese sind gesondert zu untersuchen.


Literatur

Beckert, Sven (2014): Empire of Cotton. A Global History. New York: Knopf. Deutsch: King Cotton. Eine Geschichte des globalen Kapitalismus. München: C. H. Beck.

Conrad, Sebastian (2006): Globalisierung und Nation im Deutschen Kaiserreich. München: C. H. Beck.

Fischer, Fritz (1961): Griff nach der Weltmacht. Die Kriegszielpolitik des kaiserlichen Deutschland 1914/18. Düsseldorf: Droste.

Hallgarten, George W. F. / Radkau, Joachim (1981): Deutsche Industrie und Politik von Bismarck bis in die Gegenwart. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt. Insbesondere „Die deutsche Industrie und die Katastrophe der Bismarckschen Politik“, S. 54 ff., und „Die deutsche Industrie und die ‚Weltpolitik‘“, S. 69 ff. Erstfassung: Frankfurt am Main: Europäische Verlagsanstalt, 1974.

Hilferding, Rudolf (1910/1968): Das Finanzkapital. Eine Studie über die jüngste Entwicklung des Kapitalismus. Frankfurt am Main: Europäische Verlagsanstalt.

Hobsbawm, Eric J. (1987): The Age of Empire 1875–1914. London: Weidenfeld & Nicolson. Deutsch: Das imperiale Zeitalter 1875–1914. Frankfurt am Main: Campus.

Naumann, Friedrich (1915): Mitteleuropa. Berlin: Georg Reimer.

Osterhammel, Jürgen (2009): Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts. München: C. H. Beck.

Rathmann, Lothar (1962): Berlin–Bagdad. Die imperialistische Nahostpolitik des kaiserlichen Deutschlands. Berlin: Dietz.

Wehler, Hans-Ulrich (1969): Bismarck und der Imperialismus. Köln/Berlin: Kiepenheuer & Witsch.

Ökonomische Bedingungen
Imperialismus und Kolonialismus  Die erste Globalisierung

Politische Bedingungen
Imperialismus und Kolonialismus: Außenpolitik im Kaiserreich

  • Die deutsche Industrie und die „Weltpolitik“

Ökonomische Interessen und geostrategische Kriegsziele Deutschlands

Kriegstüchtige Gesellschaft: Untertanengeist, Nationalismus und Militarisimus

1914: Der kalkulierte Krieg

Ausgewählte Literatur

Eine geopolitische Vision aus dem Jahr 1912

Arthur Dix galt mit seinen wirtschaftsgeographischen Studien als einer der Vordenker damaliger deutscher Europapolitik. Er prägte den Begriff des „Mitteleuropäischen Staatenbund-Imperialismus“, ein Konzept mit dem Absatzmärkte für deutsche Industriewaren gesichert und die Monopolstellung US-amerikanischer Warenlieferungen durch Einfuhren aus Südost-Europa und dem Nahen Osten gebrochen werden sollte. (wikipedia)

Dix benannte offen, welches Ziel im Deutschen Reich mit der Initiierung und Realisierung eines europäischen Zollverbandes verbunden wurde:

Ein „mitteleuropäischer Staatenbund- Imperialismus“. Die Priorität bestimmte der Autor folgendermaßen: „Die eigenen Interessen des Reiches verweisen uns (…) auf den Zusammenhalt mit dem europäischen Südosten: auf die gemeinsame Freihaltung des mitteleuropäischen durch Vorderasien führenden Ausgangs nach dem Indischen Ozean hin; auf die wirtschaftliche Annäherung und wechselseitige Kräftigung des Landes zwischen Elbe und Euphrat; auf die Ergänzung unserer volkswirtschaftlichen Produktion durch die Produktion in Südosteuropa und die zu entwickelnden vorderasiatischen Kulturen; auf den festen militärpolitischen Zusammenhalt der Lande quer durch Mittel- und Südosteuropa in der Abwehr nach Ost und West.“ (Deutscher Imperialismus (1912) zitiert nach: german-foreign-policy)

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