Wer erklärt die Wirtschaft anders – und wird dennoch – oder gerade deswegen – kaum gehört?

Wissenschaftlich marginalisiert, in der etablierten Wirtschaftsberichterstattung ignoriert – aber präsent

Wer in Deutschland nach einer Erklärung wirtschaftlicher Entwicklungen sucht, begegnet meist denselben Institutionen: dem Sachverständigenrat, den großen Wirtschaftsforschungsinstituten, wirtschaftsnahen Verbänden und den regelmäßig befragten Experten. Ihre Positionen sind keineswegs identisch. Dennoch bewegt sich die öffentliche Debatte überwiegend innerhalb eines gemeinsamen Rahmens: Die kapitalistische Marktwirtschaft wird als vorausgesetzte Wirtschaftsordnung behandelt, deren Leistungsfähigkeit verbessert, deren Krisen bewältigt und deren Regeln angepasst werden sollen.

Doch wer erklärt die Wirtschaft, wenn nicht nur über Steuern, Löhne und Wachstum gestritten, sondern nach Eigentumsverhältnissen, Kapitalverwertung, Klassenbeziehungen, unbezahlter Arbeit oder der gesellschaftlichen Verfügung über Investitionen gefragt wird? Solche Erklärungen existieren. Sie werden wissenschaftlich entwickelt, empirisch begründet, publiziert und in Bildungszusammenhängen diskutiert. Nur besitzen ihre Vertreter meist nicht die institutionelle Stellung, die den etablierten wirtschaftspolitischen Experten regelmäßige Präsenz in Regierung, Beratungsgremien und Leitmedien verschafft.

Die entscheidende Feststellung lautet deshalb: Es fehlt nicht an anderen Erklärungen der Wirtschaft. Es fehlt an ihrer gleichberechtigten gesellschaftlichen Wahrnehmung. Die wissenschaftliche Marginalisierung heterodoxer Ansätze ist selbst untersucht worden. Eine systematische empirische Vermessung ihrer gegenwärtigen medialen Sichtbarkeit steht allerdings auf einem anderen Blatt. „Kaum gehört“ beschreibt hier ein strukturelles Problem öffentlicher Autorität, nicht die Behauptung, kritische Ökonomen kämen überhaupt nie in Medien vor.[1]


Worum es bei einer anderen Erklärung der Wirtschaft geht

Die Unterschiede beginnen nicht erst bei den politischen Forderungen. Sie betreffen den Gegenstand der Untersuchung. Wo eine angebotsorientierte Analyse fragt, ob Löhne und Abgaben die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens beeinträchtigen, fragt eine keynesianische Analyse nach Nachfrage, Beschäftigung und gesamtwirtschaftlichen Wirkungen. Eine marxistische Kritik der politischen Ökonomie stellt darüber hinaus die Frage, weshalb Investitionsentscheidungen von der erwarteten Kapitalverwertung abhängen, wer über Produktionsmittel verfügt und wie der gesellschaftlich geschaffene Reichtum angeeignet und verteilt wird.

Feministische Ökonomik fragt, weshalb ein großer Teil der gesellschaftlich notwendigen Sorgearbeit unbezahlt oder schlecht bezahlt geleistet wird und in verbreiteten Vorstellungen wirtschaftlicher Leistung kaum sichtbar ist. Sozial-ökologische und postwachstumsorientierte Ansätze untersuchen, weshalb die Steigerung von Produktion und Einkommen nicht ohne Weiteres mit gesellschaftlichem Wohlstand, ökologischer Tragfähigkeit und einem guten Leben gleichgesetzt werden kann.

Diese Perspektiven bilden keine einheitliche Theorie. Postkeynesianische Ansätze wollen häufig eine kapitalistische Wirtschaft stabilisieren und sozial gestalten; marxistische Ansätze analysieren ihre strukturellen Widersprüche und Herrschaftsverhältnisse. Feministische und ökologische Ansätze können mit beiden verbunden sein, aber auch eigene Ausgangspunkte entwickeln. Gerade die Unterschiede sind ein Argument für theoretische Pluralität – nicht dafür, sie unter der Sammelbezeichnung „alternative Ökonomik“ einzuebnen.[2]


Wissenschaftlich marginalisiert heißt nicht wissenschaftlich widerlegt

Wie ungleich die wirtschaftswissenschaftlichen Perspektiven institutionell vertreten sind, untersuchen Arne Heise, Henrike Sander und Sebastian Thieme in Das Ende der Heterodoxie? Die Entwicklung der Wirtschaftswissenschaften in Deutschland. Sie rekonstruieren die Entwicklung der Disziplin und die Marginalisierung alternativer ökonomischer Theorien. Dabei geht es nicht bloß um die Überzeugungskraft von Modellen, sondern um wissenschaftliche Karrieren, Lehrstühle, institutionelle Regeln und die Durchsetzung anerkannter Forschungsstandards.[3]

Ein solches Kräfteverhältnis reproduziert sich auch ohne ausdrückliches Verbot anderer Ansätze. Wer Nachwuchs ausbildet, Forschungsstellen besetzt, Lehrbücher prägt, Gutachten erstellt und regelmäßig als Experte eingeladen wird, bestimmt mit, welche Problemstellungen als wirtschaftswissenschaftlich zentral gelten. Wissenschaftliche Kontroversen innerhalb eines weitgehend geteilten theoretischen Rahmens können dann als umfassende Pluralität erscheinen, während weitergehende Fragen nach dem gesellschaftlichen Charakter der Produktionsverhältnisse an den Rand gedrängt werden.

Die institutionelle Landschaft ist gleichwohl nicht statisch. Die Universität Siegen verfügt beispielsweise über eine Fachgruppe Plurale Ökonomik und einen einschlägigen Masterstudiengang. Das Netzwerk Plurale Ökonomik und die Gesellschaft für sozioökonomische Bildung und Wissenschaft arbeiten seit Jahren an einer Erweiterung von Forschung und Lehre. Solche Gegenbeispiele sind wichtig, ändern aber nicht allein die strukturelle Ungleichheit zwischen den etablierten Zentren wirtschaftspolitischer Expertise und kritischen Forschungszusammenhängen.[4]


Wer die Wirtschaft tatsächlich anders erklärt

Die folgende Auswahl nennt keine bloßen Namen, sondern dauerhafte Publikations-, Forschungs- und Bildungszusammenhänge. Sie ist weder vollständig noch stellt sie alle Einrichtungen theoretisch auf dieselbe Stufe. Ihr gemeinsamer Nenner ist, dass sie Fragestellungen bearbeiten, die in der dominierenden wirtschaftspolitischen Beratung unterrepräsentiert sind oder aus anderen theoretischen Voraussetzungen erklärt werden.

ZusammenhangPerspektive und TätigkeitEigenständiger Erkenntnisbeitrag
Arbeitsgruppe Alternative WirtschaftspolitikWirtschaftspolitische Gegenentwürfe; jährliche Memoranden seit 1975Beschäftigung, Verteilung, Sozialstaat, öffentliche Investitionen und Transformation als gesellschaftspolitische Alternativen
Institut für sozial-ökologische Wirtschaftsforschung (isw)Kapitalismuskritische Forschung, Analysen und Bildungsarbeit; vereinsgetragenKonzernmacht, Verteilung, globale Kapitalbewegungen, Rüstungsökonomie und soziale Reproduktion
Rosa-Luxemburg-Stiftung – GesellschaftsanalyseKritik der politischen Ökonomie und gesellschaftliche TransformationsforschungAkkumulation, Eigentum, Arbeit, Klassenverhältnisse, öffentliche Daseinsvorsorge
PROKLA und Z. – Zeitschrift Marxistische ErneuerungWissenschaftliche Zeitschriften mit politisch-ökonomischen beziehungsweise marxistischen DebattenKontinuierliche theoretische und empirische Analyse von Kapitalismus, Staat, Krisen und gesellschaftlicher Macht
Forum for Macroeconomics and Macroeconomic Policies (FMM)Vor allem keynesianische und postkeynesianische Makroökonomik; beim IMK angebundenNachfrage, Beschäftigung, Verteilung und wirtschaftspolitische Stabilisierung statt Selbstregulierung der Märkte
Fachgruppe Plurale Ökonomik, Universität SiegenHeterodoxe Makroökonomik, ökologische und transformative Ökonomik, UngleichheitsforschungWissenschaftliche Ausbildung und Forschung mit ausdrücklich mehreren theoretischen Zugängen
Netzwerk Plurale Ökonomik und GSÖBWStudierenden-, Forschungs- und Bildungsnetzwerke für theoretische und interdisziplinäre PluralitätÖffnung wirtschaftswissenschaftlicher Lehre und ökonomischer Bildung für Gesellschaft, Geschichte und Politik
Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und Konzeptwerk Neue ÖkonomieÖkologische Wirtschaftsforschung beziehungsweise sozial-ökologische Transformations- und BildungsarbeitÖkologische Grenzen, Produktionsweisen, globale Ungleichheit und Alternativen zum Wachstumszwang
Care Revolution und Wirtschaft ist CareFeministische und care-orientierte Forschung, Bildungs- und BewegungszusammenhängeUnbezahlte Sorgearbeit, gesellschaftliche Reproduktion, Geschlechterverhältnisse und Bedürfnisse
MAKROSKOP und Lunapark21Eigenständige wirtschaftspolitische Publizistik; postkeynesianisch beziehungsweise kapitalismuskritischÖffentliche Erklärungen und Kontroversen außerhalb der üblichen Expertenroutinen

Die institutionellen Selbstbeschreibungen und Beispiele aus der aktuellen Publikationstätigkeit sind im Anmerkungsapparat verlinkt. Die Tabelle beschreibt Funktionen und Forschungsrichtungen, keine Rangordnung wissenschaftlicher Qualität.[5]


Keine bloße Gegenmeinung: Drei Beispiele

Industriekrise: Nicht nur Standortkosten, sondern Akkumulation und Verfügungsmacht

Die Berichterstattung über die Probleme der deutschen Automobilindustrie konzentriert sich häufig auf Energiekosten, Löhne, Management und Wettbewerbsfähigkeit. Thomas Sablowski geht in seinem Beitrag Das Gespenst der Deindustrialisierung einen Schritt weiter. Er untersucht die Erschöpfung eines globalisierten und finanzialisierten Akkumulationsmodells, die Entwicklung transnationaler Produktionsnetzwerke und die Folgen der Konkurrenz für Lohnabhängige. Damit rücken nicht bloß Kosten einzelner Standorte, sondern die kapitalistische Organisation der Produktion selbst in den Blick.[6]

Für die Auseinandersetzung um Volkswagen ist das entscheidend: Wer ausschließlich die Rendite eines Werkes oder einer Marke betrachtet, setzt voraus, dass über Produktion und Beschäftigung nach betriebswirtschaftlichen Verwertungsmaßstäben entschieden wird. Eine politisch-ökonomische Erklärung fragt dagegen, wie diese Maßstäbe entstehen, wer Investitionsentscheidungen trifft und welche gesellschaftlichen Folgen die private Verfügung über Produktionskapazitäten besitzt.

Sozialstaat: Nicht nur Finanzierbarkeit, sondern gesellschaftliche Verteilung

Die Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik veröffentlicht seit Jahrzehnten eigene wirtschaftspolitische Memoranden. Das Memorandum 2026 stellt den öffentlichen Investitionsbedarf, die Verteilungsfrage, soziale Sicherung und industrielle Transformation in den Mittelpunkt. Es behandelt den Sozialstaat nicht lediglich als Ausgabenposten, der an den Bedingungen eines vermeintlich knappen Haushalts auszurichten wäre, sondern als Teil der gesellschaftlichen Infrastruktur und der wirtschaftlichen Entwicklung.[7]

Die gegenläufigen Positionen müssen nicht in jeder Einzelfrage identisch sein. Der wesentliche Unterschied liegt darin, dass Finanzierungsentscheidungen, gesellschaftliche Bedürfnisse und Verteilungskonflikte überhaupt zum Ausgangspunkt der Erklärung werden.

Arbeit: Nicht nur Erwerbsarbeit, sondern gesellschaftliche Reproduktion

Feministische Ökonomik und die Care-Bewegung machen sichtbar, wie eng die bezahlte Produktion mit unbezahlter Haus-, Erziehungs- und Pflegearbeit verbunden ist. Die Reproduktion der Arbeitskraft ist ohne diese Tätigkeiten nicht möglich. Wer jedoch allein Erwerbseinkommen, Unternehmensgewinne und Marktumsätze untersucht, beschreibt nur einen Ausschnitt gesellschaftlicher Arbeit.

Das Netzwerk Care Revolution und die Initiative Wirtschaft ist Care setzen deshalb den Zusammenhang von Arbeit, Versorgung, Geschlecht, sozialer Ungleichheit und gesellschaftlichen Bedürfnissen ins Zentrum. Sie erweitern die Erklärung wirtschaftlicher Zusammenhänge um Tätigkeiten und Beziehungen, die in betriebswirtschaftlichen Kostenrechnungen nur teilweise oder gar nicht erscheinen.[8]


Warum diese Stimmen in der großen Wirtschaftsöffentlichkeit wenig Gewicht besitzen

Die Frage ist nicht einfach, ob es kritische Texte gibt oder ob einzelne alternative Ökonomen einmal zu Wort kommen. Entscheidend ist, wer dauerhaft als wirtschaftspolitischer Experte anerkannt wird, wer regelmäßig für politische Stellungnahmen angefragt wird und welche Begriffe bereits die redaktionelle Fragestellung bestimmen.

Die Untersuchungen zur wirtschaftsjournalistischen Ausbildung, zur Rahmung wirtschaftspolitischer Konflikte und zur Themenauswahl bei ARD und ZDF haben unterschiedliche Schwächen des etablierten Wirtschaftsjournalismus sichtbar gemacht. Die Langzeitstudie von Otto und seinen Mitautoren zeigt zudem, wie angebotsorientierte Deutungsmuster über zwanzig Jahre hinweg die Debatten über Arbeitsmarktpolitik prägten. Zusammen mit der Forschung zur institutionellen Marginalisierung heterodoxer Ansätze ergibt sich daraus eine plausible Erklärung für die ungleiche Verteilung öffentlicher wirtschaftswissenschaftlicher Autorität.[9]

Wird ein Problem bereits als Frage der Wettbewerbsfähigkeit, der Lohnkosten oder der Haushaltsdisziplin gestellt, sind vor allem diejenigen Experten anschlussfähig, die innerhalb dieses Rahmens argumentieren. Unterschiedliche Aussagen über Höhe und Tempo einer Maßnahme erzeugen dann journalistisch sichtbare Kontroversen. Die gemeinsamen Voraussetzungen der Debatte bleiben dennoch bestehen und werden durch diese Kontroversen beständig reproduziert.

Das ist der Zusammenhang mit der bisherigen Untersuchung der wirtschaftswissenschaftlichen Institute, der unternehmensnahen Verbände und der Expertenauswahl der Wirtschaftsredaktionen: Die gegenseitige Bestätigung entsteht nicht erst, wenn Experten gleicher Meinung sind. Sie entsteht schon dadurch, dass ihre Differenzen innerhalb desselben vorausgesetzten Rahmens ausgetragen werden.

Wer diesen Rahmen selbst zum Gegenstand macht, erhält nicht automatisch denselben Platz in der öffentlichen Debatte. Gerade die politisch-ökonomische Frage nach Eigentum, Klassenverhältnissen und gesellschaftlicher Verfügungsmacht liegt außerhalb der gewöhnlichen Gegenüberstellung von „marktfreundlich“ und „mehr Staat“.


Präsent – und für historisch-politische Bildung unverzichtbar

Die genannten Einrichtungen und Veröffentlichungen sind kein Schattenkabinett alternativer Wirtschaftsweiser. Sie vertreten unterschiedliche Theorien, verfolgen unterschiedliche Ziele und arbeiten unter sehr verschiedenen institutionellen Bedingungen. Manche produzieren wissenschaftlich begutachtete Forschung, andere politische Expertisen, Zeitschriften, Bildungsmaterialien oder journalistische Beiträge.

Gerade diese Unterschiede gehören zu einer kritischen Bewertung ihrer Aussagen. Wissenschaftliche Qualität folgt weder aus einem etablierten Institutssiegel noch allein aus der Opposition zum Mainstream. Auch kritische Erklärungen müssen ihre Begriffe präzisieren, empirische Belege liefern, Gegenargumente prüfen und ihre politischen Voraussetzungen offenlegen.

Für die Lernwerkstatt ergibt sich daraus eine konkrete Aufgabe: Bei wirtschaftlichen Schlüsselproblemen sollten die üblichen Expertenpositionen systematisch mit politisch-ökonomischen, postkeynesianischen, feministischen und sozial-ökologischen Analysen konfrontiert werden. Nicht um eine künstliche Ausgewogenheit herzustellen, sondern um sichtbar zu machen, welche unterschiedlichen Fragen gestellt werden können und was die jeweiligen Erklärungen erfassen oder ausblenden.

Wer die Wirtschaft verstehen will, braucht nicht nur eine größere Auswahl von Antworten. Er braucht Zugang zu anderen Fragen.

Die alternativen Erklärungen müssen nicht erst erfunden werden. Sie sind vorhanden, erforscht und veröffentlicht. Was fehlt, ist ihre angemessene Stellung in der öffentlichen Auseinandersetzung über die Wirtschaft.


Anmerkungen
[1] Heise/Sander/Thieme (2017) und die Frage der medialen Repräsentation

Arne Heise, Henrike Sander und Sebastian Thieme analysieren die Entwicklung der Wirtschaftswissenschaften und die institutionelle Marginalisierung heterodoxer Ökonomik. Daraus lässt sich keine numerische Aussage über den heutigen Anteil heterodoxer Experten an allen Medienauftritten ableiten. Die Formulierung „unterrepräsentiert“ kennzeichnet hier eine begründete Strukturhypothese im Zusammenhang mit den genannten Medienanalysen.

Originalbuch, Inhaltsverzeichnis und Kapitel 53–126. ↩ Zurück zum Text

[2] GSÖBW und FMM: unterschiedliche theoretische Ausgangspunkte

Die Gesellschaft für sozioökonomische Bildung und Wissenschaft fordert eine multiparadigmatische, interdisziplinäre Wirtschaftswissenschaft. Das FMM nennt ausdrücklich eine vorwiegend keynesianische und postkeynesianische Perspektive. Die begriffliche Unterscheidung zwischen diesen Ansätzen und marxistischer Kritik der politischen Ökonomie ist eine theoretische Einordnung des Beitrags.

GSÖBW: Selbstverständnis; FMM: About the Forum. ↩ Zurück zum Text

[3] Heise/Sander/Thieme (2017), S. 39–52 und 53–126

Die Studie unterscheidet die Bedingungen akademischer Standardisierung und Pluralität von der historischen Untersuchung der Marginalisierung heterodoxer Ökonomik. Sie ist eine wissenschaftliche Studie, kein Nachweis, dass alle alternativ arbeitenden Forschenden außerhalb von Universitäten tätig wären.

Digitale Ausgabe / Kapitelübersicht (Zugriff teils lizenzpflichtig). ↩ Zurück zum Text

[4] Universität Siegen, Netzwerk Plurale Ökonomik, GSÖBW

Die Universität Siegen stellt ihre Fachgruppe, Forschungsfelder und Studienangebote vor. Das Netzwerk Plurale Ökonomik erläutert seine Aktivitäten und Bildungsplattformen. Die GSÖBW begründet in ihrem Positionspapier von 2023 theoretische und didaktische Pluralität. Die Angaben belegen konkrete institutionelle Gegenbeispiele, keine allgemeine Gleichstellung aller Denkschulen im Hochschulsystem.

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[5] Originalquellen zu den aufgeführten Organisationen

Die jeweiligen Organisationsprofile sind direkt über die Namen in der Tabelle zugänglich. Für die Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik liegt ein Memorandum 2026 vor. Die isw-Selbstdarstellung benennt Arbeitsgebiete und Finanzierung. PROKLA weist ihre Peer-Review-Struktur aus, die Zeitschrift Z erläutert ihren marxistischen und pluralistischen Anspruch. IÖW legt seine projektbezogene Finanzierung offen. MAKROSKOP und Lunapark21 beschreiben ihre publizistischen Perspektiven.

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[6] Sablowski (2025): „Das Gespenst der Deindustrialisierung“, S. 28 ff.

Thomas Sablowski: „Das Gespenst der Deindustrialisierung“, in: Luxemburg, Heft 1/2025, ab S. 28. Der Beitrag erklärt die industrielle Krise anhand der langfristigen Entwicklung des deutschen Exportmodells und der Widersprüche eines globalisierten und finanzialisierten Akkumulationsregimes.

Vollständige digitalisierte Zeitschriftenausgabe (PDF). ↩ Zurück zum Text

[7] Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik: Memorandum 2026

Aufbruch aus der Mehrfachkrise: Gerechte Finanzpolitik, stabiler Sozialstaat und nachhaltige Transformation, veröffentlicht am 30. April 2026. Insbesondere die Kapitel zur Finanzpolitik (ab S. 7), zum Sozialstaat (ab S. 18) und zur Industriepolitik (ab S. 23) sind einschlägig.

Originalveröffentlichung mit vollständigem PDF. ↩ Zurück zum Text

[8] Care Revolution und Wirtschaft ist Care

Das Netzwerk Care Revolution beschreibt den Zusammenhang verschiedener Bereiche gesellschaftlicher Reproduktion und seiner Vorstellung einer bedürfnisorientierten Care-Ökonomie. Wirtschaft ist Care: Selbstverständnis (PDF) erläutert eine care-zentrierte ökonomische Transformationsperspektive. Beide sind zugleich Bewegungs- und Bildungszusammenhänge; die Angaben sind deshalb nicht mit einer geschlossenen wissenschaftlichen Denkschule gleichzusetzen.

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[9] Forschungsstand zur Wirtschaftskommunikation und zur Dominanz bestimmter Deutungsmuster

Vgl. Kim Otto u. a.: Wirtschaftspolitische Paradigmen als Deutungsmuster im öffentlichen Diskurs über Arbeitsmarktpolitik, insbesondere Zusammenfassung S. 4–5 und Kap. 6.3, S. 287–290; Valentin Sagvosdkin (2021) zur wirtschaftsjournalistischen Ausbildung; Teschendorf/Otto (2022) zum Framing wirtschaftspolitischer Konflikte; Müller/von Nordheim (2024) zur ARD-/ZDF-Wirtschaftsberichterstattung. Aus diesen unterschiedlichen Befunden ergibt sich kein unmittelbarer statistischer Beweis, wie häufig einzelne heterodoxe Expertinnen und Experten heute eingeladen werden.

Otto u. a., S. 287 ff. (PDF); Sagvosdkin 2021; Teschendorf/Otto 2022 (PDF); Müller/von Nordheim 2024 (PDF). ↩ Zurück zum Text


Literatur und wissenschaftliche Studien

Heise, Arne; Sander, Henrike; Thieme, Sebastian (2017): Das Ende der Heterodoxie? Die Entwicklung der Wirtschaftswissenschaften in Deutschland. Wiesbaden: Springer VS. Digitale Verlagsausgabe (teilweise zugangsbeschränkt).

Otto, Kim; Teschendorf, Victoria Sophie; Kowalczyk, Peter; Möller, Vanessa; Kruß, Marwin: Wirtschaftspolitische Paradigmen als Deutungsmuster im öffentlichen Diskurs über Arbeitsmarktpolitik. Hans-Böckler-Stiftung. Volltext (PDF).

Sablowski, Thomas (2025): „Das Gespenst der Deindustrialisierung“. In: Luxemburg 1/2025, S. 28 ff. Digitalisierte Ausgabe (PDF).

Sagvosdkin, Valentin (2021): Qualifiziert für die Zukunft? Zur Pluralität der wirtschaftsjournalistischen Ausbildung in Deutschland. OBS-Arbeitsheft 104. Originalstudie.

Teschendorf, Victoria Sophie; Otto, Kim (2022): Framing in der Wirtschaftsberichterstattung. OBS-Arbeitsheft 108. Volltext (PDF).

Müller, Henrik; von Nordheim, Gerret (2024): Viel Kraft – wenig Biss. Wirtschaftsberichterstattung in ARD und ZDF. OBS-Arbeitspapier 67. Volltext (PDF).

Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik (2026): Memorandum 2026. Aufbruch aus der Mehrfachkrise. Veröffentlichung mit PDF.


Bezugsbeiträge in der Lernwerkstatt Film und Geschichte

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