Flucht und Vertreibung in der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts

Ein besonderes Merkmal deutscher Geschichte

Flucht und Vertreibung sind kein singuläres Nachkriegsphänomen, sondern ein wiederkehrendes Strukturmerkmal deutscher Geschichte seit dem späten 19. Jahrhundert. Deutsche Politik war dabei wechselweise Auslöser, Betroffene und Gestalter von Fluchtbewegungen – von kolonialer Gewalt über den Nationalsozialismus bis zur Rolle Deutschlands als zentrales europäisches Zielland globaler Migration.

Seit den 1990er-Jahren ist die deutsche Gesellschaft und Politik nicht nur mit den Folgen globaler Fluchtbewegungen konfrontiert, sondern in Teilen der Politik selbst an deren Entstehung beteiligt. Gleichzeitig wird Flucht zunehmend sicherheitspolitisch gerahmt und zur Legitimation restriktiver Asyl- und Innenpolitik instrumentalisiert. Diese Spannung ist Ausdruck einer deutschen Geschichte, in der staatliche Ordnungspolitik und humanitäre Verantwortung immer wieder in Konflikt geraten.

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