Wirtschaftspolitik der Regierung von Papen
- ADN-ZB, Deutschland, Neues Reichskabinett: 1. Juni 1932: Reichskanzler Franz von Papen bildet ein von Schleicher unter Mitwirkung von Schacht vorbereitetes Kabinett. Die Regierung ist ohne jede parlamentarische Mehrheit. UBz: Das neue Kabinett. Stehend vlnr: Dr. Franz Gürtner (Justiz), Dr. Warmbold (Wirtschaft), General von Schleicher (Reichswehr). Sitzend vlnr: Braun (Ernährung und Landwirtschaft sowie Ostkommissar), Wilhelm Freiherr von Gayl (Inneres), Reichskanzler von Papen, Konstantin Freiherr von Neurath (Äußeres).
Wirtschaftspolitisch war die Regierungszeit Papens durch eine Abkehr von den dirigistischen und deflationären Zielen der Vorgängerregierung gekennzeichnet. Von Papen setzte die staatlichen Sozialleistungen weiter herab, lockerte das Tarifrecht und begünstigte steuerlich die Wirtschaft. Andererseits ging er mit Staatsaufträgen zu staatlichen Ausgaben über. Der Staat gab Steuergutscheine in Höhe von 1,5 Mrd. Reichsmark für die Unternehmen aus, die damit also faktisch Steuernachlässe erhielten. Er sorgte für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen in Höhe von 740 Mio. Reichsmark und schaffte einen „Freiwilligen Arbeitsdienst“.