Die Diebin von Bagdad (1952)
von GFS-Admin_2021 · Veröffentlicht · Aktualisiert
Annotation
Ein turbulenter Schlagerfilm von Carl Lamac aus der Welt von „1001 Nacht“: Die Diebin Fatme, ein Körpertausch-Zauber und der Räuber Achmed wirbeln den Palast von Bagdad durcheinander. Zwischen Verwechslungen, Intrigen und Musiknummern entsteht eine leichte Komödie voller Chaos und Charme.

| Titel | Die Diebin von Bagdad |
| Produktionsland | Deutschland |
| Originalsprache | Deutsch |
| Erscheinungsjahr | 1952 |
| Länge | 89 Minuten |
| Produktionsunternehmen | Pontus-Film, Hamburg |
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| Regie | Carl Lamac |
| Drehbuch | Gustav Kampendonk |
| Produktion | Fritz Kirchhoff |
| Musik | Lotar Olias |
| Kamera | Willy Winterstein |
| Schnitt | Rosemarie Weinert |
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In Alt-Bagdad herrscht Kalif Omar, ein gutmütiger, aber schwacher Herrscher, der von seinen Dienern und besonders von seiner dominanten Frau Suleika herumkommandiert wird. Als der junge Prinz Ali zu Besuch erwartet wird, gerät alles durcheinander: Ali hat auf der Reise sein Geschenk – ein Kamel – verloren und sucht nun eine schöne Frau, die er dem Kalifen stattdessen überreichen kann.
Dabei stößt er auf Fatme, eine talentierte Tänzerin und Sängerin, die jedoch heimlich ihr Publikum bestiehlt. Sie reist mit dem alternden Zauberer Ibrahim, der verzweifelt nach einem Verjüngungszauber sucht. Ein missglückter Zauberspruch führt dazu, dass Fatme und Ibrahim die Körper tauschen – ein komischer Ausgangspunkt für eine Reihe von Verwechslungen.
Währenddessen treibt der Räuberhauptmann Achmed sein Unwesen. Er entführt die vermeintlich junge Frau (in Wahrheit Ibrahim im Körper Fatmes) und verliebt sich in sie. Später gibt er sich als Prinz Ali aus, um in den Palast zu gelangen und den Staatsschatz zu stehlen.
Im Palast überschlagen sich die Ereignisse: Fatme gerät zufällig in eine Tanzaufführung und wird als Diebin erkannt. Mehrere Figuren tauschen durch Zauber erneut ihre Körper. Achmed versucht, Fatme zu retten, während er selbst als Betrüger enttarnt wird.
Am Ende scheitert der Schatzraub, Achmed wird verurteilt, und Fatme soll den Kalifen heiraten, um Achmeds Leben zu retten. Doch Achmed und sein Gefährte Hadji entkommen, befreien Fatme und fliehen mit ihr. Fatme und Achmed werden ein Paar, während Ibrahim seine Gefühle für Fatme aufgibt.
Die Diebin von Bagdad war die letzte Inszenierung Carl Lamacs, der wenige Monate später verstarb. Der Film wurde in den Ateliers der Jungen Film-Union in Bendestorf hergestellt. Die Produktionskosten beliefen sich auf 930.000 DM.[1] Um für den Film eine Sicherheit in Form der Ausfallbürgschaft des Bundes zu erhalten, musste Die Diebin von Bagdad der Frankfurter Revisions- und Treuhand-GmbH vorgelegt werden. Diese kritisierte nach ihrer Begutachtung zahlreiche Dialoge und Szenen des Films, die auf die Gegenwart bezogen werden konnten und Kritik unter anderem am Steuersystem enthielten. Um die Bundesausfallbürgschaft für den Film zu erhalten, ließ Produzent Fritz Kirchhoff sämtliche beanstandeten Szenen aus dem Film entfernen. In den Vorspann baute er jedoch ein Bild ein, in dem eine Frau in Gestalt der Freiheitsstatue, jedoch im orientalischen Kostüm, einen Buchstaben des Titels mit einer Schere abschneidet – ein Hinweis auf die erzwungenen Schnitte im Film.[1] Am 10. April 1952 erlebte Die Diebin von Bagdad im Filmtheater Zeil in Frankfurt am Main seine Premiere[2].
Die Kostüme schuf Paul Seltenhammer, das Filmbauten stammen von Heinrich Beisenherz und Alfred Bütow. Die Produktionsleitung lag in den Händen von Gustav Kampendonk und Werner Fischer.[3]
Im Film tanzen Gisela Deege, Toni Auler, Gert Reinholm, Ernst Bredow und Rolf Arco, wobei letzterer auch die Choreografie des Films verantwortete.
Die Filmmusik stammt von Lotar Olias, die Liedtexte schrieb Kurt Schwabach. Der Chorgesang im Film stammt vom Sunshine-Quartett. Es dirigiert Harry Hermann, es spielt das NWDR-Orchester. An der Hammond-Orgel ist Gerhard Gregor zu hören. Mehrfach werden verschiedene Lieder gesungen:
- Sonja Ziemann: Wir schaukeln uns ganz sachte durch das Leben (Walzer)
- Sonja Ziemann und Rudolf Prack: Du bist die Liebe (Foxtrott)
- Theo Lingen und die Peheiros: Diesen Tango tanz ich nur mit dir! (Tango)
- Fita Benkhoff; Liselotte Malkowsky und das Sunshine-Quartett: Tausend und eine Nacht (Langsamer Walzer)
- Gustav von Meyerinck: Aladin
Übernahme von wikipedia (04.02,2026)
(…) Der letzte Film der Beiden sollte diese 1001-Nacht Klamotte werden. Eine freche Fantasie, die Exotik mit allerlei derben halb-erotischen Scherzchen verband. Durchgehender Gag ist das Zauberwort „Il hastisi“. Wenn Fritz Odemar es ausspricht, dann wandert sein Körper in den Körper von Fatme (Sonja Ziemann) und sie spricht wie er und er spricht wie sie. Zunächst läuft dieser etwas überraschende Gag ganz lustig, aber dann schleift er sich ab, wenn er das nächste und das übernächste Mal verwendet wird. (…)
aus: Falk Schwarz: Triffst du nur das Zauberwort. filmportal.de

