Unterricht und Fortbildung Interaktive Bildungspakete - Fortbildungsangebote - Veranstaltungen

Bildungskonzepte und Unterricht

Unterrichtsvorschläge – Arbeitshilfen – Bildungskonzepte – Fortbildungsangebote – Veranstaltungen

Redaktion Lernwerkstatt (September 2026)

Kein anderes Medium hat das 20. Jahrhundert so geprägt und seine Geschichte so umfassend in bewegten Bildern festgehalten wie der Film. Das sehen nicht nur wir so:

Mag das Dispositiv Kino mittlerweile auch an Bedeutung eingebüßt haben, das Potenzial bewegter Bilder dürfte dennoch ungebrochen sein. Die gesteigerte Verfügbarkeit und Nutzung von Filmen durch neue Technologien und Distributionskanäle, die kontinuierliche Filmberichterstattung in den Medien sowie die zunehmende Verwendung audiovisuellen Materials in Kunst und Kultur haben zu einer Omnipräsenz von Filmen geführt, (…) Zugleich veranschaulichen sie, warum davon ausgegangen wird, dass Filme (…) als „fixierte Geschichtsbilder“ sozialen Wandel dokumentieren, die „Erinnerungskultur“ fördern, in der Gesellschaft eine „Gedächtnisfunktion“ ausüben und ebenso eine bestimmte Deutung historischer Gegebenheiten nahelegen. (Kino BLog).

Für die Lernwerkstatt Film und Geschichte ist dies der Ausgangspunkt, Medienbildung und historisch-politische Bildung miteinander zu verbinden. Filme werden dabei nicht nur als Mittel zur Vermittlung von Geschichte genutzt. Sie sind selbst Gegenstand der Untersuchung: als historische Quellen, gestaltete Erzählungen, Zeugnisse ihrer Entstehungszeit und Elemente gesellschaftlicher Erinnerung.

Komplexität nicht beseitigen, sondern bearbeitbar machen

Wir sind uns bewusst, mit diesem Vorhaben sehr komplexe Zusammenhänge aufbereiten zu wollen. Komplexe Zusammenhänge lassen sich nicht klein und schick verpacken, ohne dass es zu Unstimmigkeiten und Verkürzungen kommt.

Schülerinnen und Schüler müssen lernen, mit Komplexität umzugehen. Das setzt voraus, dass Lehrkräfte komplexe Inhalte in geeignete Lernarrangements umsetzen können. Dazu soll diese Lernwerkstatt beitragen.

Wir sind keineswegs der Ansicht, dass uns das auf diesen Seiten immer gelungen ist. Manchmal sind es auch nur assoziative Facetten eines komplexen Inhalts – verbunden mit der Hoffnung, dass unsere Leserinnen und Leser sie für ihr eigenes Weiterdenken nutzen können.

Mit Filmen arbeiten – und über Filme nachdenken

Die hier dokumentierten und aufbereiteten Filme sollen auch dazu dienen, Gegenbilder zu häufig verkürzten „Lehr-Darstellungen“ von Geschichte in den Diskurs und die Bildungsarbeit einzuführen. Das kann auf unterschiedliche Weise geschehen:

  • Mit filmischen Geschichtserzählungen Interesse für „versäumte Lektionen“ wecken: etwa mit Der Rat der Götter zur Mitverantwortung der Großindustrie, Rosen für den Staatsanwalt zu NS-Kontinuitäten, Fritz Bauer zu Verdeckungspraktiken der Behörden, Kirmes zu verdrängter Schuld oder Herrenpartie zur Konfrontation mit den Folgen der Verbrechen.

  • In filmischen Motiven und Erzählungen Mentalitäten und gesellschaftliche Dispositionen (wieder)erkennen.

  • Bildungsmedien „gegen den Strich“ sehen: Es gibt keinen „schlechten Unterrichtsfilm“ – es ist nur relevant, welche Fragen ich an das Medium stelle.

  • TV-Sendungen als Elemente der öffentlichen und gesellschaftlichen Erinnerungskultur wahrnehmen: ihren Beitrag zur Mythenbildung und Mythenaufrechterhaltung oder zur Mythenaufdeckung sowie ihre mögliche politische Instrumentalisierung untersuchen.

Dabei geht es immer um beides: die Arbeit mit Filmen und die Arbeit über Filme. Wir untersuchen, was sie zeigen, wie sie ihre Geschichten gestalten, unter welchen Bedingungen sie entstanden sind und welche gesellschaftlichen Vorstellungen sie vermitteln.

Bildungskonzepte und praktische Arbeitshilfen

Die Rubrik bietet deshalb nicht nur Unterrichtsvorschläge und ausgearbeitete Lernwege, sondern auch konkrete Arbeitshilfen für die Arbeit mit und über Filme: Anregungen zur Filmsichtung und Sequenzanalyse, Fragen an den Film, Rechercheaufträge, Materialien zur historischen Kontextualisierung und Vorschläge für die aktive Medienarbeit.

Daneben beschäftigen wir uns mit den bildungstheoretischen und didaktischen Grundlagen unserer Arbeit. Wir setzen uns mit unterschiedlichen Konzepten der Medienbildung, Filmbildung und historisch-politischen Bildung auseinander und fragen, welche Möglichkeiten sie eröffnen – und wo ihre Grenzen liegen.

Aus dieser Auseinandersetzung entwickelt sich auch unser eigenes Konzept der Gesellschaftskompetenz. Es soll helfen, Filme und andere Medien nicht isoliert zu betrachten, sondern mit den historischen, politischen, ökonomischen und kulturellen Zusammenhängen ihrer Entstehung und Verwendung zu verbinden.

Die Beiträge laden dazu ein, diese Überlegungen kennenzulernen, kritisch zu prüfen und für die eigene Bildungsarbeit weiterzuentwickeln.

Fortbildungsangebote und Veranstaltungen bieten Gelegenheit, die Materialien und Arbeitsweisen gemeinsam zu erproben und Erfahrungen auszutauschen.

Und dabei tritt ein Nebeneffekt ein …

Film wird als bedeutsames Element der deutschen Kulturgeschichte (wieder)entdeckt – oder überhaupt erst als solches wahrgenommen.

Die Lernwerkstatt versteht sich nicht als Sammlung fertiger Antworten. Sie möchte Materialien, Fragen und Anregungen bereitstellen, mit denen sich historische und gesellschaftliche Zusammenhänge erschließen lassen.

Denn eine gute Unterrichtsstunde darf am Ende mehr Fragen aufwerfen, als sie zu Beginn hatte.


Die Gesellschaft für Filmstudien e. V. führt darüber hinaus eigene Veranstaltungen und Fortbildungen durch, auch in Kooperation mit Partnerinstitutionen. Sie beteiligt sich zudem an Fortbildungsangeboten anderer Einrichtungen und bringt dabei ihre filmhistorischen, medienpädagogischen und didaktischen Erfahrungen ein.
Anfragen zu Veranstaltungen, Kooperationen und Fortbildungsangeboten richten Sie bitte an die Redaktion der Lernwerkstatt.