Bode & Troue
Stahlstich mit einer Vogelschau über das Gelände von Bode & Troue an der damaligen Vorderschöneworth 15, dem späteren Engelbosteler Damm; um 1900, hergestellt von Rob. Leunis & Chapman (gemeinfrei)
Hannovers Aufstieg zur Tresorindustrie (1858–1918)
Die 1858 von Louis Bode und Heinrich Troue in Hannover gegründete Firma Bode & Troue war die erste deutsche Spezialfabrik für Panzerkassen sowie feuer- und einbruchsichere Stahlkammern. Aus einer kleinen Werkstatt für schmiedeeiserne Herde entwickelte sich innerhalb weniger Jahrzehnte ein hochspezialisierter Industriebetrieb. Bereits in den 1880er Jahren errichtete das Unternehmen moderne Fabrikationsanlagen am nördlichen Ende des Engelbosteler Damms, damals noch Vorderschöneworth. Die Produktion war technisch auf der Höhe der Zeit: Eine zentrale Dampfmaschine trieb über lange Transmissionen und Lederriemen mehr als hundert Spezialmaschinen an – ein Bild wilhelminischer Industriearchitektur, das heute archaisch wirkt.
Um 1900 beschäftigte Bode & Troue rund 280 Arbeiter und lieferte den 25.000. Panzerschrank aus, ein sechs Tonnen schwerer Stahlkoloss. Die Produkte galten als besonders zuverlässig und fanden in Banken, Verwaltungen und Sammlungen Verwendung; die spätere Berliner Panzer AG, mit der Bode 1924 fusionierte, hatte bereits um 1900 den Tresorraum des Berliner Münzkabinetts gebaut. Die Vorkriegszeit war geprägt von wachsender Nachfrage nach Sicherheitstechnik, zunehmender Mechanisierung und einer stetigen Erweiterung der Produktionsanlagen.
Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs hatte sich Bode & Troue zu einem bedeutenden Hersteller im deutschen Sicherheitsgewerbe entwickelt – ein Unternehmen, dessen Tresortechnik weit über die Region hinaus gefragt war.
Literatur
Mlynek, Klaus/Röhrbein, Waldemar R. (1991): Hannover Chronik. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Zahlen. Daten. Fakten. Schlütersche Verlagsgesellschaft, Hannover 1991, S. 126
Hannover Archiv, Bl. B10
Bedeutende Industrieunternehmen in Hannover und Linden vor 1918
Körting- Werke
Bode & Troue