Der große Mandarin
Der große Mandarin (1949)
Filmografische Angaben
Filmografische Angaben: Der große Mandarin (1949)
Filmdaten
| Titel | Der große Mandarin |
|---|---|
| Produktionsjahr | 1949 |
| Produktionsland | Deutschland |
| Originalsprache | Deutsch |
| Länge | 2841 m · 104 Min. (abweichende Angabe: 105 Min.) |
| Filmformat | 35 mm · 1:1,37 |
| Bild/Ton | Schwarzweiß · Tonfilm |
| Altersfreigabe | FSK 16 |
Produktion und Verleih
| Produktionsfirma | Nova-Film GmbH, Wiesbaden |
|---|---|
| Produktionsleitung | Georg Fiebiger |
| Aufnahmeleitung | Willy Herrmann, Withold Grünberg |
| Erstverleih | Bavaria Filmkunst Verleih GmbH, München-Geiselgasteig |
| Uraufführung | 18. November 1949 · Wiesbaden |
| Prüfung/Zensur | Januar 1949 · Alliierte Militärzensur |
| Auszeichnungen | Nicht angegeben |
Künstlerische Leitung
| Regie | Karl Heinz Stroux |
|---|---|
| Regieassistenz | Fred Schmitz, Erwin Niecke |
| Drehbuch | Karl Heinz Stroux |
| Literarische Vorlage | Nicht angegeben |
| Kamera | Werner Krien |
| Musik | Hans-Otto Borgmann |
Technische Gestaltung
| Schnitt | Erwin Niecke |
|---|---|
| Ton | Oskar Haarbrandt |
| Bauten | Paul Markwitz |
| Ausstattung | Herta Böhm |
| Kostümbild | Modehaus Annemarie Drescher, Bielefeld |
| Kostüme | Walter Hippel, Alice Follet |
| Maske | Fredy Arnold |
| Spezialeffekte | Theodor Nischwitz, Erich Brandes |
Darsteller/innen
| Darsteller/in | Rolle |
|---|---|
| Paul Wegener | Der große Mandarin |
| Käthe Haack | Mutter |
| Christiane Felsmann | Tochter |
| Carsta Löck | Schreiberin |
| Hubert von Meyerinck | Chinesischer Staatsbeamter |
| Rudolf Reiff | – |
| Friedrich Siemers | – |
| Clemens Hasse | – |
| Karl Hellmer | – |
| Hans Stiebner | – |
| Herbert Weißbach | – |
| Karl Hannemann | – |
| Gustav Püttjer | – |
| Annemarie Hase | – |
| Steffie Spira | – |
| Margarete Schön | – |
| Michael Günther | – |
| Erich Dunskus | – |
| Franz Weber | – |
Drehorte
| Drehzeit | Nicht ermittelt |
|---|---|
| Außenaufnahmen | Nicht ermittelt |
| Innenaufnahmen | Nicht ermittelt |
| Atelieraufnahmen | Nicht ermittelt |
Quellen: Zusammengeführte filmografische Angaben aus den vorliegenden Datensätzen. Abweichende Angaben zur Filmlänge sind beibehalten. Nicht ermittelte Angaben wurden nicht ergänzt.
Inhalt / Handlung
Inhalt / Handlung: Der große Mandarin (1949)
Der große Mandarin erzählt in der Form einer satirischen Parabel von einer Gesellschaft, in der Menschen ihre eigenen Interessen und Gewohnheiten für selbstverständlich halten und wenig Verständnis für die Lebensbedingungen anderer aufbringen. Im Mittelpunkt steht der von Paul Wegener gespielte Mandarin, der diese Verhältnisse nicht einfach durch Befehle verändern will.
Stattdessen greift der Mandarin zu ungewöhnlichen Maßnahmen: Menschen sollen zeitweise Erfahrungen machen, die sonst anderen vorbehalten bleiben. So werden gewohnte Rollen und soziale Abstände in Frage gestellt. Männer müssen sich mit der Arbeit und den Lebensumständen von Frauen auseinandersetzen; Angehörige unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen werden mit ihnen fremden Erfahrungen konfrontiert. Was zunächst wie eine Strafe erscheint, soll ihnen die Folgen ihres bisherigen Handelns vor Augen führen.
Aus den erzwungenen Perspektivwechseln ergeben sich komische, mitunter groteske Situationen. Die Betroffenen erfahren unmittelbar, wie begrenzt ihre bisherige Sicht auf andere Menschen gewesen ist. Der Mandarin erscheint dabei weniger als strafender Herrscher denn als eine Figur, die einen Lernprozess in Gang setzt.
Die Handlung ist zugleich als Spiel über das Erzählen und Zuschauen gestaltet. Der Film bezieht die Ebenen von Bühne, filmischer Darstellung und Publikum aufeinander. Damit bleiben die dargestellten Vorgänge nicht allein Ereignisse innerhalb einer erfundenen Gesellschaft: Auch die Zuschauenden werden dazu angeregt, die eigenen Gewissheiten und Verhaltensweisen zu hinterfragen.
Die Handlung folgt somit nicht nur dem Verlauf einzelner Konflikte. Sie verbindet mehrere exemplarische Situationen durch die Frage, ob Menschen lernen können, andere Lebensverhältnisse zu verstehen und ihr eigenes Verhalten zu verändern.
Zum Regisseur
Karl Heinz Stroux (1908–1985) – Ein Theaterregisseur zwischen Bühne und Film
Karl Heinz Stroux gehörte zu den prägenden deutschen Theaterregisseuren der Nachkriegszeit. Nach einem Studium der Philosophie und Geschichte in Berlin wandte er sich der Schauspielerei und Regie zu. Seine künstlerische Entwicklung wurde besonders durch Karlheinz Martin und die Berliner Theaterlandschaft geprägt. Während der NS-Zeit arbeitete er unter anderem am Preußischen Staatsschauspiel. Nach 1945 beteiligte er sich am Wiederaufbau des Theaterlebens, zunächst in Heidelberg, Darmstadt und Wiesbaden. Von 1955 bis 1972 leitete er als Generalintendant das Düsseldorfer Schauspielhaus. Dort setzte er sich besonders für zeitgenössische internationale Dramatik ein, darunter Werke von Eugène Ionesco.
Der große Mandarin – Ein ungewöhnlicher Versuch im Nachkriegsfilm
Stroux war in erster Linie Theaterregisseur. Seine Arbeit für den Film blieb vergleichsweise begrenzt. Bereits 1939 hatte er mit Morgen werde ich verhaftet einen Kriminalfilm inszeniert. 1948/49 gründete er in Wiesbaden die eigene Produktionsgesellschaft Nova-Film, mit der er Der große Mandarin (1949) und die Goethe-Verfilmung Begegnung mit Werther (1949) realisierte. Wenig später ging die Gesellschaft in Konkurs.
Der große Mandarin, mit Paul Wegener in dessen letzter Filmrolle, nimmt innerhalb dieses überschaubaren Filmschaffens eine besondere Stellung ein. Stroux griff auf einen phantastischen, einem chinesischen Mythos entlehnten Stoff zurück. Der Film entwickelt daraus eine gesellschaftliche Utopie: Eine korrupte, von Männern beherrschte politische Ordnung soll durch eine Regierung von Frauen abgelöst werden. Wolfgang Jacobsen hebt in der Neuen Deutschen Biographie ausdrücklich das gesellschaftliche Konfliktpotenzial dieses Entwurfs für die damalige Zeit hervor.
Gerade diese Verbindung von phantastischer Erzählung, moralischer Befragung und gesellschaftlichem Veränderungsentwurf macht den Film bemerkenswert. Stroux verwendet das Kino nicht allein zur Unterhaltung, sondern als Raum eines gedanklichen Experiments: Wie müsste sich politisches Handeln verändern, damit eine humanere Gesellschaft möglich wird?
Darin lässt sich eine Verbindung zu seinem Theaterverständnis erkennen, das sich nach 1945 zunehmend der internationalen Gegenwartsdramatik öffnete. Der große Mandarin ist deshalb weniger als Auftakt einer dauerhaften Filmkarriere zu verstehen, sondern als eigenständiger Versuch eines Theaterregisseurs, gesellschaftliche Fragen mit den Mitteln des Spielfilms zu bearbeiten.
Eine ergänzende Quelle: Stroux im Rückblick
Das Interview mit Karl Heinz Stroux im Harald-von-Troschke-Archiv erweitert die biografische Perspektive um seine eigene Rückschau. Stroux spricht über seine Erfahrungen während des Nationalsozialismus, seine Hoffnungen nach 1945, den Ost-West-Konflikt und persönliche Verantwortung. Besonders die Passagen ab Minute 30:53 und 40:40 bieten Anknüpfungspunkte für eine Beschäftigung mit den gesellschaftlichen Vorstellungen des Mandarin-Films. Der Film selbst wird in der veröffentlichten Kapitelübersicht nicht ausdrücklich behandelt.
Quellen
- Wolfgang Jacobsen: Karl Heinz Stroux , in: Neue Deutsche Biographie, Bd. 25 (2013), S. 583–585.
- Karl Heinz Stroux – biografischer Überblick und Filmografie .
- Harald-von-Troschke-Archiv: Interview mit Karl Heinz Stroux (44:48 Minuten).
Der große Mandarin (1949)
Filmografische Angaben
Filmografische Angaben: Der große Mandarin (1949)
Filmdaten
| Titel | Der große Mandarin |
|---|---|
| Produktionsjahr | 1949 |
| Produktionsland | Deutschland |
| Originalsprache | Deutsch |
| Länge | 2841 m · 104 Min. (abweichende Angabe: 105 Min.) |
| Filmformat | 35 mm · 1:1,37 |
| Bild/Ton | Schwarzweiß · Tonfilm |
| Altersfreigabe | FSK 16 |
Produktion und Verleih
| Produktionsfirma | Nova-Film GmbH, Wiesbaden |
|---|---|
| Produktionsleitung | Georg Fiebiger |
| Aufnahmeleitung | Willy Herrmann, Withold Grünberg |
| Erstverleih | Bavaria Filmkunst Verleih GmbH, München-Geiselgasteig |
| Uraufführung | 18. November 1949 · Wiesbaden |
| Prüfung/Zensur | Januar 1949 · Alliierte Militärzensur |
| Auszeichnungen | Nicht angegeben |
Künstlerische Leitung
| Regie | Karl Heinz Stroux |
|---|---|
| Regieassistenz | Fred Schmitz, Erwin Niecke |
| Drehbuch | Karl Heinz Stroux |
| Literarische Vorlage | Nicht angegeben |
| Kamera | Werner Krien |
| Musik | Hans-Otto Borgmann |
Technische Gestaltung
| Schnitt | Erwin Niecke |
|---|---|
| Ton | Oskar Haarbrandt |
| Bauten | Paul Markwitz |
| Ausstattung | Herta Böhm |
| Kostümbild | Modehaus Annemarie Drescher, Bielefeld |
| Kostüme | Walter Hippel, Alice Follet |
| Maske | Fredy Arnold |
| Spezialeffekte | Theodor Nischwitz, Erich Brandes |
Darsteller/innen
| Darsteller/in | Rolle |
|---|---|
| Paul Wegener | Der große Mandarin |
| Käthe Haack | Mutter |
| Christiane Felsmann | Tochter |
| Carsta Löck | Schreiberin |
| Hubert von Meyerinck | Chinesischer Staatsbeamter |
| Rudolf Reiff | – |
| Friedrich Siemers | – |
| Clemens Hasse | – |
| Karl Hellmer | – |
| Hans Stiebner | – |
| Herbert Weißbach | – |
| Karl Hannemann | – |
| Gustav Püttjer | – |
| Annemarie Hase | – |
| Steffie Spira | – |
| Margarete Schön | – |
| Michael Günther | – |
| Erich Dunskus | – |
| Franz Weber | – |
Drehorte
| Drehzeit | Nicht ermittelt |
|---|---|
| Außenaufnahmen | Nicht ermittelt |
| Innenaufnahmen | Nicht ermittelt |
| Atelieraufnahmen | Nicht ermittelt |
Quellen: Zusammengeführte filmografische Angaben aus den vorliegenden Datensätzen. Abweichende Angaben zur Filmlänge sind beibehalten. Nicht ermittelte Angaben wurden nicht ergänzt.
Der große Mandarin (1949)
Annotation
Der Film von Karl Heinz Stroux entwirft in einer märchenhaft-satirischen Handlung ein Modell gesellschaftlicher Veränderung. Erfahrung, Einfühlung und Selbstreflexion werden als Voraussetzungen einer friedensfähigen, humanen und demokratischen Gemeinschaft verhandelt.
Filmografische Angaben
Filmdaten
| Titel | Der große Mandarin |
| Produktionsland | Deutschland |
| Originalsprache | Deutsch |
| Erscheinungsjahr | 1949 |
| Länge | 104 Minuten (2.841 m); weitere Angabe: 105 Minuten |
| Format | 35 mm, 1:1,37, Schwarzweiß, Ton |
| Altersfreigabe | FSK 16 |
| Zensur | Januar 1949 (Alliierte Militärzensur) |
| Uraufführung | 18.11.1949, Wiesbaden |
Produktion und Verleih
| Produktionsunternehmen | Nova-Film GmbH, Wiesbaden |
| Produktionsleitung | Georg Fiebiger |
| Aufnahmeleitung | Willy Herrmann, Withold Grünberg |
| Originalverleih | Bavaria Filmkunst Verleih GmbH, München-Geiselgasteig |
Künstlerische Leitung
| Regie | Karl Heinz Stroux |
| Regieassistenz | Fred Schmitz, Erwin Niecke |
| Drehbuch | Karl Heinz Stroux |
| Musik | Hans-Otto Borgmann |
| Filmbauten | Paul Markwitz |
| Ausstattung | Herta Böhm |
| Kostümbild | Modehaus Annemarie Drescher (Bielefeld) |
| Kostüme | Walter Hippel, Alice Follet |
Technische Gestaltung
| Kamera | Werner Krien |
| Schnitt | Erwin Niecke |
| Ton | Oskar Haarbrandt |
| Maske | Fredy Arnold |
| Spezialeffekte | Theodor Nischwitz, Erich Brandes |
Darsteller/innen
| Name | Rolle |
|---|---|
| Paul Wegener | Mandarin |
| Käthe Haack | Mutter |
| Christiane Felsmann | Tochter |
| Carsta Löck | Schreiberin |
| Hubert von Meyerinck | chinesischer Staatsbeamter |
| Rudolf Reiff | – |
| Friedrich Siemers | – |
| Clemens Hasse | – |
| Karl Hellmer | – |
| Hans Stiebner | – |
| Herbert Weißbach | – |
| Karl Hannemann | – |
| Gustav Püttjer | – |
| Annemarie Hase | – |
| Steffie Spira | – |
| Margarete Schön | – |
| Michael Günther | – |
| Erich Dunskus | – |
| Franz Weber | – |
Drehorte
In den vorliegenden Angaben nicht ausgewiesen.
Inhalt / Handlung
Sequenzprotokoll
| Sequenz | Inhalt | Länge | Laufzeit |
|---|
Zum Regisseur
Karl Heinz Stroux – Material zur Ergänzung vorgesehen.
Standbilder aus dem Film
Für Bildmaterial und Bildquellen vorbereitet.
Filmanalyse
Greffraths Interpretation
Greffrath interpretiert Der große Mandarin als außergewöhnlichen gesellschaftlichen Zukunftsentwurf des Nachkriegsfilms. Im Zentrum stehen Erfahrung, Einfühlung und Selbstreflexion als Voraussetzungen von Frieden, Demokratie und Humanität. Gesellschaftliche Veränderung erscheint dabei untrennbar mit der Veränderungsfähigkeit der Menschen verbunden.
Für weitere Analysen vorbereitet.