Die zentralen Konferenzen zur Planung der Nachkriegsordnung in Europa (1941–1945)

Festlegung der politischen, territorialen und ökonomischen Ordnung der europäischen Nachkriegswelt

Die Alliierten trafen sich zwischen 1941 und 1945 zu einer Reihe strategischer Konferenzen, auf denen sie den Kriegsverlauf koordinierten und zunehmend die politische, territoriale und ökonomische Ordnung der Nachkriegswelt festlegten. Drei Konferenzen gelten als besonders entscheidend für die Nachkriegsplanung: Teheran (1943), Jalta (1945) und Potsdam (1945). Allerdings wurden bereits bei den Konferenzen in Placentia Bay (1941) und Casablanca (1943) zwischen Rossevelt für die USA und Chruchill für Großbritannien Grundlagen geschafffen, an die die folgenden Konferenzen, nun mit Beteilgung der Sowjeunion, anknüpften.

Darüber hinaus gab es zahlreiche vorbereitende Treffen, die wichtige Weichen stellten.

Atlantikkonferenz Placentia Bay      (August 1941)

Teilnehmer: Roosevelt & Churchill
Bedeutung:

  • Formulierung der Atlantik-Charta, die Grundprinzipien der Nachkriegsordnung festlegte
  • Frühe Festlegung auf eine wirtschaftsliberale Weltwirtschaftsordnung (Vorläufer von Bretton Woods).
Casablanca-Konferenz             (Januar 1943)

Teilnehmer: Roosevelt & Churchill    Bedeutung

  • Forderung nach der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands.
  • Strategische Planung der Invasion in Italien.
  • Beginn der Diskussion über die politische Zukunft Deutschlands.
Teheran-Konferenz
(28.11.–1.12.1943)

Teilnehmer: Stalin, Roosevelt, Churchill Wichtige Entscheidungen:

  • Festlegung der Zweiten Front in Westeuropa (Operation Overlord).
  • Erste Grundlinien zur Neuordnung Europas:.
  • Beginn der systematischen Nachkriegsplanung.
Jalta-Konferenz
(4.–11. Februar 1945)

Teilnehmer: Stalin, Roosevelt, Churchill Zentrale Beschlüsse:

  • Aufteilung Deutschlands in Besatzungszonen.
  • Gründung der Vereinten Nationen.
  • Festlegung der polnischen Westverschiebung (Oder–Neiße-Linie als Perspektive).
  • Sowjetischer Kriegseintritt gegen Japan zugesagt.
  • Grundstruktur der späteren Blockbildung bereits sichtbar.
Potsdamer Konferenz (17. Juli–2. August 1945)

Zentralbild
Potsdamer (Berliner) Konferenz der führenden Staatsmänner der drei alliierten Mächte der UdSSR, Grossbritannien und der USA vom 17. Juli bis 2. August 1945 in Schloß Cecilienhof und Babelsberg.
Ihr Ergebnis ist das Potsdamer Abkommen, das die völkerrechtlichen Grundfragen für die Politik der Siegermächte gegenüber Deutschland festlegt.
UBz: v.l.n.r.: sitzend: C.R. Attlee, H.S. Truman, Josef Stalin; stehend: Admiral J.D. Loahy, E. Bevin, J.W.Byrnes, und W.M. Molotow.

Teilnehmer: Stalin, Truman, Churchill/Attlee
Zentrale Beschlüsse:

  • Umsetzung der Vier-D-Ziele für Deutschland:
    • Demilitarisierung
    • Denazifizierung
    • Demokratisierung
    • Dezentralisierung
  • Festlegung der deutschen Grenzen (Oder–Neiße-Linie).
  • Reparationsregelungen (v. a. sowjetische Entnahmen aus ihrer Zone).
  • Verwaltung Deutschlands durch den Alliierten Kontrollrat.

Potsdam markiert den Übergang von der Kriegskooperation zur beginnenden Konfrontation.

Die alliierten Kriegskonferenzen waren nicht nur militärische Abstimmungstreffen, sondern politische Schlüsselorte der globalen Neuordnung. Zwischen 1941 und 1945 legten die Alliierten die Grundstrukturen der politischen, territorialen und ökonomischen Welt fest, die nach 1945 in den Kalten Krieg übergingen.

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