Der „Kalter Krieg“ im Fernsehen der Bundesrepublik in den 60er Jahren

Die fünfte Kolonne im Fernsehen

Der Kalte Krieg fand nicht nur im Kinofilm statt. In den 60er Jahren war auch das noch junge Fernsehen Schauplatz des Kalten Krieges.  Helmut Ringelmann produzierte eine erfolgreiche Serie, in der es um Kriminal- und Spionagefälle des kalten Krieges zwischen West und Ost ging – zwischen amerikanischem und sowjetischem Einflussgebiet, immer mit wechselnden Darstellern, jede Episode in sich abgeschlossen. Unter dem Reihentitel Die fünfte Kolonne wurden die Filme vom 6. Juni 1963 bis 11. Oktober 1968 in unregelmäßigen Abständen -insgesamt 23 Folgen – vom ZDF ausgestrahlt. Für die Fernsehserie waren auch renommierte Filmregisseure, wie z.B. Rudolf Jugert, Jürgen Goslar und Helmuth Ashley, und bekannte Schauspielerinnen und Schauspieler wie z.B Eva Pflug, Reinhard Glemnitz, Joachim Fuchsberger und Hellmut Lange tätig.

Die Serie wurde damals oft als „Straßenfeger“ bezeichnet und ist heute unter diesm Reihentitel auf DVD erhältlich – und bei YouTube zu sehen.

Beitrag bei wikipedia:

„Unter Bezugnahme auf den Begriff Fünfte Kolonne war sie die erste Spionageserie des deutschen Fernsehens. Vor dem Hintergrund des Kalten Krieges hatte sie neben der Unterhaltung einen durchaus politischen Gehalt – was einigermaßen ungewöhnlich für eine Fernsehserie war –, denn ihr Thema waren Aktivitäten östlicher Geheimdienste auf dem Boden der Bundesrepublik Deutschland. Stets behielten die westliche Gegenspionage bzw. Polizei und Militär die Oberhand. Jede der Episoden war in sich abgeschlossen; es gab keine konstanten Hauptdarsteller.

Grundlage für alle Folgen waren reale Fälle, die für das Spielfilmformat nur leicht bearbeitet und verändert wurden. So wird etwa in Folge 15 („Mord auf Befehl“) die Ermordung des ukrainischen Exilpolitikers Stepan Bandera durch den KGB-Agenten Bogdan Staschinski thematisiert.“

Bemerkenswert an der Darstellung bei Wikipedia ist, dass kritiklos Bezug auf „reale Fälle“ genommen wird, ohne die Quellen zu benennen, auf deren Grundlage die „leichte Bearbeitung“ erfolgte. Und der Faschist und Nazi-Kollaborateur Banderas mutiert dabei zum „Exilpolitiker“, ganz so wie im neuen/alten Kalten Krieg.

Die Betonung darauf, dass die Drehbücher auf tatsächlichen Ereignissen basieren, sollte der Serie einen dokumentarischen Charakter verleihen.

Martin Compart befand in seinem im Oktober 2000 erschienenen Buch Crime TV. Lexikon der Krimiserien:

Mit James Bond hatte diese die Ideologie des Kalten Krieges propagierende Reihe natürlich gar nichts gemein, ist aber dennoch ein hochinteressantes Stück Zeit(geist)geschichte.“ (zitiert nach wikipedia)

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