Soziale Kompetenz entwickeln – Identität stärken
Lernen zwischen Resilienz, Resonanz, Eigensinn und gesellschaftlicher Handlungsfähigkeit
Erster Entwurf zur Diskussion · Oktober 2026
Vorbemerkung: Ein erster Entwurf
Der folgende Beitrag ist ein erster Versuch, aus dem Verständnis sozialer Kompetenz als eigenständiger Dimension der Gesellschaftskompetenzen Konsequenzen für die Gestaltung von Lernprozessen zu entwickeln. Er knüpft an Oskar Negts Überlegungen zur Identitätskompetenz und deren Weiterentwicklung durch Christine Zeuner an. Zugleich greift er die Diskussion um Resilienz und Resonanzpädagogik sowie Anregungen aus zwei Vorträgen auf, die Wolfgang Endres und Roger Spindler beim Forum Medienethik des Niedersächsischen Landesinstituts für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ) im September 2026 gehalten haben.
Die Überlegungen beanspruchen noch nicht, eine ausgearbeitete Didaktik sozialer Kompetenz vorzulegen. Sie sollen vielmehr zentrale Fragen und mögliche Zugänge sichtbar machen. Dabei geht es insbesondere um das Verhältnis von individueller Identitätsentwicklung, gesellschaftlichen Bedingungen des Lernens und der Fähigkeit, gemeinsam mit anderen handlungsfähig zu werden.
Identität stärken – aber welche Stabilität ist gemeint?
Menschen benötigen ein gewisses Maß an Sicherheit und Kontinuität, um sich in ihrer Lebenswelt orientieren und selbstbestimmt handeln zu können. Sie müssen Erfahrungen miteinander verbinden, Vorstellungen von sich selbst entwickeln und sich in ihren Beziehungen zu anderen Menschen wiedererkennen können. Ohne solche Zusammenhänge wird es schwierig, Entscheidungen zu treffen, längerfristige Ziele zu verfolgen und gesellschaftliche Veränderungen zu bewältigen.
Identität ist jedoch kein fester Bestand an Eigenschaften, der einmal erworben und anschließend lediglich bewahrt werden müsste. Sie entwickelt sich im Laufe des Lebens, verändert sich mit neuen Erfahrungen und bleibt von gesellschaftlichen Bedingungen abhängig.
Das gilt für die individuelle ebenso wie für die kollektive Identität. Menschen verstehen sich als Mitglieder einer Familie, einer Generation, einer Berufsgruppe, einer sozialen Klasse oder einer kulturellen Gemeinschaft. Solche Zugehörigkeiten können Orientierung und Anerkennung vermitteln. Sie können jedoch auch Erwartungen erzeugen, die individuelle Entfaltung begrenzen.
Christine Zeuner greift in ihrer 2026 erschienenen Ausarbeitung der gesellschaftlichen Kompetenzen diese Widersprüchlichkeit auf. In Anknüpfung an Negt beschreibt sie Identitätskompetenz als Fähigkeit, das eigene Gewordensein zu reflektieren, gesellschaftliche Anforderungen kritisch zu verarbeiten und Möglichkeiten individueller wie kollektiver Selbstbestimmung zu entwickeln.1
Damit verändert sich die Frage nach der Stabilisierung von Identität.
Es kann nicht darum gehen, Menschen gegen jede Veränderung widerstandsfähig zu machen oder eine möglichst widerspruchsfreie Persönlichkeit herzustellen. Eine solche Vorstellung würde übersehen, dass Identitätsentwicklung gerade durch neue Erfahrungen, Konflikte und die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Perspektiven vorangetrieben werden kann.
Identität zu stärken bedeutet vielmehr, Menschen zu befähigen, Kontinuität und Veränderung miteinander zu verbinden, Unsicherheit auszuhalten und sich auch unter widersprüchlichen Bedingungen als handlungsfähige Subjekte zu begreifen.
Dabei dürfen die gesellschaftlichen Voraussetzungen dieser Handlungsfähigkeit nicht ausgeblendet werden. Materielle Sicherheit, soziale Anerkennung, kulturelle Teilhabe und solidarische Beziehungen sind nicht bloße Begleitumstände individueller Entwicklung. Sie gehören zu ihren wesentlichen Bedingungen.
Gerade deshalb reicht eine ausschließlich psychologisch orientierte Förderung persönlicher Stabilität nicht aus.
Resilienz – Widerstandskraft oder Anpassung an gesellschaftliche Zumutungen?
In der Bildungsdiskussion hat der Begriff der Resilienz erheblich an Bedeutung gewonnen. Er bezeichnet die Fähigkeit, mit belastenden Situationen umzugehen, Krisen zu bewältigen und nach einschneidenden Erfahrungen neue Orientierung zu gewinnen.
Für die Entwicklung sozialer Kompetenz ist daran zunächst etwas Wesentliches festzuhalten: Menschen benötigen Fähigkeiten und Ressourcen, um nicht an jeder Enttäuschung, jedem Konflikt und jeder Veränderung zu zerbrechen. Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten, verlässliche Beziehungen und die Erfahrung, schwierige Situationen bewältigen zu können, sind wichtige Voraussetzungen individueller Handlungsfähigkeit.
Problematisch wird das Resilienzkonzept jedoch dort, wo es gesellschaftliche Belastungen vor allem als individuelle Bewältigungsaufgaben behandelt.
Wenn Beschäftigte unter wachsendem Leistungsdruck leiden, kann die Antwort nicht ausschließlich darin bestehen, ihre psychische Belastbarkeit zu erhöhen. Wenn Jugendliche durch Konkurrenz und Zukunftsunsicherheit verunsichert werden, genügt es nicht, ihnen Techniken zur Stressbewältigung zu vermitteln. Und wenn Menschen durch Arbeitsplatzverlust, Armut oder Ausgrenzung ihre gesellschaftliche Anerkennung verlieren, ist dies nicht lediglich ein Problem mangelnder persönlicher Widerstandskraft.
In solchen Fällen droht die Förderung von Resilienz zu einer pädagogischen Begleitstrategie gesellschaftlicher Anpassung zu werden.
Die Verhältnisse bleiben bestehen; die Menschen sollen lernen, besser mit ihnen zurechtzukommen.
Ein emanzipatorisches Verständnis sozialer Kompetenz muss deshalb unterscheiden zwischen der Fähigkeit, Krisen zu bewältigen, und der Bereitschaft, ihre Ursachen widerspruchslos hinzunehmen.
Das bedeutet nicht, individuelle Bewältigungsstrategien geringzuschätzen. Wer von existenziellen Belastungen betroffen ist, benötigt Unterstützung und Schutz. Es wäre ebenso unangemessen, persönliche Krisen ausschließlich auf gesellschaftliche Strukturen zurückzuführen und individuelle Erfahrungen dadurch zu entwerten.
Entscheidend ist vielmehr, beide Ebenen miteinander zu verbinden.
Resilienz ist für die Identitätsentwicklung wichtig. Sie wird jedoch erst dann zu einem Bestandteil emanzipatorischer Bildung, wenn Menschen zugleich lernen, die gesellschaftlichen Ursachen ihrer Belastungen zu erkennen und Möglichkeiten ihrer Veränderung zu entwickeln.
Hier berührt sich die Resilienzdebatte unmittelbar mit Negts Verständnis von Identitätskompetenz.
Eigensinn – die eigene Erfahrung zur Geltung bringen
Oskar Negt hebt den Eigensinn des Menschen als eine wesentliche Voraussetzung individueller Selbstbestimmung hervor.
Eigensinn meint dabei nicht Starrköpfigkeit oder die grundsätzliche Ablehnung fremder Erwartungen. Er bezeichnet die Fähigkeit, eigene Erfahrungen, Bedürfnisse und Interessen ernst zu nehmen und sie gegenüber gesellschaftlichen Anforderungen zur Geltung zu bringen.
Besonders deutlich wird die Bedeutung dieses Begriffs in Negts Kritik an einer Gesellschaft, in der Flexibilität zur allgemeinen Anforderung erhoben wird. Menschen sollen sich wechselnden Arbeitsbedingungen, unsicheren Lebensperspektiven und neuen Leistungsanforderungen möglichst reibungslos anpassen. Dabei kann ihre Fähigkeit, eigene Ansprüche zu formulieren und Zumutungen zurückzuweisen, als Störung erscheinen.
Negt spricht in diesem Zusammenhang davon, dass der Eigensinn als „Betriebsstörung“ diffamiert wird.2
Für identitätsstärkendes Lernen ergibt sich daraus eine wichtige Konsequenz: Lernende müssen die Möglichkeit erhalten, ihre eigenen Erfahrungen und Vorstellungen nicht nur mitzuteilen, sondern sie auch gegen vorgegebene Deutungen zu prüfen und zu behaupten.
Das bedeutet nicht, jede subjektive Erfahrung bereits als zutreffende Erklärung gesellschaftlicher Wirklichkeit anzuerkennen. Erfahrungen können widersprüchlich sein, auf unvollständigen Informationen beruhen oder durch gesellschaftliche Vorurteile geprägt werden.
Gerade deshalb müssen sie zum Ausgangspunkt gemeinsamer Reflexion werden.
Hier eröffnet sich eine Verbindung zu Paulo Freires Verständnis kritischer Bewusstseinsbildung. Lernen beginnt bei den Erfahrungen der Menschen, darf jedoch nicht bei ihnen stehen bleiben. Es soll ermöglichen, die gesellschaftlichen Zusammenhänge zu erkennen, in denen diese Erfahrungen entstehen.
Eigensinn erhält seinen emanzipatorischen Gehalt nicht dadurch, dass Menschen auf ihrer Meinung beharren. Er wird bedeutsam, wenn sie lernen, eigene Erfahrungen kritisch zu reflektieren, gesellschaftliche Anforderungen zu beurteilen und begründete eigene Positionen zu entwickeln.
Die Förderung von Eigensinn verlangt deshalb Lernprozesse, die Widerspruch zulassen, Fehler nicht unmittelbar sanktionieren und unterschiedliche Deutungen ernsthaft zur Diskussion stellen.
Sie verlangt aber auch die Bereitschaft, den eigenen Eigensinn mit dem Eigensinn anderer Menschen in Beziehung zu setzen.
Damit wird die Entwicklung sozialer Kompetenz zu einer Frage der Gestaltung gesellschaftlicher Beziehungen.
Resonanz und soziale Energie – Lernen in Beziehungen
Eine wichtige Anregung bietet hier die Resonanztheorie Hartmut Rosas und ihre pädagogische Weiterentwicklung durch Wolfgang Endres.
Resonanz bezeichnet ein Verhältnis zur Welt, in dem Menschen sich von etwas ansprechen lassen, darauf antworten und in dieser Beziehung selbst eine Veränderung erfahren. Es handelt sich nicht um bloße Zustimmung oder Harmonie. Auch Irritation, Widerspruch und Herausforderung können Resonanz ermöglichen.
Entscheidend ist, dass Menschen sich nicht nur als Empfänger äußerer Einwirkungen erfahren, sondern als Beteiligte einer wechselseitigen Beziehung.
Wolfgang Endres hat diesen Gedanken beim Forum Medienethik des NLQ im September 2026 unter dem Titel „Soziale Energie – auch mit KI? Selbstwirksamkeit im Resonanzmodus“ aufgegriffen.3
In seiner Präsentation beschreibt er unter Bezug auf Rosa soziale Energie als Antriebskraft, die aus einer gemeinsamen Aktivität selbst entsteht. Ein gelingendes Gespräch, gemeinsames Musizieren, sportliche Betätigung oder gemeinsames Arbeiten können eine solche Energie hervorbringen.
Diese Überlegung ist für identitätsstärkendes Lernen besonders interessant.
Menschen entwickeln Vertrauen in ihre Handlungsfähigkeit nicht ausschließlich dadurch, dass sie individuelle Aufgaben erfolgreich bewältigen. Sie erfahren Selbstwirksamkeit auch in Beziehungen, in denen sie von anderen wahrgenommen werden, etwas beitragen können und gemeinsam mit anderen Ergebnisse hervorbringen.
Ein Lernprozess, in dem die Erfahrungen der Beteiligten aufgegriffen werden, ihre Fragen Bedeutung erhalten und gemeinsame Erkenntnisse entstehen, kann solche Erfahrungen ermöglichen.
Dabei geht es nicht nur um ein angenehmes Lernklima. Resonanz betrifft die Qualität der Auseinandersetzung mit Menschen und Gegenständen.
Eine kontroverse Diskussion kann ebenso resonant sein wie ein gemeinsames kreatives Vorhaben. Voraussetzung ist, dass die Beteiligten einander nicht lediglich als Hindernisse oder Konkurrenten wahrnehmen, sondern als eigenständige Subjekte, deren Erfahrungen und Beiträge Bedeutung besitzen.
Damit verbindet sich Resonanz mit der Entwicklung von Identitätskompetenz.
Wer erlebt, dass die eigene Stimme gehört wird und das eigene Handeln etwas bewirken kann, gewinnt eine andere Beziehung zu sich selbst. Zugleich wird erfahrbar, dass individuelle Handlungsfähigkeit durch gemeinsame Tätigkeit erweitert werden kann.
Allerdings besitzt die Resonanzperspektive auch Grenzen.
Gelingende Beziehungen können gesellschaftliche Ungleichheit, materielle Unsicherheit oder institutionelle Herrschaft nicht einfach aufheben. Ein Unterricht, der Anerkennung und Wertschätzung fördert, aber die gesellschaftlichen Ursachen von Ausgrenzung und Konkurrenz nicht thematisiert, bliebe hinter dem Anspruch gesellschaftlicher Kompetenzentwicklung zurück.
Resonanz ist deshalb keine Alternative zur Gesellschaftskritik. Sie kann jedoch eine wichtige Erfahrungsebene eröffnen, auf der Menschen ihre Fähigkeit zur gemeinsamen Gestaltung von Wirklichkeit entdecken.
Gesellschaftliche Fragmentierung – vom individuellen Erleben zum gemeinsamen Handeln
Die Frage nach gelingenden sozialen Beziehungen gewinnt zusätzliche Bedeutung vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Fragmentierung.
Negt beschäftigt sich mit den Folgen gesellschaftlicher Umbrüche für individuelle und kollektive Identität. Vertraute Lebenszusammenhänge können zerbrechen, soziale Bindungen verloren gehen und gemeinsame Erfahrungsräume ihre Bedeutung einbüßen.
Die Folgen betreffen nicht nur das persönliche Wohlbefinden.
Wenn Menschen gesellschaftliche Entwicklungen überwiegend als individuelle Schicksale wahrnehmen, wird es schwieriger, gemeinsame Interessen zu erkennen. Arbeitslosigkeit erscheint dann als persönliches Versagen, soziale Unsicherheit als mangelnde Vorsorge und gesellschaftliche Ausgrenzung als individuelles Anpassungsproblem.
Solche Deutungen können die Entwicklung solidarischer Beziehungen erschweren.
Endres greift in seinem Vortrag ebenfalls Fragen gesellschaftlicher Spaltung und des Misstrauens auf. Dabei verweist er unter anderem auf die Untersuchung Triggerpunkte von Steffen Mau, Thomas Lux und Linus Westheuser sowie auf Aladin El-Mafaalanis Überlegungen zu Misstrauensgemeinschaften.4
Für die Entwicklung sozialer Kompetenz ergibt sich daraus eine doppelte Aufgabe.
Einerseits müssen Bildungsprozesse Erfahrungen von Anerkennung, Verständigung und gemeinsamer Tätigkeit ermöglichen. Andererseits müssen sie die gesellschaftlichen Verhältnisse zum Gegenstand machen, die soziale Beziehungen beschädigen und Menschen gegeneinanderstellen.
Dabei darf gesellschaftliche Vielfalt nicht mit Fragmentierung gleichgesetzt werden. Unterschiedliche Lebensformen, kulturelle Orientierungen und individuelle Identitäten können Ausdruck erweiterter Freiheit sein.
Problematisch wird gesellschaftliche Differenzierung dort, wo gemeinsame Lebensbedingungen nicht mehr als solche erkannt werden, gesellschaftliche Risiken individualisiert und solidarische Handlungsmöglichkeiten geschwächt werden.
Identitätsstärkendes Lernen muss daher die Fähigkeit fördern, Unterschiede anzuerkennen und zugleich gesellschaftliche Gemeinsamkeiten und Interessengegensätze zu erkennen.
Solidarität entsteht nicht allein aus persönlicher Sympathie. Sie setzt die Einsicht voraus, dass Menschen trotz unterschiedlicher Erfahrungen von gemeinsamen gesellschaftlichen Bedingungen betroffen sein können und diese Bedingungen gemeinsam verändern können.
Damit führt die Entwicklung sozialer Kompetenz über die individuelle Identitätsarbeit hinaus.
Zukunftsoffenheit und Möglichkeitssinn – Identität ist auch das, was noch werden kann
Identitätsentwicklung richtet sich nicht allein auf die Vergangenheit und Gegenwart. Menschen benötigen auch Vorstellungen davon, wie ihr zukünftiges Leben aussehen könnte und welche Möglichkeiten ihnen offenstehen.
Gerade unter Bedingungen gesellschaftlicher Unsicherheit ist diese Zukunftsdimension von besonderer Bedeutung.
Wer seine bisherigen Lebenszusammenhänge verliert oder grundlegende Veränderungen erfährt, steht nicht nur vor der Aufgabe, vergangene Erfahrungen zu verarbeiten. Er muss zugleich neue Orientierungen entwickeln und Vorstellungen davon gewinnen, wie es weitergehen könnte.
Roger Spindler hat diese Problematik in seinem Vortrag „Was Bildung sichtbar macht … jenseits von Lehrplan, Leistung und Beziehung“ beim Forum Medienethik 2026 aufgegriffen.5
Spindler verbindet Bildung mit Zukunftskompetenz. Dabei betont er, dass Zukunft weit mehr umfasst als technologische Entwicklung. Gesellschaftliche Veränderungen sind komplex, verlaufen nicht geradlinig und können nicht einfach aus gegenwärtigen Trends abgeleitet werden.
Besonders anregend ist seine Vorstellung, dass Lehrende den Lernenden keinen fertigen Weg vorgeben sollen. Bildung soll vielmehr Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit entwickeln, Orientierung ermöglichen und Menschen befähigen, eigene Entscheidungen zu treffen.
Spindler hebt darüber hinaus die Bedeutung der Fantasie hervor. Sie ist für ihn keine nebensächliche Ergänzung des Lernens, sondern eine Voraussetzung dafür, sich mögliche Zukünfte vorstellen zu können.
Diese Überlegungen lassen sich mit dem Begriff des Möglichkeitssinns verbinden, der für das Konzept der Gesellschaftskompetenzen eine grundlegende Bedeutung besitzt.
Möglichkeitssinn meint mehr als Optimismus oder die Hoffnung, dass sich schon alles zum Guten wenden werde. Er bezeichnet die Fähigkeit, bestehende Verhältnisse nicht mit den einzig denkbaren Verhältnissen gleichzusetzen.
Menschen können sich andere Lebensformen, andere gesellschaftliche Beziehungen und andere Formen der Organisation von Arbeit und Zusammenleben vorstellen. Solche Vorstellungen müssen nicht unmittelbar realisierbar sein, um für Bildungsprozesse bedeutsam zu werden.
Sie eröffnen einen Denkraum, in dem das Bestehende hinterfragt und Alternativen entwickelt werden können.
Damit verbindet sich Möglichkeitssinn unmittelbar mit historischer Kompetenz. Die Erkenntnis, dass gesellschaftliche Verhältnisse entstanden sind und sich verändert haben, macht deutlich, dass auch die Gegenwart nicht das Ende gesellschaftlicher Entwicklung darstellt.
Identität zu stärken bedeutet deshalb nicht nur, Menschen zu helfen, sich in der bestehenden Welt zurechtzufinden. Es bedeutet auch, ihre Fähigkeit zu fördern, sich eine andere Zukunft vorzustellen und an ihrer Gestaltung mitzuwirken.
Dabei dürfen die tatsächlichen gesellschaftlichen Handlungsmöglichkeiten nicht aus dem Blick geraten. Wer Menschen zur Zukunftsgestaltung auffordert, ohne die materiellen, politischen und institutionellen Bedingungen ihres Handelns zu berücksichtigen, läuft Gefahr, erneut gesellschaftliche Verantwortung auf das Individuum zu verlagern.
Der emanzipatorische Gehalt des Möglichkeitssinns liegt gerade darin, individuelle Zukunftsvorstellungen mit der Frage nach gesellschaftlicher Veränderbarkeit zu verbinden.
Lernen in einer digital vermittelten Welt
Die Vorträge von Endres und Spindler werfen eine weitere Frage auf, die für Identitätsentwicklung und soziale Kompetenz zunehmend bedeutsam wird: Wie verändern digitale Medien und künstliche Intelligenz das Verhältnis von Menschen zu sich selbst, zu anderen und zur gesellschaftlichen Wirklichkeit?
Endres fragt ausdrücklich nach der Möglichkeit sozialer Energie und resonanter Beziehungen unter Bedingungen künstlicher Intelligenz.
Spindler verweist auf Entwicklungen, in denen Anonymität zurückgeht, Vorhersagen menschliche Entscheidungen beeinflussen und Emotionen zunehmend technisch vermittelt werden.6
Solche Entwicklungen betreffen nicht nur die Nutzung neuer Werkzeuge. Sie verändern möglicherweise auch die Bedingungen, unter denen Menschen ihre Identität entwickeln.
Digitale Medien eröffnen neue Möglichkeiten der Kommunikation, Selbstdarstellung und gesellschaftlichen Teilhabe. Menschen können Beziehungen über räumliche Entfernungen hinweg pflegen, gemeinsame Interessen entdecken und eigene Erfahrungen öffentlich zur Geltung bringen.
Zugleich entstehen neue Formen von Vergleichsdruck, sozialer Kontrolle und Abhängigkeit. Digitale Plattformen strukturieren Aufmerksamkeit, beeinflussen Sichtbarkeit und Anerkennung und prägen damit auch die Vorstellungen, die Menschen von sich selbst und anderen entwickeln.
Künstliche Intelligenz erweitert diese Problematik.
Wenn Menschen KI-Systeme zur Orientierung, Selbstbeschreibung oder Bewältigung persönlicher Probleme nutzen, stellt sich die Frage, welche Formen der Selbstreflexion dadurch unterstützt und welche möglicherweise ersetzt werden.
Dabei sollte nicht vorschnell unterstellt werden, dass technisch vermittelte Kommunikation grundsätzlich weniger wertvoll sei als unmittelbare Begegnung. Entscheidend ist vielmehr, welche Erfahrungen von Selbstbestimmung, Gegenseitigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe ermöglicht oder eingeschränkt werden.
Für identitätsstärkendes Lernen ergeben sich daraus Fragen, die soziale Kompetenz mit Medienkompetenz und technologischer Kompetenz verbinden:
Wie verändern digitale Umgebungen die Wahrnehmung der eigenen Person? Welche Bedeutung besitzen Anerkennung und Zurückweisung in sozialen Netzwerken? Wann erweitert künstliche Intelligenz individuelle Handlungsmöglichkeiten, und wann entstehen neue Abhängigkeiten? Und unter welchen Bedingungen können digitale Medien solidarische Beziehungen und gemeinsame gesellschaftliche Praxis unterstützen?
Die Antworten lassen sich nicht allein aus technischen Eigenschaften ableiten. Sie verlangen eine Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen diese Technologien entwickelt, verbreitet und genutzt werden.
Wie können solche Lernprozesse gestaltet werden?
Aus den bisherigen Überlegungen lässt sich keine allgemeingültige Methode zur Stabilisierung von Identität ableiten. Das wäre schon deshalb problematisch, weil Identitätsentwicklung ein lebenslanger, offener und von individuellen wie gesellschaftlichen Bedingungen abhängiger Prozess ist.
Dennoch lassen sich einige grundlegende Anforderungen an Bildungsprozesse formulieren.
Erfahrungen zum Ausgangspunkt machen
Identitätsstärkendes Lernen sollte an Erfahrungen anknüpfen, die für die Lernenden Bedeutung besitzen. Dazu können Fragen nach Zugehörigkeit, Anerkennung, Lebensentwürfen, gesellschaftlichen Erwartungen und erlebten Widersprüchen gehören.
Dabei muss biografisches Lernen die persönlichen Grenzen der Beteiligten respektieren. Niemand sollte gezwungen werden, private Erfahrungen öffentlich zu machen.
Gerade deshalb bieten Filme, literarische Texte und andere kulturelle Ausdrucksformen wichtige Möglichkeiten, Identitätsfragen aufzugreifen, ohne die Lernenden unmittelbar zum Gegenstand der Betrachtung zu machen.
Die Erfahrungen einer Filmfigur können beispielsweise dazu anregen, über gesellschaftliche Erwartungen, Ausgrenzung, Anpassungsdruck und Selbstbestimmung nachzudenken.
Irritationen und Widersprüche zulassen
Identitätsentwicklung wird nicht allein durch Bestätigung gefördert. Auch Erfahrungen, die vertraute Selbstverständlichkeiten infrage stellen, können Bildungsprozesse eröffnen.
Lernende müssen deshalb Gelegenheit erhalten, unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen, eigene Überzeugungen zu überprüfen und mit offenen Fragen umzugehen.
Das verlangt Zeit und eine Lernkultur, in der Unsicherheit nicht unmittelbar als Defizit erscheint.
Hier verbindet sich soziale Kompetenz mit Komplexitätsbewusstsein und Ambiguitätstoleranz. Widersprüche müssen nicht vorschnell aufgelöst werden. Sie können Ausgangspunkt vertiefter Erkenntnis sein.
Resonanz und gemeinsame Selbstwirksamkeit ermöglichen
Lernprozesse sollten Erfahrungen ermöglichen, in denen die Beteiligten wahrnehmen, dass ihre Beiträge Bedeutung besitzen und dass gemeinsame Tätigkeit neue Möglichkeiten eröffnet.
Das kann durch Gespräche, gemeinsame Untersuchungen, kreative Vorhaben oder die Entwicklung eigener Fragestellungen geschehen.
Resonanz lässt sich allerdings nicht durch eine bestimmte Methode garantieren. Sie setzt Offenheit voraus und entzieht sich einer vollständigen didaktischen Steuerung.
Lehrende können Bedingungen schaffen, unter denen solche Erfahrungen wahrscheinlicher werden. Sie können jedoch nicht festlegen, was Lernende berühren, irritieren oder zu eigenständigem Handeln bewegen wird.
Individuelle Erfahrungen gesellschaftlich einordnen
Die entscheidende Erweiterung gegenüber einer ausschließlich persönlichkeitsorientierten Bildung besteht darin, individuelle Erfahrungen mit gesellschaftlichen Verhältnissen in Beziehung zu setzen.
Wer beispielsweise einen Konflikt um Anerkennung untersucht, sollte nicht nur nach den Gefühlen und Entscheidungen der Beteiligten fragen.
Zu untersuchen ist ebenso, welche gesellschaftlichen Normen, Machtverhältnisse und materiellen Bedingungen den Konflikt prägen.
Damit wird die eigene Erfahrung nicht entwertet. Sie wird vielmehr zum Ausgangspunkt einer Erkenntnis, die über das unmittelbar Erlebte hinausführt.
Hier knüpft die Entwicklung sozialer Kompetenz an Negts Vorstellung exemplarischen Lernens an: Konkrete Erfahrungen können dazu dienen, allgemeine gesellschaftliche Zusammenhänge zu erschließen.
Möglichkeitssinn und solidarisches Handeln entwickeln
Lernen sollte schließlich nicht bei der Erklärung bestehender Verhältnisse stehen bleiben.
Es muss Raum für die Frage eröffnen, welche anderen Entwicklungen denkbar und welche Veränderungen möglich wären.
Dabei geht es nicht um unverbindliche Zukunftsfantasien. Gesellschaftliche Alternativen müssen mit den Bedingungen ihrer Verwirklichung in Beziehung gesetzt werden.
Aus der Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Interessen und Handlungsmöglichkeiten können gemeinsame Vorhaben entstehen.
Solche Erfahrungen müssen nicht zwangsläufig zu einem erfolgreichen Ergebnis führen. Auch das Scheitern gemeinsamer Anstrengungen kann zum Gegenstand produktiver Reflexion werden.
Entscheidend ist, dass Menschen erfahren können, wie individuelle Vorstellungen in gemeinsame Handlungsperspektiven übergehen und welche gesellschaftlichen Bedingungen diesem Prozess Grenzen setzen.
Die Lernwerkstatt als Erfahrungsraum
Für die Lernwerkstatt Film und Geschichte ergeben sich aus diesen Überlegungen besondere Möglichkeiten.
Filme zeigen Menschen in gesellschaftlichen Situationen, die durch unterschiedliche Interessen, Erwartungen und Machtverhältnisse geprägt sind. Sie machen Identitätskonflikte, Erfahrungen von Anerkennung und Ausgrenzung sowie Entscheidungen unter widersprüchlichen Bedingungen anschaulich.
Dabei eröffnen sie zugleich Distanz zur eigenen Lebenswirklichkeit.
Lernende können sich mit Figuren identifizieren, sich von ihnen abgrenzen, ihre Entscheidungen hinterfragen und alternative Entwicklungen entwerfen. Sie können untersuchen, wie gesellschaftliche Verhältnisse im Film dargestellt werden und welche Perspektiven dabei sichtbar oder unsichtbar bleiben.
Solche Auseinandersetzungen verbinden soziale mit historischer, kultureller, medialer und politischer Kompetenz.
Besonders fruchtbar erscheint eine Lernbewegung, die von der Wahrnehmung konkreter Erfahrungen über Irritation, Perspektivwechsel und die Untersuchung gesellschaftlicher Zusammenhänge zur Entwicklung eigener Urteile und Handlungsmöglichkeiten führt.
Offene Lernwege können hierfür geeignete Bedingungen schaffen.
Sie ermöglichen unterschiedliche Zugänge, lassen Raum für eigene Fragen und müssen nicht auf ein bereits festgelegtes Ergebnis hinauslaufen. Zugleich benötigen sie eine sachliche und methodische Struktur, die verhindert, dass Offenheit mit Beliebigkeit verwechselt wird.
Der Anspruch besteht darin, Lernende als Subjekte ihrer Bildungsprozesse ernst zu nehmen, ohne auf die Vermittlung gesellschaftlich bedeutsamen Wissens zu verzichten.
Das ist auch eine Frage demokratischer Bildung.
Wer Demokratie als Verhaltensweise und Lebensform begreift, muss Lernprozesse ermöglichen, in denen Beteiligung, Anerkennung, Widerspruch und gemeinsame Entscheidungen nicht nur behandelt, sondern zumindest ansatzweise erfahren werden können.
Identitätsstärkung als Voraussetzung emanzipatorischer Bildung
Die Diskussion über Resilienz, Resonanz und Zukunftskompetenz eröffnet unterschiedliche Zugänge zur Frage, wie Menschen ihre Identität entwickeln und bewahren können.
Resilienz verweist auf die Fähigkeit, Belastungen zu bewältigen und trotz Krisenerfahrungen handlungsfähig zu bleiben.
Resonanz macht deutlich, dass Identitätsentwicklung auf lebendige Beziehungen und Erfahrungen gemeinsamer Wirksamkeit angewiesen ist.
Eigensinn bezeichnet die Fähigkeit, eigene Erfahrungen und Interessen gegenüber gesellschaftlichen Anpassungsforderungen zu behaupten.
Möglichkeitssinn schließlich eröffnet die Perspektive auf eine Zukunft, die nicht vollständig durch die bestehenden Verhältnisse festgelegt ist.
Diese vier Perspektiven ergänzen einander, sind jedoch nicht gleichbedeutend. Sie beschreiben unterschiedliche Voraussetzungen und Möglichkeiten von Identitätsentwicklung.
Ihr Zusammenhang erschließt sich erst, wenn die gesellschaftlichen Bedingungen des Lernens mitgedacht werden.
Menschen können ihre Identität nicht unabhängig von den Verhältnissen entwickeln, unter denen sie leben. Sie benötigen materielle Sicherheiten, gesellschaftliche Anerkennung, soziale Beziehungen und Möglichkeiten der Beteiligung.
Eine Bildung, die diese Bedingungen ausblendet, läuft Gefahr, gesellschaftliche Probleme in individuelle Entwicklungsaufgaben zu verwandeln.
Eine emanzipatorische Bildung muss dagegen beides leisten: Menschen in ihrer individuellen Entwicklung unterstützen und ihnen zugleich ermöglichen, die gesellschaftlichen Voraussetzungen dieser Entwicklung kritisch zu erkennen.
Identität stärken heißt deshalb nicht, Menschen möglichst widerstandsfähig gegenüber einer unveränderten gesellschaftlichen Wirklichkeit zu machen. Es bedeutet, ihre Fähigkeit zu entwickeln, mit Unsicherheit und Widersprüchen umzugehen, ihren Eigensinn zu bewahren, solidarische Beziehungen aufzubauen und sich selbst als Mitgestaltende einer veränderbaren Gesellschaft zu begreifen.
Darin liegt der besondere Beitrag sozialer Kompetenz zur Entwicklung gesellschaftlicher Handlungsfähigkeit.
Anmerkungen und Belege
1 Identitätskompetenz und gesellschaftliche Handlungsfähigkeit. Christine Zeuner beschreibt Identitätskompetenz in Anknüpfung an Oskar Negt als lebenslangen Prozess der Auseinandersetzung zwischen Individuum und Gesellschaft. Sie betont die Bedeutung materieller, sozialer und kultureller Ressourcen sowie die Verbindung von Identitätskompetenz mit Solidarfähigkeit, individueller und kollektiver Selbstbestimmung, Mündigkeit und Emanzipation. Vgl. Zeuner 2026, S. 65–73, 108–109 und 409–413.
2 Eigensinn und Anpassungsdruck. Oskar Negt kritisiert die gesellschaftliche Forderung nach permanenter Flexibilität, wenn sie Menschen aus ihren Lebenszusammenhängen herauslöst und ihren Eigensinn abwertet. Vgl. Negt 2010, S. 224; wiedergegeben und erläutert bei Zeuner 2026, S. 72. Die Verbindung von Eigensinn mit einer kritischen Resilienzperspektive ist eine konzeptionelle Weiterentwicklung dieses Beitrags.
3 Resonanz und soziale Energie. Wolfgang Endres: Soziale Energie – auch mit KI? Selbstwirksamkeit im Resonanzmodus. Vortragspräsentation beim Forum Medienethik des NLQ, September 2026, insbesondere Folien 14–21. Endres greift dabei auf Hartmut Rosas Resonanztheorie zurück. Zur pädagogischen Ausarbeitung vgl. Rosa/Endres 2016. Die Verbindung mit Negts Identitätskompetenz ist eine eigenständige Interpretation.
4 Gesellschaftliche Spaltung und Misstrauen. Endres 2026, insbesondere Folien 22–26. Dort werden unter anderem die Arbeiten von Mau/Lux/Westheuser sowie El-Mafaalani aufgegriffen. Die Unterscheidung zwischen gesellschaftlicher Vielfalt und desintegrativer Fragmentierung wird hier im Zusammenhang mit Negts und Zeuners Überlegungen zur Identitätskompetenz entwickelt.
5 Zukunftskompetenz und Möglichkeitssinn. Roger Spindler: Was Bildung sichtbar macht … jenseits von Lehrplan, Leistung und Beziehung. Vortragspräsentation beim Forum Medienethik des NLQ, September 2026, insbesondere PDF-S. 5–6 und 12–18. Spindler betont die Bedeutung von Vertrauen, Orientierung, eigenständiger Zukunftsgestaltung und Fantasie. Die Verbindung zum Möglichkeitssinn und zur historischen Kompetenz ist eine Weiterführung innerhalb des Konzepts der Gesellschaftskompetenzen.
6 Digitalisierung und gesellschaftlicher Wandel. Spindler 2026, PDF-S. 7–9. Die dort angesprochenen Veränderungen durch Digitalisierung und datenbasierte Technologien werden im vorliegenden Beitrag auf ihre Bedeutung für Identitätsentwicklung und soziale Kompetenz bezogen. Vgl. ergänzend Endres 2026, insbesondere den Schwerpunkt „Resonanzmomente in digitalen Zeiten“.
Literatur
El-Mafaalani, Aladin (2025): Misstrauensgemeinschaften. Zur Anziehungskraft von Populismus und Verschwörungsideologien. Köln: Kiepenheuer & Witsch.
Endres, Wolfgang (2026): Soziale Energie – auch mit KI? Selbstwirksamkeit im Resonanzmodus. Vortragspräsentation, Forum Medienethik des NLQ, September 2026.
Freire, Paulo: Pädagogik der Unterdrückten. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, verschiedene Ausgaben.
Keupp, Heiner u. a. (2002): Identitätskonstruktionen. Das Patchwork der Identitäten in der Spätmoderne. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.
Mau, Steffen / Lux, Thomas / Westheuser, Linus (2023): Triggerpunkte. Konsens und Konflikt in der Gegenwartsgesellschaft. Berlin: Suhrkamp.
Negt, Oskar (2010): Der politische Mensch. Demokratie als Lebensform. Göttingen: Steidl.
Rosa, Hartmut (2016): Resonanz. Eine Soziologie der Weltbeziehung. Berlin: Suhrkamp.
Rosa, Hartmut / Endres, Wolfgang (2016): Resonanzpädagogik. Wenn es im Klassenzimmer knistert. Weinheim/Basel: Beltz.
Spindler, Roger (2026): Was Bildung sichtbar macht … jenseits von Lehrplan, Leistung und Beziehung. Vortragspräsentation, Forum Medienethik des NLQ, September 2026.
Zeuner, Christine (2026): Gesellschaftliche Kompetenzen. Grundlage für politisches Handeln. Orientierung und Wissen für die Demokratie. Frankfurt am Main: WOCHENSCHAU Verlag.
Redaktioneller Hinweis
Dieser Beitrag ist ausdrücklich als erster Entwurf gekennzeichnet. Die theoretischen Bezüge zu Negt und Zeuner sowie die Anregungen aus den Vorträgen von Endres und Spindler sind in eine eigene Argumentation überführt worden. Insbesondere die Verbindung von Resilienz, Resonanz, Eigensinn und Möglichkeitssinn stellt einen konzeptionellen Vorschlag dar, nicht ein bereits geschlossenes didaktisches Modell. Die Vortragsbelege beziehen sich auf die bereitgestellten Präsentationen, nicht auf ein überprüftes Wortprotokoll der Vorträge.
Soziale Kompetenz entwickelen – Identität stärken
